Beffaná 2021

Folge 19: Krähenpost News Flash

Samatha: Guten Abend live aus dem Newsroom der Krähenpost. Mein Name ist Samantha Broschinski und wir melden uns live mit einem Update zu der mysteriösen Komentensichtung, die seit heute Morgen Journalisten und Wissenschaftlerinnen auf der ganzen Welt beschäftigt. Ich bin jetzt live verbunden mit unserem Praktikanten Günter, der dankenswerterweise seinen Surfurlaub auf Hawaii unterbrochen hat und sich exklusiv für uns auf den Weg hoch zum Mauna-Kea-Obsersatorium gemacht hat. Günter, beschreib uns doch bitte kurz: Wo genau bist du gerade? Günter: Hallo Samatha. Ich muss gestehen, ich bin noch ein bisschen aufgeregt, denn das hier ist mein allererster Einsatz für Krähenpost.tv. Ich bin hier am Gipfel des Vulkans Mauna Kea auf Hawaii auf 4200 Metern Höhe.. Zum Glück ist es hier noch mitten in der Nacht und so können die Astronominnen hier seit mehreren Stunden live mitverfolgen, was gerade im Orbit des Mars geschieht, unseres roten Nachbarplaneten. Samantha: Günter, vor einigen Stunden gab es erste Meldungen, dass ein bisher nur Expertinnen bekannter Komet überraschend von seiner Bahn abgewichen ist und direkt auf den Mars zusteuert. Konntest du diese Angaben inzwischen verifizieren und wie genau ist der Status jetzt. Günter: Ja, Samantha, alle, mit denen ich hier sprechen konnte, bestätigen, dass der Komet vollkommen aus dem Nichts eine neue Bahn ins innere des Sonnensystems eingeschlagen hat und dem Mars gefährlich nahe gekommen ist. Die Wissenschaftlerinnen haben dem Kometen die interne Bezeichnung „Alien Intra Solar-system Comet with High Energy“ gegeben, oder kurz: AISCHE. Samantha: Günter, unsere Hörerinnen interessiert natürlich ganz besonders, ob eine unmittelbare Gefahr für die Erde besteht. Immerhin ist ja bald Weihnachten. Günter, werden wir dieses Jahr unvorstellbar schreckliche Horror-Alien-Weihnachten erleben. Günter: So leid es mir tut, Samantha, aber völlig ausschließen kann das ich nach derzeitigem Wissensstand nicht. Wenn du mich also direkt fragst, ob ich unvorstellbar schreckliche Horror-Alien-Weihnachten auf der Erde ausschließen kann, würde ich sagen: Nein, ich kann leider nicht ausschließen, dass wir dieses Jahr ein unvorstellbar schreckliches Horror-Alien-Weihnachten bekommen. Ich habe genau zu dem Thema eine der Wissenschaftlerinnen hier im Observatorium befragt. Das hat hat sie mir geantwortet: Günter: Entschuldigen Sie. Darf ich sie fragen, was sie gerade machen.? Forscherin: Äh. Ich mache gerade Pause. Ich essen mein Butterbrot und spiele Minekraft. Günter: Ähm. Okay. Darf ich sie fragen, können sie zu Einhundertprozent und mit absoluter Sicherheit ausschließen, dass wir dieses Jahr ein unvorstellbar schreckliches Horror-Alien-Weihnachten bekommen? Ich denke, unserer Hörerinnen haben das Recht auf eine ehrliche Antwort. Forscherin: Zu Einhundertprozent und mit absoluter Sicherheit ausschließen? Also eigentlich kann niemand in der Wissenschaft irgendwas zu 100 Prozent und mit absoluter Sicherheit ausschließen, außer…. Günter: Du hast es selbst gehört Samantha. Ich denke es ist unsere journalistische Pflicht, den Menschen da draußen die ungeschminkte Wahrheit zu sagen: Die Wissenschaft ist sich einig – es wird unvorstellbar schreckliche Horror-Alien-Weihnachten geben. Samantha: Günter, darf ich dich fragen, nehmen die Wissenschaftlerinnen die ungeheure Bedrohung durch den Kometen auch wirklich ernst genug? Ich hatte bei der Antwort den Eindruck, da wird einfach Dienst nach Vorschrift gemacht. Ist das so? Günter: Ja, es ist mir unerklärlich, Samatha, aber den Eindruck habe ich leider auch. Anscheinend sind wir Journalistinnen gerade die einzigen hier, die den unvorstellbaren Ernst der Lage durchschauen. Samantha: Was genau passiert jetzt gerade? Hat die Presse Zugriff auf die aktuellen Bilder der Teleskope? Günter: Ja, Samatha. Mir wurde gesagt, die Bilder vom Mars kommen hier mit einer Verzögerung von rund 4 Minuten an. Es scheint so zu sein, dass der Komet kurzfristig abgebremst hat und an einem Punkt in der Nähe des Mars zum Halten gekommen ist, den die Wissenschaftlerinnen Lagrange-Punkt L1 nennen. Ich habe unsere Krähenpost-Expertin Professor Dr. Gertrud Walross gefragt, was ein Lagrange-Punkt ist. Hier ihre Antwort: Walross: Uh ! Uh1 Uh! Uh! Uh! … (Overlay Übersetzung): Ja, herzlichen Dank für die Frage. Die Langrange Punkte sind nach einem berühmten italienischen Mathematiker benannt. Jeder Planet, der um einen Stern kreist, hat genau 5 Langrange Punkte. Das sind Punkte im Weltall, auf denen ein Gleichgewicht zwischen den Graviationskräften des Planten und des Sterns herrscht. Der Lagrange-Punkt L1 liegt in diesem Fall zwischen dem Mars und der Sonne und der Komet bleibt, wenn er erst einmal an diesem Punkt ist, immer zwischen der Sonne und dem Mars. Samantha: Günter, ich sehe von hier aus auf dem Bildschirm, dass auf dem Kometen große sonnenschirmartige Strukturen in Richtung Sonne zeigen. Kannst du dazu etwas sagen? Günter: Ja Samantha, das hat die Wissenschaftlerinnen auch gewundert. Sie sehen in der maximalen Vergrößerung mit dem Teleskop tatsächlich wie Pilze aus. Apropos, Samantha, kennst Du den schon? Sitzen zwei Pilze auf der Lichtung und hobeln Joghurt. Sagt der eine: Wenn du weiter so langsam machst, dann ist es dunkel, bevor der Witz vorbei ist. Samantha: Super Günther, der ist wirklich sehr lustig. Aber sag mal, hat das, was da oben gerade passiert, auch Auswirkungen auf den Mars? Günter: Ja, genau das habe ich Professor Walross auch gefragt und das hat sie mir dazu erzählen können: Walross: Uh ! Uh1 Uh! Uh! Uh! … (Overlay Übersetzung): Wir sind uns nicht sicher. Aber da der Komet relativ groß ist und diese großen pilzartigen Strukturen auf ihm existieren, kann es sein, dass dadurch dauerhaft ein großer Teil der Partikel gestoppt wird, die von der Sonnenaktivität zum Mars geschleudert werden. Das könnte für zukünftige Marsmissionen von Menschen auf der Erde sogar ganz hilfreich sein, weil sie dann auf dem Mars viel weniger Teilchenstrahlung von der Sonne ausgesetzt wären. Die Kolleginnen konnten erst allererste Messungen durchführen, aber irgendetwas auf diesem Kometen erzeugt ein kleines Magnetfeld, das diesen Effekt sogar noch verstärkt. Wir konnten es noch nicht genau identifizieren. Bisher sehen wir nur, dass es rot ist und auf der Rückseite steht in großen Buchstaben geschrieben: „Eat My Dust, Admiral Klumpatsch Mittelfinger-Emoji. Günter: Samantha, gerade höre ich, dass etwas Interessantes geschieht: Das rote Ding ist urplötzlich in einer Art buntem Quantenwirbel verschwunden. Samantha: Günter, das musst du unseren Höreinnen genauer erklären. Was ist ein Quantenwirbel. Günter: Laut den Wissenschaftlerinnen hier ist sowas bisher nur in der Populärkultur bekannt. In manchen Sciece-Fiction-Geschichten wird so etwas von wissenschaftlich ahnungslosen Autorinnen verwendet, um Zeitreisen zu erklären. Samantha: Günter, ich muss gestehen, das kommt mir alles sehr seltsam vor. Ich danke dir für die Live-Eindrücke. Und den Zuhörenden verspreche ich, dass wir uns natürlich sofort wieder melden, sollte uns der Komet doch noch unvorstellbar schreckliche Horror-Alien-Weihnachten bescheren, wie es einige Wissenschaftlerinnen gegenüber diesem Sender wiederholt gesagt haben. Günter: Warte kurz, ich höre gerade, dass es auf dem Mars eine neue Entwicklung gibt. Die Mars-Orbiter der Europäischen und Chinesischen Raumfahrtagentur sowie der Orbiter der Vereinigten Arabischen Emirate melden, dass gerade ein rotes Objekt auf dem Mars gelandet ist. Das passt zu einer ähnlichen Sichtung, die erst kürzlich vom Mars gemeldet wurde und bei der alle dachten, die betreffende Wissenschaftlerin war einfach nur zu abgelenkt vom Minecraft spielen. Samantha, kannst du diese neue Entwicklung bestätigen? Samantha: Ja, Günter. Wir bekommen hier tatsächlich gerade Live-Material von den Chinesischen Kolleg*innen eingespielt. Es ist wirklich unglaublich! Aus dem roten Dinge steigt jemand aus! Günter, wir werden gerade Zeuge der ersten Landung von Aliens in unserem Sonnensystem! Der eine hat entfernte Ähnlichkeit mit einem Schaf in einem Raumanzug oder so etwas und das andere ist eine Art Katze oder so. Die sieht aber schlecht gelaunt aus! Sie tragen etwas, das wie Säcke oder Tüten aussieht. Günter, du magst mich für verrückt halten, aber es sieht so aus, als würden sie ihre Gartenabfälle aus den Säcken einfach aus dem Mars ausschütten! Was sind das denn für Ferkel! Drei große Haufen haben sie gemacht. Und was ziehen sie jetzt noch für eine Folie darüber? Und da sind auch noch kleine Wesen bei Ihnen. So kleine Pilz-artige und ein rotes Männchen, das die ganze Zeit um die anderen rumläuft und Ihnen Befehle gibt. Günter, das ist eine regelrechte Invasion! Jetzt scheinen die Pilzartigen dem roten Männchen irgendetwas zu erzählen und, Günter, ich weiß nicht genau, was jetzt passiert ist, aber der Rote ist plötzlich auf dem Boden zusammengebrochen und scheint eine Art Krampfanfall zu haben. Oh mein Gott, haben die Pilze eine Art Telepathietodesstrahl-Geheimwaffe? Günter, können wir wirklich zu Einhundertprozent absolut sicher ausschließen, dass wir’s nicht mit megagebührlichen Horror-Aliens zu tun haben?

Zeitmaschinengeräusch

Thomas: Mäh, haben wir irgendwo Oropax? Diese Pilz-Witze sind wirklich der absolute Horror! Beffaná, du hättest ruhig mal tragen helfen können, mäh. Von wegen drei kleine Ameisenhaufen! Das waren riesige Säcke! Und das Zelt für die Ameisen war auch richtig Arbeit! Beffaná: Ach komm, du hattest doch Schrödinger um Helfen. Ich wollte mich noch ein bisschen mit Harold unterhalten, bevor wir ihn zurück zu Aische und den anderen Pilzen bringen. Thomas: Und du meinst, die Pilze kriegen das mit dem Terraforming hier hin? Beffaná: Ach, bestimmt. Lars und die Pilze verstehen sich ja prächtig, so wie Lars über ihre Witze lacht. Oh, Harold, Potzblitz, lass doch die Schleusentür nicht offen stehen. Sonst kommen wieder die Pilze rein…! Pilz: Ach, hier steckt ihr alle: Kennt ihr den schon: Ein Priester, ein Rabbi und ein Fliegenpilz sitzen in einer Bar. Sagt der Rabbi: Ey, kannst du fliegen, Pilz…