Beffaná 2021

Folge 24: Lost & Found

Was bisher geschah bei Alien-Beffaná:

Die kluge und attraktive Teilzeithexe Beffaná studiert vergleichende Kulturwissenschaften. Beffanas Bachelorarbeit über eine Therapie für das Godzilla-Monster motiviert Fleur, den psychisch labilen Schrecken der Hochschulbibliothek, Beffaná zu besuchen. Fleur trifft gleichzeitig mit dem jungen Pastor Thomas ein, der sich unsterblich in Beffaná verliebt und sich im Wohnungsflur unter mysteriösen Umständen in ein Schaf verwandelt. Als wäre Beffaná nicht schon gefordert genug, taucht schließlich noch Schrödinger auf, eine Zeitreisekatze, die von Beffanás älterem Ich geschickt wurde, um Jung-Beffaná zu motivieren, armen Monstern im Weltall eine gute Zeit zu bereiten. Zusammen mit Schrödinger und seiner Zeitmaschine, Fleur und Thomas macht sich die verwirrte Hexe sich auf ins Weltall. Das erste Projekt läuft eher so mittel. Auf dem Mond spielt Tatzelwurm Denise verrückt und will alles und jeden auffressen. Zusammen mit Denise’s Ex-Freund Harold flieht die Besatzung der Zeitmaschine in letzter Minute. Dabei wird ihre Kapsel beschädigt und Denise wird in die Steinzeit katapultiert. Antriebslos in der Leere des Raums gestrandet, trifft unsere attraktive Clique unkonventioneller Querdenker auf eine uralte Kampfdrohne mit einer eigenen Persönlichkeit. Schrödinger zerstört die Drohne in einem Akt beispielloser Barbarei, um Ersatzteile für die Zeitmaschine zu bekommen. Beffaná wird von ihrem Gewissen geplagt und beschließt, mit der reparieren Zeitmaschine in der Zeit zurückzureisen. Sie überzeugt Vergangenheits-Beffaná, die Drohne nicht zu zerstören und lässt die Vergangenheits-Crew zusammen mit ihrem einige Stunden jüngeren Ich antriebslos in der kaputten Zeitmaschine zurück. Auf der Suche mach neuen Weltallmonstern treffen Beffaná und ihre Freunde auf die Sterne eines Dreifachsternsystems, die gefrustet sind, dass es in ihrem System kein Leben gibt. Schrödinger reist heimlich in der Zeit zurück und sorgt dafür, dass auf dem Planeten Sentus mitten im Dreifachsternsystem Leben entsteht. Nur mithilfe von Thomas, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, wer Schrödinger ist, gelangt die Katze zurück zu Beffaná und ihrer Crew. Bei diesem Treffen mit Schrödinger bekommt Thomas eine Portion Liebestrank ab, verliebt sich in die zufällig anwesende Studentin Beffaná und verwandelt sich kurz darauf in ein Schaf. Leider hinterlässt Schrödinger während seiner Reise in die Vergangenheit auch eigene DNA auf de Planeten Sentus und so entsteht dort in einer Pfütze eine Superrasse omnipotenter Titanen unter der Führung der paranoiden und komplexbeladenen Proxima. Proxima schickt ihre Geschwister auf lebensgefährliche Zeitreisemissionen zum Schutz ihrer Sippe, bis schließlich nur noch Proxima selbst und eine abtrünnige Schwester übrig bleiben. Also erwählt Proxima Admiral Klumpatsch, das fieseste Exemplar der zweiten Spezies auf Sentus, die Nachfolge ihrer Geschwister anzutreten. Proxima erfährt, dass Schrödinger ihr Urahn ist und ihre eigene Zukunft eng an ein Überleben Schrödingers und seiner Hexen-BFF Beffaná gebunden ist. Als die Vergangenheit der Erde und die Existenz von Schrödinger und Beffaná durch Eisenmangel im Erdkern in Gefahr gerät, sorgt Proxima dafür, dass ein riesiges Superwesen mit der Erde kollidiert und somit wieder genug Eisen auf der Erde existiert. Durch diese Kollision entsteht auch der Mond, auf dem sich (s. o.) Harold und Denise kennenlernen werden. Außerdem beauftragt Proxima ihren Admiral mit der Verfolgung der Zeitmaschine. Er glaubt, es ginge um die Eroberung der Erde, aber eigentlich will Proxima die Crew der Zeitmaschine von Sentus fernhalten, damit Schrödinger nichts von ihrer Existenz erfährt und auf typisch schrödingerische Art mit der Zeitline ihres Heimatplaneten herumpfuscht. Durch Klumpatschs Jagd nach der Zeitmaschine wird jedoch eine Kaskade von Ereignissen in Gang gesetzt, die letztlich zur Entdeckung der Verbindung zwischen Schrödinger und Proxima durch die Hexe führt. Sie erkennt, dass Schrödinger und die Titanen-Sippe dringend eine gründliche Familientherapie brauchen und beauftragt die autodidaktische Therapeutin Fleur. In der Zwischenzeit wähnt sich Klumpatsch bei der Verfolgung von Beffaná erfolgreich. Er entdeckt die antriebslose Zeitmaschine in der Leere des Vakuums und zerstört sie. Als er zu Proxima zurückkehrt um Vollzug zu melden, findet er die Gebieterin zusammen mit ihrer abtrünnigen Schwester einträchtig mit Beffaná und der intakten Zeitmaschine im Orbit von Sentus.

Und jetzt die Fortsetzung:

Thomas gießt gerade Tee in die große Kanne, als es unten klingelt. „Perfekt, auf die Minute“, sagt er. Er stellt die Kanne auf das Stövchen und zündet das Teelicht an.

„Ist für mich!“, ruft er, damit seine Mitbewohner nicht umsonst zur Tür laufen. Aber es ist eh niemand da. Für die Frischlinge ist das erste Semester bis kurz vor Weihnachten vollgepackt mit ´Veranstaltungen, Parties, Wasserpistolengefechten und anderen aufregenden Dingen, die Thomas mit seinen 50 Jahren nur noch milde lächeln lassen. Andererseits: Niemals würde er aus der WG mitten im Univiertel ausziehen, um sich eine eigene Wohnung zu suchen. Solange die Studis ihn nicht irgendwann rausschmeißen, will er immer hier wohnen bleiben und es einfach nur genießen, mitten drin im Uni-Leben zu sein. „Knurps!“ sagt er freudestrahlend, als der kleine, stämmige Mann mit dem Backenbart und den funkelnden Augen vor ihm steht. „Komm herein!“ Knurps sieht gut aus. Endlich hat er es geschafft, vorbeizukommen. Er ist immer äußerst beschäftigt. „Und, woran arbeitest du gerade?“, fragt Thomas, als sie in der Gemeinschaftsküche sitzen und Tee trinken. „Mein Kumpel Ritchie nervt wegen so einer verrückten Idee“, sagt Knurps. „Es ist noch nichts spruchreif, aber könnte passieren, dass wir die Paläontologie revolutionieren. Also: er. Ich halte mich schön im Hintergrund.“ Thomas überlegt eine Zeit lang, dann schüttelt er den Kopf. „Was hast du da mitgebracht?“, fragt er. „Etwa ein Geschenk für mich?“ „Ach, nur `ne Kleinigkeit“. Knurps winkt ab. „Außerdem weißt du eh, was es ist.“ „Ich ahne es!“, sagt Thomas. „Die längliche Form gibt einen guten Hinweis. Lass uns rauf auf’s Dach! Bis wir aufgebaut haben st es dunkel genug.“

Oben weht ein kalte Wind. Nordwind, denkt Thomas. Er hebt die Hand wie zum Gruß und begutachtet das Teleskop, das Knurps inzwischen aufgebaut hat. „Es sieht toll aus“, sagt er. „Echte Handarbeit“, sagt Knurps. „Du hast so oft gesagt, dass du eins möchtest, da dachte, ein paar Linsen und Spiegel zusammenbasteln kann ja so schwer nicht sein. Schau mal durch“´.“ Thomas hat erst einmal Schwierigkeiten, überhaupt etwas zu erkennen. Die Lichter der Stadt lassen den Himmel immer noch leicht bläulich schimmern. Aber der eine oder andere Stern ist dann doch zu sehen. „Schade, dass der Mond noch nicht aufgegangen ist“, sagt Thomas. Der Gedanke an den Mond weckt viele alte Erinnerungen in ihm. Aber das ist nichts für Knurps. Noch nicht. „Es ist vor allem so robust“, sagt er stattdessen. „Die Dinge, die man im Geschäft kaufen kann, wie wirken immer so, als reicht ein kleiner Schupser, um sie umzuwerfen.“ „Das ist eins meiner Grundprinzipien, Thomas. Immer grundsolide. Man muss die Sachen so bauen, dass sie auch für einen Yeti funktionieren. Am besten hat alles Netz und doppelten Boden!“ Knurps haut kräftig von der Seite gegen das Teleskop. Es schwankt etwas, aber es fällt nicht um. „Siehst du“, sagt er. „Man darf sie nie so bauen, dass sie nur bei Windstille und schönem Wetter funktionieren. Die Messlatte muss immer der stärkste Sturm sein.“ „Solidität“, murmelt Thomas. „Solidität und Redundanz. Mit Netz und doppeltem Boden.“ „Ganz genau, Pastor. So mach ich es immer.“

Als die siebte Raumflotte in der Casimir-Ausdehnung ankommt und auf den Anzeigen der Zeitmaschine erscheint, bemerkt das zunächst niemand. Trotz luftdichter Schleusen beginnt es auch hier drinnen langsam aber sicher nach Pups zu riechen. Natürlich beschwert sich niemand , immerhin sind Harolds Darmwinde zusammen mit dem Gas aus Beffanás Haarspray ihr einziger Antrieb. Es war eine unwirkliche Begegnung mit der anderen Zeitmaschine. Der aus der Zukunft. Als sie sich in den Luftschleusen gegenüberstanden, Beffaná gegenüber Beffaná, Schrödinger dem anderen Schrödinger gegenüber und auch die anderen mit ihren Alter Egos aus der Zukunft konfrontiert, da herrschte eine betretene Atmosphäre. Es fühlte sich falsch an und es war auch falsch und wie zur Bestätigung, dass etwas nicht in Ordnung war, knarzten und ächzten die beiden Zeitmaschinen wie ein altes U-Boot bei 1000 Metern Tiefe. Das, was die Zukunfstbeffaná zu sagen hatte, wirkte kalt, fast gefühllos. „Ihr werdet das Metallding nicht zerstören“, sagt sie. „Es könnte intelligent sein.“ „Aber das hatten wir nicht vor“, sagte die andere Beffaná. „Du nicht, aber er!“ Die beiden Schrödinger starrten möglichst unschuldig in die Leere. „Schrödinger hofft darauf, exotische Higgs-Teilchen in dem Ding ernten zu können“, sagte die Beffaná aus der Zukunft. „Aber es ist falsch Leute. Man kann nicht einfach fremdes Leben oder was auch immer es ist, zerstören, nur weil’s gerade praktisch ist.“ „Aber ihr habt’s gemacht“, sagte Schrödinger. „Ihr habt alles wünsch repariert und kommt jetzt zu uns, um uns genau das Gleiche zu verbieten?“ „Ja, weil falsch war!“ sagte Beffaná. Die andere Beffaná nickte. „Sie hat recht. Ich hab recht!“ „Da seit ihr ja fein raus!“ sagte Schrödinger. „Ups, jetzt ist es schon passiert. Sorry. Bitte nicht nachmachen, ist super falsch. Schönes Leben noch, wir sind dann mal weg.“ „Können wir nicht alle zusammen in der heilen Zeitmaschine wegfliegen?“ fragte Thomas. Beffaná wusste nicht, welcher Thomas es war, der gefragt hatte. „Selbst wenn wir alle in das kleine Ding hineinpassen würden“, sagte Schrödinger, „Diese Begegnung ist ein Paradox. Hört Ihr, wie die Zeitmaschinen stöhnen, um die Spannungen de Raumzeit auszuhalten? Wenn wir Euch in der reparierten Zeitmaschine mitnehmen, dann fliegt das Ding beim nächsten Sprung auseinander. Wir müssen dringend für mehr Abstand sorgen. Keine Alternative.“ „Ich sehe trotzdem nichts ein, dass ihr fein raus seid, und wir hier in der Casimir-Ausdehnung gestrandet sind“. sagte der andere Schrödinger. „Wir sollten losen. Eine Version von uns bleibt in der kaputten Zeitmaschine, die andere fliegt weiter.“ „Ich brauche nicht losen“, sagte Beffaná. „Ich weiß wohin ich gehöre. Ihre Doppelgängerin bestätigte: „Ich auch.“ „Mäh, dann wäre es vielleicht ds Beste, wenn jedes unter sich ausmacht, ob gelost wird oder nicht“, sagte Thomas. „Hauptsache, am Ende sind genau gleich viele von uns in jeder Zeitmaschine.“ Und so wurde es gemacht.

Das ist die Situation, als die siebte Raumflotte von Admiral Klumpatsch eintrifft. Die reparierte Zeitmaschine ist weg. Es stinkt nach Harolds Fürzen, überall läuft geschmolzenes Ben&Jerrys-Eis die Oberflächen herunter und erst ziemlich spät deutet Thomas auf die blinkende Konsole. „Was ist das, mäh?“ „Der Annäherungsalarm!“ sagt Schrödinger. „Und der Waffenalarm. Die zielen auf uns!“ „Ruf sie per Funk!“ ruft Beffaná. Aber Schrödinger fuchtelt mit den Armen. „Alle Frequenzen sind blockiert. Die wollen nicht reden! Die wollen schießen!“ „Dann tu irgendetwas!“ „Was, Beffaná? Was genau soll ich tun mit einem kaputten Antrieb und ohne Waffen? Ich kann noch nicht mal eine weiße Fahne aus dem Fenster halten. Es gibt kEINE EINZIGE ALTERNATIVE!“ „Akzeptieren statt schwadronieren“, sagt Fleur und schließt ihre Augen.

Das kann man jetzt glauben oder auch nicht, aber Zeitmaschinen, zumindest die, die Knurps gebaut hat, mögen es nicht, wenn Situationen ausweglos sind. Wir hatten das Thema in diesem Podcast schon. Und darum öffnet sich in dem Augenblick, als Admiral Klumpatschs Erster Offizier Koslowsky den Knopf zum Feuern drückt, eine Steuerkonsole mit einem beeindruckend rot blinkenden Knopf. Dieses Mal sitzt Thomas nicht drauf. „Mäh der Knopf blinkt!“ „Das hilft nicht, der Knopf hat uns ja direkt hierher in die Leere gebracht!“ „Es ist nicht der Notknopf. Es ist ein anderer Knopf!“ „Ein anderer Knopf?“ „Ja. Auf dem hier steht Not-Not-Knopf!“

Mit Netz und doppeltem Boden. Not-Notknöpfe in Zeitmaschinen, zumindest in denen´, die Knurps baut, funktionieren alle nach einem ähnlichen Prinzip. Sie erscheinen immer dann, wenn der Notknopf bereits aktiviert worden ist und die Reserveenergie für die Verteidigung und den Sprung „So schnell und so weit weg›, wie du nur kannst“ bereits verbracht hat. Erst dann kommt im Fall einer unmittelbaren Bedrohung der Notnotknopf ins Spiel. Sein Befehl lautet: HAU AB! „Soll ich ihn drücken?“ fragt Thomas, aber da hat Schrödinger schon längst die Pranke auf das Ding gehauen, just in dem Augenblick, als alle Laser und Raketen der siebten Raumflotte auf die Zeitmaschine treffen.

Als Knurps gegangen ist, bleibt Thomas noch eine ganze Weile auf dem Dach sitzen. Er hat sich eng in seinen Wintermantel gehüllt und blickt über die Stadt. Sie wären damals, nach Aktivierung des Not-Not-Kmopfes fast in den Jupiter hineingeknallt und von hier aus war es für Schrödinger kein Problem gewesen, sich eine Mitfluggelegenheit zu organisieren. Naja. Ein paar kleine Probleme hatte es dann doch gegeben, aber überraschenderweise gab es da draußen ein paar hilfsbereite Aliens, die ihnen Unterstützung anboten. Einen Teil des Weges war Thomas auf dem Spacemofa eines jungen Eispferdes mitgefahren, der auf dem Weg zum irgendeinem kosmischen Gerümpelhaufen In der Nähe der Erde war. Im Prinzip war es ein Glück, dass die Gruppe den letzten Rest des Weges zu Erde getrennt voneinander unterwegs war. Denn durch die Trennung von der Gruppe merkte Thomas, dass seine Verliebtheit in Beffaná ganz allmählich nachließ. Und das war tatsächlich auch die Lösung. Nachdem sie Thomas für ein paar Tage auf de Weide eines altern Bauern zwischengeparkte hatte, war Beffaná sehr überrascht, dass Thomas sie bei ihrem nächsten Treffen wüst beschimpfen konnte, auf ws für eine wahnsinnige Reise sie ihn da mitgeschleppt hatte. Zwar war Thomas noch weitern 5 Minuten Zusammensein mit Beffaná wieder hoffnungslos in sie verliebt, aber sie waren auf dem richtigen Weg. Nachdem sie einen Monat lang getrennt gewesen waren, merkte Thomas, das Pastorenschaf, dass es auf zwei Beinen laufen konnte. Und nach weiteren zwei Monaten traute er sich das erste Mal wieder als Mensch unter die Leute. Leider wurde die Sache sofort wieder rapide schlechter, wenn Beffaná vorbei kam. Die Lösung gefiel ihnen beiden nicht, aber die junge Hexe hatte auch nach Monaten Recherche in ihren Büchern keine Alternative gefunden. Schreiben ging. Und das machen sie bis heute. Keine Briefe, zu gefährlich. Aber eine Karte zum Geburtstag und eine zu Weihnachten ist absolut möglich, ohne das Thomas wieder Appetit auf Blumen bekommt. Und Beffaná schickt alte Freunde vorbei, die inzwischen auch seine Freunde sind. Sie erzählen ihm von Zeit zu Zeit, wie es der inzwischen gar nicht mehr so jungen Hexe geht. Weihnachten hat sie jedes Jahr offensichtlich gut zu tun. Und man hört und liest so Einiges. Manchmal koimmt eine Krähe vorbei und berichtet ausführlich. Knurps hat erzählt, dass sie gerade in Japan war und nach Spuren von Godzilla gesucht hat. Aber zu Weihnachten ist sie wieder zuhause. Tomas fragt sich, was die andere Beffaná wohl gerade treibt. Sein Weltraumabenteuer war schnell wieder vorbei. Aber sie und die anderen, die sind noch unterwegs, da ist sich Thomas ziemlich sicher. Ob das Schaf Thomas wohl immer noch ein Schaf ist? Wahrscheinlich haben sie das mit der Trennung längst selbst herausgefunden. Thomas erinnert sich, dass er damals auf dem Gipfel im Beteigeuze-System, als er sich mit dem sterbenden roten Riesen unterhalten hat, langsam nicht mehr so große Sehnsucht nach der Hexe empfunden hatte. Irgendeine Lösung werden sie gefunden haben, denkt er. Beffaná findet immer eine Lösung. Und vor allem werden sie zusammen viele unbeschreibliche ´Wunder sehen dürfen. Unendlich viele Wunder. „Es gibt ein paar mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als sich die Menschen vorstellen können“, hatte ihm eine bekannte Katze einmal gesagt. Thomas steht von seinem Stuhl auf und geht zu seinem neuen Teleskop. Es fällt ihm immer noch schwer es richtig einzustellen. Wie weit man damit wohl schauen kann? Vielleicht reicht es ja sogar, hin und wieder den Himmel abzusuchen, wenn der Winterwind so stark vom Norden her weht, dass man meint, ein „Hui, Potzblitz!“ zu hören. Einen Blick kann man ja mal riskieren.