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    <title>Schreibwa(h)ren</title>
    <link>https://write.as/radiojens/</link>
    <description>Politische, utopische, persönliche Schriften</description>
    <pubDate>Tue, 25 Aug 2026 14:01:23 +0000</pubDate>
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      <title>Zurück zu Wordpress</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Zurück zu Wordpress&#xA;&#xA;Ich habe ein paar Tage mit mir gerungen, doch jetzt habe ich mich entschieden: Ich werde zu Wordpress zurückkehren.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Dabei gefällt mir write.as wirklich sehr gut. Es ist aufgeräumt, klein, nett und friedlich, und es ist nahe am Fediverse. Doch es hat keine Suchfunktion, und eine echte Navigation ist auch nicht drin, die Beiträge stehen einfach untereinander. Schade, dass Wordpress kein Markdown mehr unterstützt, wenn man nicht mit dem neuen Editor arbeitet, was für uns blinde Benutzer ein Greuel ist. Die Links via Markdown in meinen Beiträgen zu setzen, habe ich schätzen gelernt.&#xA;&#xA;Wordpress ist anfälliger für Angriffe von außen, auch weil es von mir selbst gehostet wird. Ich werde mich wieder mehr um die Sicherheit kümmern müssen.&#xA;&#xA;Die Alternative wäre, sich zu fragen, ob sich Bloggen überhaupt noch lohnt. Ich habe meine Kommentarfunktion praktisch abgeschaltet, nur Nutzerinnen und Nutzer, denen ich es ermögliche, sich auf der Seite zu registrieren, dürfen auch kommentieren. Das ist für die meisten Leute heute schon zu viel Aufwand. Mit dem write.as-Blog wäre ich zumindest potenziell Teil einer Community von anderen write.as-Nutzerinnen und -Nutzern gewesen.&#xA;&#xA;Trotzdem: Das write.as-Blog eignet sich für kleine Projekte, für Leute, die ihre Gedanken als Buch herausgeben wollen, was ich vielleicht auch mal will, die aber keinen Wert auf die Durchsuchbarkeit und gute Navigierbarkeit legen. - Andererseits: Ich finde es toll, dass man das write.as-Blog als Ebook herunterladen kann.&#xA;&#xA;Vielleicht behalte ich es im Hintergrund und stelle meine Artikel in beide ein? Zumindest vorübergehend wäre das doch eine gute Idee.&#xA;&#xA;Im großen und ganzen werde ich aber in den nächsten Tagen zu Wordpress zurückkehren.&#xA;&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2 id="zurück-zu-wordpress">Zurück zu Wordpress</h2>

<p>Ich habe ein paar Tage mit mir gerungen, doch jetzt habe ich mich entschieden: Ich werde zu Wordpress zurückkehren.</p>



<p>Dabei gefällt mir write.as wirklich sehr gut. Es ist aufgeräumt, klein, nett und friedlich, und es ist nahe am Fediverse. Doch es hat keine Suchfunktion, und eine echte Navigation ist auch nicht drin, die Beiträge stehen einfach untereinander. Schade, dass Wordpress kein Markdown mehr unterstützt, wenn man nicht mit dem neuen Editor arbeitet, was für uns blinde Benutzer ein Greuel ist. Die Links via Markdown in meinen Beiträgen zu setzen, habe ich schätzen gelernt.</p>

<p>Wordpress ist anfälliger für Angriffe von außen, auch weil es von mir selbst gehostet wird. Ich werde mich wieder mehr um die Sicherheit kümmern müssen.</p>

<p>Die Alternative wäre, sich zu fragen, ob sich Bloggen überhaupt noch lohnt. Ich habe meine Kommentarfunktion praktisch abgeschaltet, nur Nutzerinnen und Nutzer, denen ich es ermögliche, sich auf der Seite zu registrieren, dürfen auch kommentieren. Das ist für die meisten Leute heute schon zu viel Aufwand. Mit dem write.as-Blog wäre ich zumindest potenziell Teil einer Community von anderen write.as-Nutzerinnen und -Nutzern gewesen.</p>

<p>Trotzdem: Das write.as-Blog eignet sich für kleine Projekte, für Leute, die ihre Gedanken als Buch herausgeben wollen, was ich vielleicht auch mal will, die aber keinen Wert auf die Durchsuchbarkeit und gute Navigierbarkeit legen. – Andererseits: Ich finde es toll, dass man das write.as-Blog als Ebook herunterladen kann.</p>

<p>Vielleicht behalte ich es im Hintergrund und stelle meine Artikel in beide ein? Zumindest vorübergehend wäre das doch eine gute Idee.</p>

<p>Im großen und ganzen werde ich aber in den nächsten Tagen zu Wordpress zurückkehren.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://write.as/radiojens/zuruck-zu-wordpress</guid>
      <pubDate>Mon, 21 Aug 2023 13:16:01 +0000</pubDate>
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      <title>Verzicht auf Nachrichten? Ein interessanter Vorschlag</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Verzicht auf Nachrichten? Ein interessanter Vorschlag&#xA;&#xA;Als ich mich in den letzten Tagen mit meinem alten Blog befasste, ist mir aufgefallen, dass ich früher oft über kleine Dinge schrieb, die ich hörte und erlebte. Das konnten Ereignisse aus meinem Leben sein, aber auch News, die für den Moment bedeutsam waren. Damals habe ich mir zu vielen Dingen meine Gedanken gemacht, aber seit ungefähr 10 Jahren lähmte mich die weltpolitische Großwetterlage immer mehr, und ich hatte keinen Platz mehr für die kleinen Dinge des Lebens. Das merkte man auch im Blog. Heute morgen hörte ich in HR1 eines dieser Kurzinterviews, diesmal mit dem schweizer Schriftsteller Rolf Dobelli, der in seinem Buch &#34;Die Kunst des digitalen Lebens&#34; für einen kompletten Nachrichtenverzicht eintritt. Eine radikale These, die ich aber gut verstehen kann.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Früher war ich ein #Nachrichten-Junkie, doch seit einigen Jahren weiß ich, dass mir zu viel News-Konsum nicht gut tut. Ich habe meine täglichen Nachrichten so weit reduziert, dass ich während meines jährlichen Urlaubs gar keine Nachrichten höre, und im Rest der Zeit nur, was ich so aufschnappe, oder was mir auf #Mastodon mitgegeben wird. Ich dachte auch immer, ich würde etwas verpassen, wenn ich nicht täglich mindestens einmal die Radionachrichten hörte, doch das ist ein Irrtum. Trotzdem fand ich es schwierig, als Rolf Dobelli heute morgen sagte, man könne vollständig auf den täglichen Nachrichtenstrom verzichten, damit würde uns ohnehin nur Lebenszeit gestohlen. Was wirklich wichtig sei, so Dobelli, würden wir schon erfahren. Wenn es uns selbst betreffe, würden wir informiert werden, und ansonsten wären Hintergrundlektüre und vertiefende Information über Dinge, die einen wirklich interessieren, viel besser für unser Wohlbefinden. Die Welt und ihre Nachrichten rauben uns den Verstand, sagt der Autor. Er hat schon öfter so Ratgeberbücher geschrieben: &#34;Die Kunst des guten Lebens&#34; zum Beispiel. Normalerweise würde ich solche Bücher nicht einmal mit der Kneifzange anfassen, es schüttelt mich schon beim Titel, ich kann mit Ratgeberliteratur nichts anfangen. Der Punkt ist hier jedoch, dass Dobelli eine zugegeben heftige These mit wissenschaftlichen Fakten untermauert, und dass er von seinen eigenen Erfahrungen berichtet. Er selbst lebt seit rund 15 Jahren ohne Nachrichtenhäppchen. Ich glaube, ich werde mir dieses kleine Buch mal durchlesen. Vielleicht lerne ich dabei, wie man auch mal die große, lähmende Welt abschüttelt und wieder Platz hat für die kleinen, vielleicht auch mal schönen Dinge im Leben, die Kraft geben, anstatt sie zu nehmen.&#xA;&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2 id="verzicht-auf-nachrichten-ein-interessanter-vorschlag">Verzicht auf Nachrichten? Ein interessanter Vorschlag</h2>

<p>Als ich mich in den letzten Tagen mit meinem alten Blog befasste, ist mir aufgefallen, dass ich früher oft über kleine Dinge schrieb, die ich hörte und erlebte. Das konnten Ereignisse aus meinem Leben sein, aber auch News, die für den Moment bedeutsam waren. Damals habe ich mir zu vielen Dingen meine Gedanken gemacht, aber seit ungefähr 10 Jahren lähmte mich die weltpolitische Großwetterlage immer mehr, und ich hatte keinen Platz mehr für die kleinen Dinge des Lebens. Das merkte man auch im Blog. Heute morgen hörte ich in HR1 eines dieser Kurzinterviews, diesmal mit dem schweizer Schriftsteller Rolf Dobelli, der in seinem Buch “Die Kunst des digitalen Lebens” für einen kompletten Nachrichtenverzicht eintritt. Eine radikale These, die ich aber gut verstehen kann.</p>



<p>Früher war ich ein <a href="https://write.as/radiojens/tag:Nachrichten" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Nachrichten</span></a>-Junkie, doch seit einigen Jahren weiß ich, dass mir zu viel News-Konsum nicht gut tut. Ich habe meine täglichen Nachrichten so weit reduziert, dass ich während meines jährlichen Urlaubs gar keine Nachrichten höre, und im Rest der Zeit nur, was ich so aufschnappe, oder was mir auf <a href="https://write.as/radiojens/tag:Mastodon" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Mastodon</span></a> mitgegeben wird. Ich dachte auch immer, ich würde etwas verpassen, wenn ich nicht täglich mindestens einmal die Radionachrichten hörte, doch das ist ein Irrtum. Trotzdem fand ich es schwierig, als Rolf Dobelli heute morgen sagte, man könne vollständig auf den täglichen Nachrichtenstrom verzichten, damit würde uns ohnehin nur Lebenszeit gestohlen. Was wirklich wichtig sei, so Dobelli, würden wir schon erfahren. Wenn es uns selbst betreffe, würden wir informiert werden, und ansonsten wären Hintergrundlektüre und vertiefende Information über Dinge, die einen wirklich interessieren, viel besser für unser Wohlbefinden. Die Welt und ihre Nachrichten rauben uns den Verstand, sagt der Autor. Er hat schon öfter so Ratgeberbücher geschrieben: “Die Kunst des guten Lebens” zum Beispiel. Normalerweise würde ich solche Bücher nicht einmal mit der Kneifzange anfassen, es schüttelt mich schon beim Titel, ich kann mit Ratgeberliteratur nichts anfangen. Der Punkt ist hier jedoch, dass Dobelli eine zugegeben heftige These mit wissenschaftlichen Fakten untermauert, und dass er von seinen eigenen Erfahrungen berichtet. Er selbst lebt seit rund 15 Jahren ohne Nachrichtenhäppchen. Ich glaube, ich werde mir dieses kleine Buch mal durchlesen. Vielleicht lerne ich dabei, wie man auch mal die große, lähmende Welt abschüttelt und wieder Platz hat für die kleinen, vielleicht auch mal schönen Dinge im Leben, die Kraft geben, anstatt sie zu nehmen.</p>
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      <guid>https://write.as/radiojens/verzicht-auf-nachrichten</guid>
      <pubDate>Thu, 17 Aug 2023 08:31:38 +0000</pubDate>
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      <title>Die Rettung meines alten Blogs ist plötzlich möglich</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Die Rettung meines alten Blogs ist plötzlich möglich&#xA;&#xA;Vorgestern vor einem Monat musste ich mein altes Blog löschen und habe angefangen, auf diesem neuen Blog zu schreiben. 963 Texte und 1700 Kommentare aus 18 Jahren Arbeit schienen unrettbar verloren. Doch vor fünf Tagen stellte ich fest, dass das nicht stimmt, und jetzt stehe ich vor der Frage: Mache ich dieses Blog weiter oder kehre ich zu meinem alten mit Wordpress zurück, auch wenn sich die Adresse etwas ändern würde. Dies ist die Geschichte einer Rettungsaktion, mit der nicht nur ich mich bestimmt 40 Stunden beschäftigt habe. Und dass sie funktionieren würde, damit habe ich nicht gerechnet.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Als das Wa(h)renhaus von Viren verseucht wurde, blieb mir nur, radikal das gesamte Wordpress zu löschen, ohne lange darüber nachzudenken. Gott sei Dank löschte ich nicht auch gleich die Datenbank, sonst hätte ich heute nichts zu schreiben. Geistesgegenwärtig lud ich mir eine vollständige SQL-Datei der Datenbank auf meinen Rechner. Ich stellte mir vor, die Texte aus der Datei herauszusuchen und separat zu speichern, merkte aber schnell, dass das unmöglich war. Die Umlaute der Texte sahen furchtbar aus, die Überschrift der Texte stand nicht am Anfang, sondern am Ende, und es standen viele Sonderzeichen darin, die mir das Lesen sauer machten. Durch meine liebe Freundin @andijah@brotkru.me wurde ich auf das Internet Archive hingewiesen, bei dem meine Seite noch vorhanden sei. Ich schaute nach und stellte fest, dass sie recht hatte. Doch die Seite war nicht in einem Stück vorhanden. 93 mal war der Crawler des Archives über meine Seite gekrabbelt und hatte sich jeweils nur geholt, was neu war. Ich hätte mir alle Stücke nacheinander holen müssen, und ob ich sie dann hätte zusammenbauen können, weiß ich bis heute nicht. Ich sag es ja immer wieder: Auf Mastodon findet man sehr nette Leute. Diesmal war es @petros@literatur.social - Er bot sich an, den Download zu automatisieren und dafür ein Script zu schreiben, dann könnte er die Stücke meiner Seite zusammenfügen. Ich war wirklich sehr erfreut, denn der Verlust der Texte schmerzte mich doch sehr.&#xA;&#xA;Zeit verging.&#xA;&#xA;Am vergangenen Freitag, 11.08.2023, wollte ich die verseuchten Artikel und Einträge aus der Datenbank entfernen, als ersten Schritt zur Wiedergewinnung der Texte sozusagen. Dabei stellte ich etwas erstaunliches fest: Es waren nur 6 Einträge vorhanden, die unentzifferbaren Code enthielten, und sie waren eindeutig zu erkennen. Ich tat etwas, was ich sehr ungern tue: Ich loggte mich mit dem Tool #PHPMyAdmin in die #Datenbank ein, rief die Tabelle mit den Beiträgen auf und löschte die sechs betroffenen Einträge. Das ist eigentlich nicht besonders schwer, doch leider ist PHPMyAdmin für mich etwas verwirrend aufgebaut, und ich kenne längst nicht alle funktionen. Trotzdem gelang es mir. Da ich nicht wusste, ob ich das Datenbankpasswort noch hatte, das Login im PHPMyAdmin geht ohne, kopierte ich mir die jetzt saubere Datenbank auf meinen Rechner und versuchte, mit einem Offline-Tool Wordpress auf meinem Privatrechner ans Laufen zu bringen. Das misslang aus verschiedenen Gründen, vor allem, weil die Links in den Tabellen von Wordpress nicht funktionierten, und weil die Wordpress-Version, die ich verwendete, zu alt war. Also richtete ich auf meinem Webspace von Hand eine neue Datenbank ein und füllte sie mit dem gesäuberten Inhalt der alten. Dann lud ich das veraltete #Wordpress hoch und verband es mit der Datenbank. Nach einigem hin und her schaffte ich es, das Programm ans Laufen zu bringen, konnte mich einloggen und Wordpress sowie ein paar wenige Plugins, die ich dringend brauchte, auf den neuesten Stand bringen. Nichts ist so tödlich für ein Wordpress-System wie Nachlässigkeit beim #Update. Wenn man sich nicht um das System kümmert, kommen die Viren haufenweis. Um das Wordpress übrigens startklar zu machen, musste ich in der Datenbank verschiedene Einstellungen ändern, weil ich ja nicht mehr auf meiner alten Blogadresse war. Das war eine ziemliche Rödelei, bis es endlich ging.&#xA;&#xA;Das nächste Problem tauchte sofort auf: Die Umlaute wurden nicht korrekt dargestellt. Auf meinem alten Blog hatte das funktioniert, aber dort hatte ich ein Plugin verwendet, das alle Umlaute korrekt darstellte, egal mit welchem Zeichensatz sie ursprünglich geschrieben waren. Man muss dazu wissen, dass alte Wordpressversionen mit dem Zeichensatz Iso8859-1 arbeiteten, seit Jahren aber nur noch #UTF-8 benutzt wird. Jetzt stellte ich fest, dass die Einträge in der Datenbank nicht verändert worden waren, nur die Ausgabe hatte das Plugin korrigiert. Was sollte ich nun tun? Die Seite sah fürchterlich aus. Ich schaute mich etwas im Internet um und fand diesen Beitrag, in dem sogar gleich die SQL-Befehle mitgeliefert wurden. Da ich selbst keinerlei Programmier- oder Scriptsprachen beherrsche, seit die Batch-Datei aus der Mode gekommen ist, war ich sehr dankbar und probierte es aus. Und es hat funktioniert.&#xA;&#xA;Mein Ziel war ja, das #Blog so wieder aufzusetzen, dass ich es dann in eine statische #HTML-Seite verwandeln und nur noch als Archiv nutzen konnte. Also lud ich mir ein Plugin für Wordpress herunter, mit dem ich eine statische Seite erzeugte. Die hat den Vorteil, dass sie keinen aktiven Code enthält und von Viren und Schadsoftware nicht angegriffen werden kann. Ich wandelte die Seite testweise um und erhielt 266 404-Fehleraufrufe. 266 Seiten auf meiner Website konnten nicht angesteuert werden. Wie war das möglich?&#xA;&#xA;Ich war selbst schuld. Irgendwann im Jahr 2015, nachdem ich das Blog schon 10 Jahre betrieben hatte, wechselte ich die Seitenstruktur, um mein Ranking bei den Suchmaschinen zu verbessern, was übrigens überhaupt nichts half. Meine Struktur war bis dahin /Jahr/Monat/Tag/Post-ID/. Die Post-ID ist bei Wordpress einfach die laufende Nummer des Beitrages.&#xA;So gab es früher einen Beitrag, der in meinem Blog unter dem Pfad /2005/06/07/19/ zu finden war. 2015 änderte ich die Struktur zu /Jahr/Monat/Postname/, und von diesem Zeitpunkt an war der entsprechende Beitrag unter /2005/06/nach-dem-mord-an-theo-van-gogh/ zu finden. Wenn jemand von außen auf den alten Pfad verlinkt hatte, konnte man den Beitrag jetzt nicht mehr finden, die Adresse stimmte nicht mehr. In der Navigation innerhalb meines Blogs war das egal, Wordpress änderte die internen Links, die es selbst erzeugt hatte. Allerdings galt das nicht für Links, die ich selbst in einem anderen Beitrag geschrieben hatte. Wenn ich also später irgendwo in einem Posting auf den Beitrag verlinkt hatte, blieb der falsche Link bestehen. Gott sei Dank gab es sogenannte #Weiterleitungsplugins, die alle Anfragen auf die alten Adressen auf die neuen umleiteten. So etwas benutzte ich. Ich weiß heute nicht mehr, ob auch die von mir in anderen Beiträgen gesetzten Links von dem Plugin mit berücksichtigt wurden, das ist aber auch egal, denn das Plugin ist veraltet und kann von mir nicht mehr genutzt werden. Bei der schnellen Löschaktion vor einem Monat habe ich es ebenfalls gelöscht. Die Plugins von heute können zwar nach bestimmten Schemata weiterleiten, doch nicht allgemein von Post-ID auf Postname. Keines dieser Plugins schafft es, in der Datenbank die Post-ID abzurufen und dann alle notwendigen Weiterleitungen einzurichten. Den Samstag Abend und den Sonntag morgen über habe ich einige dieser Plugins getestet.&#xA;&#xA;Schließlich entschied ich mich für ein extrem einfaches, das sogar ich verstand. Es heißt Simple 301 redirects und war einfach zu bedienen. Ich musste nur für jede Weiterleitung in ein Feld den alten Pfad eintragen, und in ein zweites Feld den neuen Pfad. Doch wie sollte ich wissen, welche Post-ID zu welchem Postname gehörte? Mir half die Datenbank weiter. Mein Vorgehen zwischen Sonntagmittag und Dienstagmittag habe ich einem Freund gegenüber in einer Mail so beschrieben:&#xA;&#34;Wenn ich jetzt auf einen Link in der alten Struktur stoße, muss ich in meiner Offline-Kopie der Datenbank nach der Post-ID suchen, dann kommt der Text, von dem ich eine Portion Online in die Suchmaschine der Seite eingebe, die findet dann den Link mit der heutigen Struktur, und ich schreibe in ein Umleitungsplugin eine Tabelle mit altem und neuem Link. Das sieht dann beispielsweise so aus: &#xA;request,destination &#xA;/2005/09/18/96/,/2005/09/warum-die-f-d-p/&#34;&#xA;Für die 266 Weiterleitungen habe ich fast 2 Tage gebraucht, eben weil ich erst mühsam und über die Suchmaschine den neuen Pfad herausfinden musste. Und als ich fertig war, begriff ich, dass mir das überhaupt #nicht nützt, wenn ich die Seiten in HTML umgewandelt habe. Die Weiterleitungen funktionieren nur in Wordpress selbst.&#xA;&#xA;Zur Lösung dieses Problems habe ich drei Möglichkeiten: Entweder ich kopiere auf der HTML-Seite in jeden Pfad, wo eine Seite nicht gefunden wird, von Hand die HTML-Datei mit dem richtigen Beitrag hinein. Ich müsste die Arbeit der letzten Tage also noch einmal wiederholen. Oder ich schreibe meine Tabelle noch mal um, damit ich sie in die .ht-access-Datei schreiben kann. Das ist eine Konfigurationsdatei für den Webserver, der es ermöglicht, dass die Weiterleitungen dann auch für die HTML-Seiten gelten. Auch das ist ein Haufen Arbeit. - Oder ich bleibe einfach bei Wordpress und nutze mein altes Blog weiter. Eigentlich hatte ich das wegen der Anfälligkeit für böse Angriffe nicht vor, aber es gibt noch einen weiteren Grund für eine Rückkehr zu WP. Das Write.as-Blog hat keine Suchfunktion und nur wenig Navigation. Es ist schön klein und leicht zu bedienen, aber wenn ich mal 30 Artikel geschrieben habe, oder 100, oder 200, dann ist es nicht mehr so leicht, den zu finden, den man lesen will. Das ist mit Wordpress deutlich einfacher. Mein Freund Eckart hat inzwischen auch die Bilder und Audios, wieder eingebunden, die zu meinem Blog gehörten, im Grunde kann ich es jetzt wieder benutzen. - Ich weiß ehrlich nicht, was ich machen soll. Nur die Adresse des Blogs würde sich ändern, weil jetzt alle internen Links auf die Adresse zeigen, wo eigentlich die HTML-Seite hin sollte. Ich bin echt unschlüssig.&#xA;&#xA;Gott sei Dank ist mir die Rettung dieser vielen Texte gelungen. Ich schreibe bald, was ich damit anfange.&#xA;&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2 id="die-rettung-meines-alten-blogs-ist-plötzlich-möglich">Die Rettung meines alten Blogs ist plötzlich möglich</h2>

<p>Vorgestern vor einem Monat musste ich mein altes Blog löschen und habe angefangen, auf diesem neuen Blog zu schreiben. 963 Texte und 1700 Kommentare aus 18 Jahren Arbeit schienen unrettbar verloren. Doch vor fünf Tagen stellte ich fest, dass das nicht stimmt, und jetzt stehe ich vor der Frage: Mache ich dieses Blog weiter oder kehre ich zu meinem alten mit Wordpress zurück, auch wenn sich die Adresse etwas ändern würde. Dies ist die Geschichte einer Rettungsaktion, mit der nicht nur ich mich bestimmt 40 Stunden beschäftigt habe. Und dass sie funktionieren würde, damit habe ich nicht gerechnet.</p>



<p>Als das <a href="https://wahrenhaus.jens-bertrams.de">Wa(h)renhaus</a> von Viren verseucht wurde, blieb mir nur, radikal das gesamte Wordpress zu löschen, ohne lange darüber nachzudenken. Gott sei Dank löschte ich nicht auch gleich die Datenbank, sonst hätte ich heute nichts zu schreiben. Geistesgegenwärtig lud ich mir eine vollständige SQL-Datei der Datenbank auf meinen Rechner. Ich stellte mir vor, die Texte aus der Datei herauszusuchen und separat zu speichern, merkte aber schnell, dass das unmöglich war. Die Umlaute der Texte sahen furchtbar aus, die Überschrift der Texte stand nicht am Anfang, sondern am Ende, und es standen viele Sonderzeichen darin, die mir das Lesen sauer machten. Durch meine liebe Freundin <a href="/@/andijah@brotkru.me" class="u-url mention">@<span>andijah@brotkru.me</span></a> wurde ich auf das Internet Archive hingewiesen, bei dem meine Seite noch vorhanden sei. Ich schaute nach und stellte fest, dass sie recht hatte. Doch die Seite war nicht in einem Stück vorhanden. 93 mal war der Crawler des Archives über meine Seite gekrabbelt und hatte sich jeweils nur geholt, was neu war. Ich hätte mir alle Stücke nacheinander holen müssen, und ob ich sie dann hätte zusammenbauen können, weiß ich bis heute nicht. Ich sag es ja immer wieder: Auf <a href="https://www.joinmastodon.org">Mastodon</a> findet man sehr nette Leute. Diesmal war es <a href="/@/petros@literatur.social" class="u-url mention">@<span>petros@literatur.social</span></a> – Er bot sich an, den Download zu automatisieren und dafür ein Script zu schreiben, dann könnte er die Stücke meiner Seite zusammenfügen. Ich war wirklich sehr erfreut, denn der Verlust der Texte schmerzte mich doch sehr.</p>

<p>Zeit verging.</p>

<p>Am vergangenen Freitag, 11.08.2023, wollte ich die verseuchten Artikel und Einträge aus der Datenbank entfernen, als ersten Schritt zur Wiedergewinnung der Texte sozusagen. Dabei stellte ich etwas erstaunliches fest: Es waren nur 6 Einträge vorhanden, die unentzifferbaren Code enthielten, und sie waren eindeutig zu erkennen. Ich tat etwas, was ich sehr ungern tue: Ich loggte mich mit dem Tool <a href="https://write.as/radiojens/tag:PHPMyAdmin" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">PHPMyAdmin</span></a> in die <a href="https://write.as/radiojens/tag:Datenbank" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Datenbank</span></a> ein, rief die Tabelle mit den Beiträgen auf und löschte die sechs betroffenen Einträge. Das ist eigentlich nicht besonders schwer, doch leider ist PHPMyAdmin für mich etwas verwirrend aufgebaut, und ich kenne längst nicht alle funktionen. Trotzdem gelang es mir. Da ich nicht wusste, ob ich das Datenbankpasswort noch hatte, das Login im PHPMyAdmin geht ohne, kopierte ich mir die jetzt saubere Datenbank auf meinen Rechner und versuchte, mit einem Offline-Tool Wordpress auf meinem Privatrechner ans Laufen zu bringen. Das misslang aus verschiedenen Gründen, vor allem, weil die Links in den Tabellen von Wordpress nicht funktionierten, und weil die Wordpress-Version, die ich verwendete, zu alt war. Also richtete ich auf meinem Webspace von Hand eine neue Datenbank ein und füllte sie mit dem gesäuberten Inhalt der alten. Dann lud ich das veraltete <a href="https://write.as/radiojens/tag:Wordpress" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Wordpress</span></a> hoch und verband es mit der Datenbank. Nach einigem hin und her schaffte ich es, das Programm ans Laufen zu bringen, konnte mich einloggen und Wordpress sowie ein paar wenige Plugins, die ich dringend brauchte, auf den neuesten Stand bringen. Nichts ist so tödlich für ein Wordpress-System wie Nachlässigkeit beim <a href="https://write.as/radiojens/tag:Update" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Update</span></a>. Wenn man sich nicht um das System kümmert, kommen die Viren haufenweis. Um das Wordpress übrigens startklar zu machen, musste ich in der Datenbank verschiedene Einstellungen ändern, weil ich ja nicht mehr auf meiner alten Blogadresse war. Das war eine ziemliche Rödelei, bis es endlich ging.</p>

<p>Das nächste Problem tauchte sofort auf: Die Umlaute wurden nicht korrekt dargestellt. Auf meinem alten Blog hatte das funktioniert, aber dort hatte ich ein Plugin verwendet, das alle Umlaute korrekt darstellte, egal mit welchem Zeichensatz sie ursprünglich geschrieben waren. Man muss dazu wissen, dass alte Wordpressversionen mit dem Zeichensatz Iso8859-1 arbeiteten, seit Jahren aber nur noch <a href="https://write.as/radiojens/tag:UTF" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">UTF</span></a>-8 benutzt wird. Jetzt stellte ich fest, dass die Einträge in der Datenbank nicht verändert worden waren, nur die Ausgabe hatte das Plugin korrigiert. Was sollte ich nun tun? Die Seite sah fürchterlich aus. Ich schaute mich etwas im Internet um und fand <a href="https://www.mastblau.com/561-wordpress-auf-utf-8-umstellen">diesen Beitrag</a>, in dem sogar gleich die SQL-Befehle mitgeliefert wurden. Da ich selbst keinerlei Programmier- oder Scriptsprachen beherrsche, seit die Batch-Datei aus der Mode gekommen ist, war ich sehr dankbar und probierte es aus. Und es hat funktioniert.</p>

<p>Mein Ziel war ja, das <a href="https://write.as/radiojens/tag:Blog" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Blog</span></a> so wieder aufzusetzen, dass ich es dann in eine statische <a href="https://write.as/radiojens/tag:HTML" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">HTML</span></a>-Seite verwandeln und nur noch als Archiv nutzen konnte. Also lud ich mir ein Plugin für Wordpress herunter, mit dem ich eine statische Seite erzeugte. Die hat den Vorteil, dass sie keinen aktiven Code enthält und von Viren und Schadsoftware nicht angegriffen werden kann. Ich wandelte die Seite testweise um und erhielt 266 404-Fehleraufrufe. 266 Seiten auf meiner Website konnten nicht angesteuert werden. Wie war das möglich?</p>

<p>Ich war selbst schuld. Irgendwann im Jahr 2015, nachdem ich das Blog schon 10 Jahre betrieben hatte, wechselte ich die Seitenstruktur, um mein Ranking bei den Suchmaschinen zu verbessern, was übrigens überhaupt nichts half. Meine Struktur war bis dahin /Jahr/Monat/Tag/Post-ID/. Die Post-ID ist bei Wordpress einfach die laufende Nummer des Beitrages.
So gab es früher einen Beitrag, der in meinem Blog unter dem Pfad /2005/06/07/19/ zu finden war. 2015 änderte ich die Struktur zu /Jahr/Monat/Postname/, und von diesem Zeitpunkt an war der entsprechende Beitrag unter /2005/06/nach-dem-mord-an-theo-van-gogh/ zu finden. Wenn jemand von außen auf den alten Pfad verlinkt hatte, konnte man den Beitrag jetzt nicht mehr finden, die Adresse stimmte nicht mehr. In der Navigation innerhalb meines Blogs war das egal, Wordpress änderte die internen Links, die es selbst erzeugt hatte. Allerdings galt das nicht für Links, die ich selbst in einem anderen Beitrag geschrieben hatte. Wenn ich also später irgendwo in einem Posting auf den Beitrag verlinkt hatte, blieb der falsche Link bestehen. Gott sei Dank gab es sogenannte <a href="https://write.as/radiojens/tag:Weiterleitungsplugins" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Weiterleitungsplugins</span></a>, die alle Anfragen auf die alten Adressen auf die neuen umleiteten. So etwas benutzte ich. Ich weiß heute nicht mehr, ob auch die von mir in anderen Beiträgen gesetzten Links von dem Plugin mit berücksichtigt wurden, das ist aber auch egal, denn das Plugin ist veraltet und kann von mir nicht mehr genutzt werden. Bei der schnellen Löschaktion vor einem Monat habe ich es ebenfalls gelöscht. Die Plugins von heute können zwar nach bestimmten Schemata weiterleiten, doch nicht allgemein von Post-ID auf Postname. Keines dieser Plugins schafft es, in der Datenbank die Post-ID abzurufen und dann alle notwendigen Weiterleitungen einzurichten. Den Samstag Abend und den Sonntag morgen über habe ich einige dieser Plugins getestet.</p>

<p>Schließlich entschied ich mich für ein extrem einfaches, das sogar ich verstand. Es heißt <a href="https://wordpress.org/plugins/simple-301-redirects/">Simple 301 redirects</a> und war einfach zu bedienen. Ich musste nur für jede Weiterleitung in ein Feld den alten Pfad eintragen, und in ein zweites Feld den neuen Pfad. Doch wie sollte ich wissen, welche Post-ID zu welchem Postname gehörte? Mir half die Datenbank weiter. Mein Vorgehen zwischen Sonntagmittag und Dienstagmittag habe ich einem Freund gegenüber in einer Mail so beschrieben:
“Wenn ich jetzt auf einen Link in der alten Struktur stoße, muss ich in meiner Offline-Kopie der Datenbank nach der Post-ID suchen, dann kommt der Text, von dem ich eine Portion Online in die Suchmaschine der Seite eingebe, die findet dann den Link mit der heutigen Struktur, und ich schreibe in ein Umleitungsplugin eine Tabelle mit altem und neuem Link. Das sieht dann beispielsweise so aus:
request,destination
/2005/09/18/96/,/2005/09/warum-die-f-d-p/”
Für die 266 Weiterleitungen habe ich fast 2 Tage gebraucht, eben weil ich erst mühsam und über die Suchmaschine den neuen Pfad herausfinden musste. Und als ich fertig war, begriff ich, dass mir das überhaupt <a href="https://write.as/radiojens/tag:nicht" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">nicht</span></a> nützt, wenn ich die Seiten in HTML umgewandelt habe. Die Weiterleitungen funktionieren nur in Wordpress selbst.</p>

<p>Zur Lösung dieses Problems habe ich drei Möglichkeiten: Entweder ich kopiere auf der HTML-Seite in jeden Pfad, wo eine Seite nicht gefunden wird, von Hand die HTML-Datei mit dem richtigen Beitrag hinein. Ich müsste die Arbeit der letzten Tage also noch einmal wiederholen. Oder ich schreibe meine Tabelle noch mal um, damit ich sie in die .ht-access-Datei schreiben kann. Das ist eine Konfigurationsdatei für den Webserver, der es ermöglicht, dass die Weiterleitungen dann auch für die HTML-Seiten gelten. Auch das ist ein Haufen Arbeit. – Oder ich bleibe einfach bei Wordpress und nutze mein altes Blog weiter. Eigentlich hatte ich das wegen der Anfälligkeit für böse Angriffe nicht vor, aber es gibt noch einen weiteren Grund für eine Rückkehr zu WP. Das Write.as-Blog hat keine Suchfunktion und nur wenig Navigation. Es ist schön klein und leicht zu bedienen, aber wenn ich mal 30 Artikel geschrieben habe, oder 100, oder 200, dann ist es nicht mehr so leicht, den zu finden, den man lesen will. Das ist mit Wordpress deutlich einfacher. Mein Freund Eckart hat inzwischen auch die Bilder und Audios, wieder eingebunden, die zu meinem Blog gehörten, im Grunde kann ich es jetzt wieder benutzen. – Ich weiß ehrlich nicht, was ich machen soll. Nur die Adresse des Blogs würde sich ändern, weil jetzt alle internen Links auf die Adresse zeigen, wo eigentlich die HTML-Seite hin sollte. Ich bin echt unschlüssig.</p>

<p>Gott sei Dank ist mir die Rettung dieser vielen Texte gelungen. Ich schreibe bald, was ich damit anfange.</p>
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      <guid>https://write.as/radiojens/die-rettung-meines-alten-blogs-ist-plotzlich-moglich</guid>
      <pubDate>Wed, 16 Aug 2023 07:32:03 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Ist eine Machtergreifung des Faschismus noch zu verhindern?</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Ist eine Machtergreifung des Faschismus noch zu verhindern?&#xA;&#xA;&#34;Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir in einer ähnlichen Zeit leben wie in der Weimarer Republik. Mir kommt es so vor als wären wir am Vorabend von Etwas, das ich nicht miterleben möchte.&#34; Dies sagte der Comedian Hape Kerkeling, und in einem Land, in dem die #Brandmauern fallen, die #Konservativen mit den #Faschisten kuscheln und die #AfD nur 12 % davon entfernt ist, so viel Zustimmung zu haben wie die #NSDAP im Januar 1933, ist diese Befürchtung nur zu verständlich.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Mir und meiner Generation, der Generation der spät geborenen, hat man immer wieder gesagt, wie glücklich wir sein dürfen, die Schrecken des Krieges und der #Zerstörung nicht miterlebt zu haben. Wir sollten uns der #Schande der Mütter und Väter erinnern und ansonsten alles besser machen. Außerdem hatten eben diese Mütter und Väter, gewissermaßen als Sühne, mit den eigenen Händen #Deutschland aufgebaut, waren ansonsten natürlich völlig unschuldig an dem, was in ihrem Namen vermutlich verübt worden war, auch wenn es nach ihrem Verständnis sicher viele Übertreibungen gab, und sie wünschten nichts sehnlicher, als dass es uns besser gehen möge, wofür sie unter Schmerzen und Entbehrungen gesorgt hatten. - Ach ja, da war noch ein Satz, der bei jeder sich bietenden Gelegenheit ausgesprochen wurde, damit man ja nie in den Verdacht geriet, die braunen Jahre nicht doch im tiefsten Inneren zu vermissen und zu verteidigen: Nie wieder #Faschismus, nie wieder #Krieg. Und solange es einem gut ging, solange am Ende jedes Monats die fette schwarze Zahl stand, wie es Heinz Rudolf Kunze in seinem Lied &#34;Wunderkinder&#34; einmal gesagt hatte, solange konnte man sich mit dieser #Demokratie arrangieren. Der Bundestag war nie so eine #Quasselbude wie das Parlament der weimarer Republik, wie der Führer zu Recht bemerkt hatte, auch wenn man das heute nur noch hinter vorgehaltener Hand sagen durfte. Nein, diese Demokratie war ganz in Ordnung, man konnte stolz sein auf die friedliche Wirtschaftsmacht Deutschland, auf die Tatsache, dass die Nachbarn, die man einst besetzt und gequält hatte, mit einer gewissen Bewunderung nach Deutschland schauten, auf das Land der Dichter, Denker und Ingenieure des Todes, der pünktlichen Eisenbahnen und funktionierenden Gaskammern. Nur bei Reisen in diese Nachbarländer benahm man sich im Suff hin und wieder daneben, war ja nur Spaß. Es ist dieses Deutschland, diese kleine, kleinkarierte, kleinbürgerliche bonner Republik, nach der wir uns hin und wieder alle sehnen, weil wir nur einen Teil von ihr betrachten, nämlich die Beschaulichkeit, die uns in einer untergehenden Welt fehlt. Wir haben es doch weit gebracht in dieser bonner Republik, wir hatten die 68er und die Friedensbewegung, auch wenn sie den Zeitgenossen eher als langhaarige, verweichlichte Faulpelze erschienen, aber im Nachhinein kann man ja stolz darauf sein. Wir fuhren mit den Schulklassen in die KZ&#39;s, zeigten ihnen, wie tüchtig und durchorganisiert die Väter und einige Mütter gewesen waren, machten aus den unappetitlichen Nebenerscheinungen Kunstinstallationen und schauten nicht so genau hin, wenn die Schülerinnen und Schüler gelangweilt Kaugummis kauten, während man pflichtschuldig auf den Appellplätzen herum stand. Und wenn man mal wieder an die dunkle Zeit erinnern musste, an die man sich doch nicht so gern erinnern wollte, weil das Handel, Wirtschaft und Wohlbehagen irgendwie störte, dann rief man mit Inbrunst: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg! In Deutschland war man sicher vor den Verlockungen des rassistischen Überlegenheitsdünkels und der Mordmaschinerie, man hatte es durchlitten, denn natürlich leidet auch der Mörder, und man war daraus wie Phönix aus der Asche aufgestiegen, geläutert und rein, mahnend und achtsam. Wirklich?&#xA;&#xA;In einem Kommentar zu den Putschvorbereitungen von rechts, die im letzten Dezember aufgedeckt wurden und im Gegensatz zu den Protesten der &#34;letzten Generation&#34; wieder aus den Medien verschwunden sind, schrieb ich: &#34;Der ehemalige FDP-Bundesinnenminister Gerhart Baum sagte bei Anne Will: &#34;Die Gefahr kommt aus der Mitte. Die Weimarer Zeit ging zugrunde, weil das Bürgertum die Demokratie nicht verteidigt hat. Die Akzeptanz für rechte Ideen ist sehr viel größer, immer gewesen, in Deutschland, auch nach dem Krieg, als für linke.&#34; Das ist natürlich eine Binsenweisheit, aber sie erklärt, warum für konservative Politiker\innen verstopfte und blockierte Straßen schlimmer sind als gewaltsame Umsturzpläne, wenn sie nur in die richtige, in die rechte Richtung führen. Ich glaube, dass es zwei Gründe gibt, warum uns dieser gescheiterte Putschversuch kaum juckt: Erstens ist in Deutschland die Akzeptanz für rechte und völkische Fantasien sehr groß. Wie denn auch nicht? Viele unserer Großeltern haben bei der größten Massenvernichtung mitgewirkt, die dieser Planet je gesehen hat, bei industriellem Völkermord. Millionen Deutsche waren beteiligt. Wie können wir glauben, dass sie nichts davon an ihre Kinder weitergegeben haben? In vielen von uns stecken kleine Nazis, und es bedarf unseres Willens, Verstandes und unserer Menschlichkeit, um sie in uns zu besiegen, und wir müssen uns ihrer immer bewusst sein. Und zweitens: Diese kleinen Nazis in uns haben ihre größte Chance, aktiv zu werden, wenn wir die Welt und unsere direkte Umgebung als krisenhaft wahrnehmen, wenn wir Angst um die Zukunft haben, wenn die Demokratie mit ihren langen Entscheidungswegen, ihrer Korruptionsanfälligkeit, ihrem schwierigen Interessenausgleich und ihrer allgemeinen Schwerfälligkeit als ungeeignet wahrgenommen wird, Wohlstand und sozialen Frieden zu sichern. Dann wollen viele eine durchgreifende, schnell handelnde Regierung, die nicht nur kosmetische Änderungen am krisenhaften System vornimmt, sondern einen Weg aus der allgemein beängstigenden Situation weist. Dann gewinnen bei Menschen, die sich in besseren Zeiten durchaus unter Kontrolle haben, die ererbten Instinkte von Fremdenhass und völkischer Überlegenheit wieder mehr Gewicht. ... Das ist es, was mich so wütend macht. Das alles geschieht, genau wie unsere Ignoranz gegenüber dem Klimawandel, in aller Offenheit, vor unser aller Augen. Die Konservativen zucken die Schultern, empören sich aber über eine Klima-RAF, oder über eine griechische, sozialdemokratische EU-Abgeordnete, die sich von Qatar hat kaufen lassen und dabei erwischt wurde. Man möge sie so hart bestrafen, wie das Gesetz es fordert, und ich finde, dass die Konservativen alles Recht haben, sich aufzuregen und zu empören. Über klare Bekenntnisse zu unserer Demokratie und klare Worte über die Gefahr von rechts würde ich mich ebenfalls freuen, weiß aber, dass ich darauf lange warten kann. Also bin ich wütend und hilflos und muss zusehen, wie wir erneut auf eine faschistische Gewaltherrschaft zusteuern. Wie viele werden dann bei den Fackelzügen jubeln? Und welche Krise wird sie nach oben spülen?&#34;&#xA;&#xA;Doch müssen wir so pessimistisch sein? Ist der Grundsatz &#34;nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg&#34; nicht eingebrannt in unsere DNA, damit die Deutschen ihren guten Ruf in der Welt behalten mögen, frei nach dem Motto: &#34;Deutsche Frauen, deutsche Treue,&#xA;Deutscher Wein und deutscher Sang, Sollen in der Welt behalten Ihren alten schönen Klang?&#34; Derzeit können wir die Probe aufs Exempel machen. Nach dem zweiten Weltkrieg waren es auch die Konservativen, vor allem die neu gegründete CDU, die den oben zitierten Grundsatz verinnerlicht zu haben meinte. Freilich hat es während ihrer gesamten Geschichte Figuren gegeben, die mit rechten und autoritären Diktatoren und Faschistenführern befreundet und verbandelt waren, doch herrschte über eine ganze Zeit hinweg eine gewisse Vorsicht, nicht schon wieder zu Eng mit den Völkermördern zusammenzuarbeiten. Über den Vorwurf der Opfer des Nationalsozialismus, die Konservativen seien Steigbügelhalter für die Faschisten gewesen, hatte man sich mit christlicher Empörung und moralkeule schwingender Rechtfertigungsrhetorik hinweggesetzt, man habe immer das ruhige, bürgerliche, liberale Leben gewollt, den Nationalsozialismus verhindern wollen, die Sozialdemokraten schützen wollen, die einem nun diesen undankbaren Vorwurf machten. Mit Faschisten wollte die Union nichts zu tun haben, und die FDP, die während der meisten Jahrzehnte der bonner Republik an ihrer Seite stand, auch nicht. Dabei vergisst man, dass gerade die FDP lange ein Sammelbecken für Altnazis war, und dass sie in NRW für einige Jahre sogar den Ton angaben. Schon vor drei Jahren, als sich in Thüringen ein FDP-Mann von CDU und AfD zum Ministerpräsidenten wählen ließ, um den absolut gemäßigten Linken Bodo Ramelo zu stürzen, hatte die CDU den Grundsatz, nicht mit Faschisten zusammenzuarbeiten, endgültig und offen gebrochen. Medientricks und die Tatsache, dass auch die Behörden seinerzeit noch zögerten, die AfD als rechtsextrem einzustufen, halfen der Union, die Öffentlichkeit den gescheiterten Versuchsbalon vergessen zu lassen. Jetzt aber, wo die Situation viel günstiger ist, muss sich der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz keine Sorgen mehr machen. Jetzt kann er das Projekt der Annäherung an die AfD relativ gefahrlos angehen. Eigentlich hätte jeder deutsche Parteivorsitzende, der in einem Interview gesagt hätte, auf kommunaler Ebene müsse man pragmatisch mit der AfD umgehen, spätestens am nächsten Tag mit Schimpf und Schande aus dem Amt gejagt werden müssen, doch Friedrich Merz ist immer noch CDU-Vorsitzender, die Kritik an ihm ist nach wenigen Tagen verstummt, und das Thema ist aus der Berichterstattung verschwunden.&#xA;&#xA;Warum marschiert die deutsche Demokratie mit so viel Inbrunst auf ihren Metzger zu wie eine dumme Kuh? Warum kann sich Friedrich Merz so sicher sein, dass ihm niemand Einhalt gebietet?&#xA;&#xA;Wir leben in einer Krisenzeit. Die Inflation ist hoch, alles ist teuer, das Auskommen wird immer schwieriger. Tief in uns spüren wir, dass der Klimawandel kommt, auch die Leugner wissen es. Sie begreifen, dass sie dem allen hilflos ausgeliefert sind, dass die Politik nicht schnell, nicht durchgreifend reagiert. Sie sehen, dass alle Vorschläge, die zur Lösung der Klimakatastrophe gemacht werden, unseren Wohlstand ankratzen werden, dass das gemütliche, beschauliche Leben endgültig vorbei ist, dass wir jetzt gegen die unbarmherzige Natur um unser Überleben kämpfen müssen. Angst breitet sich aus. Es ist eine unleugbare, kreatürliche, tief sitzende Angst, und Angst ist der beste Nährboden für Faschismus. Desweiteren habe ich ja bereits gesagt, dass wir uns in Deutschland nie vom völkischen Rassismus befreit haben. Das gilt nicht für jede und jeden von uns in gleichem Maße, doch wir sind alle Produkte einer Gesellschaft, die ihren übersteigerten und mörderischen Nationalismus seit Jahrhunderten pflegt. So wie wir alle in einer rassistischen und patriarchalen Welt aufgewachsen sind, die uns geprägt hat, so war und ist auch der Faschismus überall und allgegenwärtig, mal mehr, mal weniger verschleiert. Unbarmherzige, hilflose Angst vor der Zukunft und eine weit verbreitete Neigung zu Autoritätshörigkeit, Nationalismus und Überlegenheitswahn ist der beste Nährboden für die Machtergreifung durch den Faschismus. Und natürlich sind es die Konservativen, die den Faschisten den Weg bereiten. Sie wollen pragmatisch bewahren, halten sich für geeignet, die Wahnsinnigen einzuhegen und zu entzaubern. Sie wollen die Faschisten durch ihre Annäherung zu einem leichten Wandel zwingen, damit sie selbst nachher ihre ebenfalls autoritären, wenn auch weniger mörderischen, Vorstellungen durchsetzen können.&#xA;&#xA;Und dann ist da noch der zeitliche Abstand. So viel man gegen die Mitglieder der Kriegsgeneration vorbringen kann, so sehr haben sie sich bemüht, das Land aus echten Kriegen herauszuhalten. Man beschränkte sich darauf, Geschäfte mit dem Krieg Anderer zu machen. Jetzt aber regiert eine Generation, die den Krieg nicht mehr aus eigener Anschauung kennt, und in deren Familien nicht oder nur verzerrt über deutsche Verbrechen und deutsche Schuld gesprochen wurde. Die Zeiten haben sich geändert, sagen sie. Man muss sich den heutigen Gegebenheiten anpassen, sagen sie. Und selbst die Pazifisten, und ich schließe mich ausdrücklich ein, befürworten Waffenlieferungen an die #Ukraine, um einen Agressor in die Schranken zu weisen, dessen Machthunger keine Grenzen zu kennen scheint. Warum dann nicht auch ein Tänzchen mit dem modernen Faschismus wagen, der - so mögen die Konservativen denken - nicht so radikal, nicht so kriegslüstern, nicht so unberechenbar wie der alte Faschismus ist?&#xA;&#xA;Die AfD, die selbst vom Verfassungsschutz, der ebenfalls faschistisch durchsetzt ist, für in weiten Teilen rechtsextrem gehalten wird, muss überhaupt nichts tun. Sie muss hin und wieder ein paar Parolen schwingen, muss versprechen, gründlich aufzuräumen, wenn sie an die Macht kommt, muss gegen Fremde und die verhasste europäische Bürokratie wettern und kann sich ansonsten getrost den eigenen parteiinternen Macht- und Ränkespielchen hingeben. Besondere Intelligenz oder taktisches Geschick ist derzeit nicht vonnöten, um an die Macht zu kommen. Überall in Europa und der Welt suchen die verängstigten, instinktiv handelnden Menschen ihr Heil im Faschismus, der ihnen Sicherheit, Führung, Rache, Agression und Geborgenheit verspricht. Die AfD muss nur die Geduld aufbringen, abzuwarten. So sagt es auch der Texter Tim Rize im Musical &#34;Evita&#34;, in dem Lied &#34;A new Argentina&#34;, in dem er die spätere Präsidentengattin Eva Peron zu ihrem Mann sagen lässt: &#34;All you have to do is sit and wait, Keeping out of everybody&#39;s way. We&#39;ll ... you&#39;ll be handed power on a plate when the ones who matter have their say. And with chaos installed You can reluctantly agree to be called.&#34; In deutsch etwa: &#34;Alles, was du tun musst, ist ruhig bleiben und abwarten und allen aus dem Weg gehen. Wir werden ... Du wirst die Macht auf dem Silbertablett serviert bekommen, wenn die, auf die es ankommt, ihre Meinung sagen. Und wenn das Chaos installiert ist, kannst du widerwillig zustimmen, gerufen zu werden.&#34;&#xA;&#xA;Ist also die Machtübernahme des Faschismus unvermeidlich? Muss Hape Kerkeling sich fürchten? - Ganz sicher ist Furcht vor einer Machtübernahme der Faschisten in Deutschland angebracht, doch diese #Machtübernahme ist nicht zwangsläufig. Noch hätten es die Konservativen in der Hand, dem erstarkenden Faschismus etwas entgegenzusetzen. Zunächst einmal müssten sie sich deutlich distanzieren. Sie müssten vermitteln, dass sie zur Demokratie, zur Freiheit und zu den Menschenrechten stehen, ohne wenn und aber. Gerade ihre so oft beschworene christliche Ethik gäbe ihnen reichlich Rückendeckung für so einen Kurs. Das allein wird den Aufstieg der AfD aber nicht stoppen. Alle demokratischen Parteien müssten bereit sein, in dieser Krise zusammenzustehen. Es ist, auch wenn viele Menschen das nicht wahrhaben wollen, eine existenzielle Krise. Da müssten, falls die AfD in manchen Landtagen zur stärksten Fraktion werden sollte, auch Koalitionen zwischen CDU, SPD, Grünen, FDP und Linken möglich sein, um die Mehrheit der Demokraten sicherzustellen. Auch das kann natürlich nur eine Zwischenlösung sein, denn wenn wir nichts an den Ursachen für den Aufstieg der AfD ändern, ist dieser Aufstieg vorerst nicht einzugrenzen. Das wichtigste Mittel zur Lösung dieser Krise ist eine gute Sozialpolitik, mehr Gerechtigkeit, weniger Markt, Abkehr vom Neoliberalismus. Das Versprechen, dass die Lebensgrundlage Aller gesichert wird, muss umgesetzt werden. Das gilt für die Lebensgrundlage im finanziell-materiellen Sinne, aber auch für die Bewahrung der Schöpfung, der Mitwelt. Und Ehrlichkeit ist notwendig: Um die Lebensgrundlage Aller zu sichern, müssen wir einiges von unserem Wohlstand abgeben. Wir müssen lernen, dass Überfluss keine Notwendigkeit ist. Das geht nur durch einschneidende, gesetzliche Maßnahmen, das kann man nicht der Verantwortung der Individuen allein überlassen. Von der Politik müssen wir Ehrlichkeit erwarten.&#xA;&#xA;Meine Befürchtung ist, dass es bereits zu spät ist, damit allein die AfD zur Bedeutungslosigkeit zu verurteilen. Der Faschismus ist zu einer tatsächlichen, nicht mehr zu leugnenden Gefahr für unser Gemeinwesen geworden. Vor ein paar Tagen schrieb ich dazu auf Mastodon:&#xA;&#34;Guten Morgen ihr Tröten allerlei Geschlechts. Heute ist ein besonderer Tag. Die #CDU bekennt sich offen zu einer Zusammenarbeit mit #Faschisten, die sie natürlich nur besorgte Bürger oder Rechtskonservative nennt. Tut doch bitte nicht so, als sei es das erste Mal. Habt ihr #Thüringen vergessen? Natürlich stimmen die #Wertkonservativen mit den #Faschisten, das haben die Saubermänner vor 90 Jahren auch getan. Selbst die #Liberalen, wie unser erster Bundespräsident. Jetzt müssen wir kämpfen! Natürlich gibt es unter den anständigen #Konservativen, denen, die die #Demokratie auch für bewahrenswert halten, Widerspruch. Dafür herzlichen Dank an alle, mit denen ich sonst auch oft nicht einer Meinung bin. Nur wird es nicht reichen. Es hat nie gereicht. Der #Faschismus kommt jetzt als extrem bürgerlich, ordnungsliebend, unaufgeregt und #krisenlösend daher. Und wie immer, wenn einem was versprochen wird, schalten viele den gesunden Menschenverstand aus. Hose ist näher als Jacke. Man lernt nicht aus der Geschichte, man lernt aus eigenen Erfahrungen und Ängsten. Bildung ist machtlos gegen Wut, Hass, Zorn und Angst. Der #Faschismus kann siegen, ohne viel tun zu müssen. Es ist gerade der Autoritätsverfall des freiheitlichen, krisengeschüttelten Systems, das die #Macht dem Faschismus auf dem Silbertablett serviert. Aber wer will das schon wissen? Mir sagt man immer, ich soll nicht so schwarz sehen, und ich warne seit 9 Jahren. Viele Freunde schütteln genervt den Kopf. Für mich ist klar: Aufklärung, Überzeugungsarbeit, Spott und Zynismus helfen uns nicht, auch kein Besserwissertum. Heute helfen nur noch klare, staatliche Maßnahmen, wie ein AfD-Verbot. Und vor allem hilft natürlich eine bessere, weniger taktische, ehrlichere, an den Erfordernissen der Zeit ausgerichtete Politik. Ehrlichkeit und Klarheit und Standfestigkeit, das sollten alle demokratischen Politiker\innen besitzen.&#34;&#xA;&#xA;Im Reichstag von Weimar hätten die Demokraten am Schluss nicht einmal mehr gemeinsam die Mehrheit gehabt, denn die KPD hätte, um gegen die Sozialdemokratie aufzutreten, lieber mit den Faschisten gestimmt. Das ist eine der unangenehmen Wahrheiten der Geschichte der deutschen Linken. Heute haben wir noch die Chance, so lange eine Machtergreifung der Nazis zu verhindern, wie die Bevölkerungsmehrheit sie nicht tatsächlich will. Knapp ein Viertel der Deutschen bekennt sich mittlerweile offen zum Faschismus, denn heute kann niemand mehr behaupten, man wähle die AfD nur aus Protest. Wer Faschisten wählt, im Wissen, dass es sich um Faschisten handelt, ist Faschist. Diese unangenehme Wahrheit über unsere Nachbarn, Freunde und Arbeitskollegen wollen wir nicht gern hören, es nützt aber nichts, sich davor zu verschließen. Mit geschlossenen Augen kann man nicht die eigene Freiheit verteidigen. Spätestens jetzt müssen alle Demokraten zusammenstehen und für ihre gemeinsame Sache kämpfen, damit auch Hape Kerkeling sich wieder wohler fühlt.&#xA;&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2 id="ist-eine-machtergreifung-des-faschismus-noch-zu-verhindern">Ist eine Machtergreifung des Faschismus noch zu verhindern?</h2>

<p>“Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir in einer ähnlichen Zeit leben wie in der Weimarer Republik. Mir kommt es so vor als wären wir am Vorabend von Etwas, das ich nicht miterleben möchte.” Dies sagte der Comedian Hape Kerkeling, und in einem Land, in dem die <a href="https://write.as/radiojens/tag:Brandmauern" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Brandmauern</span></a> fallen, die <a href="https://write.as/radiojens/tag:Konservativen" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Konservativen</span></a> mit den <a href="https://write.as/radiojens/tag:Faschisten" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Faschisten</span></a> kuscheln und die <a href="https://write.as/radiojens/tag:AfD" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">AfD</span></a> nur 12 % davon entfernt ist, so viel Zustimmung zu haben wie die <a href="https://write.as/radiojens/tag:NSDAP" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">NSDAP</span></a> im Januar 1933, ist diese Befürchtung nur zu verständlich.</p>



<p>Mir und meiner Generation, der Generation der spät geborenen, hat man immer wieder gesagt, wie glücklich wir sein dürfen, die Schrecken des Krieges und der <a href="https://write.as/radiojens/tag:Zerst%C3%B6rung" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Zerstörung</span></a> nicht miterlebt zu haben. Wir sollten uns der <a href="https://write.as/radiojens/tag:Schande" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Schande</span></a> der Mütter und Väter erinnern und ansonsten alles besser machen. Außerdem hatten eben diese Mütter und Väter, gewissermaßen als Sühne, mit den eigenen Händen <a href="https://write.as/radiojens/tag:Deutschland" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Deutschland</span></a> aufgebaut, waren ansonsten natürlich völlig unschuldig an dem, was in ihrem Namen vermutlich verübt worden war, auch wenn es nach ihrem Verständnis sicher viele Übertreibungen gab, und sie wünschten nichts sehnlicher, als dass es uns besser gehen möge, wofür sie unter Schmerzen und Entbehrungen gesorgt hatten. – Ach ja, da war noch ein Satz, der bei jeder sich bietenden Gelegenheit ausgesprochen wurde, damit man ja nie in den Verdacht geriet, die braunen Jahre nicht doch im tiefsten Inneren zu vermissen und zu verteidigen: Nie wieder <a href="https://write.as/radiojens/tag:Faschismus" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Faschismus</span></a>, nie wieder <a href="https://write.as/radiojens/tag:Krieg" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Krieg</span></a>. Und solange es einem gut ging, solange am Ende jedes Monats die fette schwarze Zahl stand, wie es Heinz Rudolf Kunze in seinem Lied “Wunderkinder” einmal gesagt hatte, solange konnte man sich mit dieser <a href="https://write.as/radiojens/tag:Demokratie" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Demokratie</span></a> arrangieren. Der Bundestag war nie so eine <a href="https://write.as/radiojens/tag:Quasselbude" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Quasselbude</span></a> wie das Parlament der weimarer Republik, wie der Führer zu Recht bemerkt hatte, auch wenn man das heute nur noch hinter vorgehaltener Hand sagen durfte. Nein, diese Demokratie war ganz in Ordnung, man konnte stolz sein auf die friedliche Wirtschaftsmacht Deutschland, auf die Tatsache, dass die Nachbarn, die man einst besetzt und gequält hatte, mit einer gewissen Bewunderung nach Deutschland schauten, auf das Land der Dichter, Denker und Ingenieure des Todes, der pünktlichen Eisenbahnen und funktionierenden Gaskammern. Nur bei Reisen in diese Nachbarländer benahm man sich im Suff hin und wieder daneben, war ja nur Spaß. Es ist dieses Deutschland, diese kleine, kleinkarierte, kleinbürgerliche bonner Republik, nach der wir uns hin und wieder alle sehnen, weil wir nur einen Teil von ihr betrachten, nämlich die Beschaulichkeit, die uns in einer untergehenden Welt fehlt. Wir haben es doch weit gebracht in dieser bonner Republik, wir hatten die 68er und die Friedensbewegung, auch wenn sie den Zeitgenossen eher als langhaarige, verweichlichte Faulpelze erschienen, aber im Nachhinein kann man ja stolz darauf sein. Wir fuhren mit den Schulklassen in die KZ&#39;s, zeigten ihnen, wie tüchtig und durchorganisiert die Väter und einige Mütter gewesen waren, machten aus den unappetitlichen Nebenerscheinungen Kunstinstallationen und schauten nicht so genau hin, wenn die Schülerinnen und Schüler gelangweilt Kaugummis kauten, während man pflichtschuldig auf den Appellplätzen herum stand. Und wenn man mal wieder an die dunkle Zeit erinnern musste, an die man sich doch nicht so gern erinnern wollte, weil das Handel, Wirtschaft und Wohlbehagen irgendwie störte, dann rief man mit Inbrunst: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg! In Deutschland war man sicher vor den Verlockungen des rassistischen Überlegenheitsdünkels und der Mordmaschinerie, man hatte es durchlitten, denn natürlich leidet auch der Mörder, und man war daraus wie Phönix aus der Asche aufgestiegen, geläutert und rein, mahnend und achtsam. Wirklich?</p>

<p>In einem Kommentar zu den Putschvorbereitungen von rechts, die im letzten Dezember aufgedeckt wurden und im Gegensatz zu den Protesten der “letzten Generation” wieder aus den Medien verschwunden sind, schrieb ich: “Der ehemalige FDP-Bundesinnenminister Gerhart Baum sagte bei Anne Will: “Die Gefahr kommt aus der Mitte. Die Weimarer Zeit ging zugrunde, weil das Bürgertum die Demokratie nicht verteidigt hat. Die Akzeptanz für rechte Ideen ist sehr viel größer, immer gewesen, in Deutschland, auch nach dem Krieg, als für linke.” Das ist natürlich eine Binsenweisheit, aber sie erklärt, warum für konservative Politiker*innen verstopfte und blockierte Straßen schlimmer sind als gewaltsame Umsturzpläne, wenn sie nur in die richtige, in die rechte Richtung führen. Ich glaube, dass es zwei Gründe gibt, warum uns dieser gescheiterte Putschversuch kaum juckt: Erstens ist in Deutschland die Akzeptanz für rechte und völkische Fantasien sehr groß. Wie denn auch nicht? Viele unserer Großeltern haben bei der größten Massenvernichtung mitgewirkt, die dieser Planet je gesehen hat, bei industriellem Völkermord. Millionen Deutsche waren beteiligt. Wie können wir glauben, dass sie nichts davon an ihre Kinder weitergegeben haben? In vielen von uns stecken kleine Nazis, und es bedarf unseres Willens, Verstandes und unserer Menschlichkeit, um sie in uns zu besiegen, und wir müssen uns ihrer immer bewusst sein. Und zweitens: Diese kleinen Nazis in uns haben ihre größte Chance, aktiv zu werden, wenn wir die Welt und unsere direkte Umgebung als krisenhaft wahrnehmen, wenn wir Angst um die Zukunft haben, wenn die Demokratie mit ihren langen Entscheidungswegen, ihrer Korruptionsanfälligkeit, ihrem schwierigen Interessenausgleich und ihrer allgemeinen Schwerfälligkeit als ungeeignet wahrgenommen wird, Wohlstand und sozialen Frieden zu sichern. Dann wollen viele eine durchgreifende, schnell handelnde Regierung, die nicht nur kosmetische Änderungen am krisenhaften System vornimmt, sondern einen Weg aus der allgemein beängstigenden Situation weist. Dann gewinnen bei Menschen, die sich in besseren Zeiten durchaus unter Kontrolle haben, die ererbten Instinkte von Fremdenhass und völkischer Überlegenheit wieder mehr Gewicht. ... Das ist es, was mich so wütend macht. Das alles geschieht, genau wie unsere Ignoranz gegenüber dem Klimawandel, in aller Offenheit, vor unser aller Augen. Die Konservativen zucken die Schultern, empören sich aber über eine Klima-RAF, oder über eine griechische, sozialdemokratische EU-Abgeordnete, die sich von Qatar hat kaufen lassen und dabei erwischt wurde. Man möge sie so hart bestrafen, wie das Gesetz es fordert, und ich finde, dass die Konservativen alles Recht haben, sich aufzuregen und zu empören. Über klare Bekenntnisse zu unserer Demokratie und klare Worte über die Gefahr von rechts würde ich mich ebenfalls freuen, weiß aber, dass ich darauf lange warten kann. Also bin ich wütend und hilflos und muss zusehen, wie wir erneut auf eine faschistische Gewaltherrschaft zusteuern. Wie viele werden dann bei den Fackelzügen jubeln? Und welche Krise wird sie nach oben spülen?”</p>

<p>Doch müssen wir so pessimistisch sein? Ist der Grundsatz “nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg” nicht eingebrannt in unsere DNA, damit die Deutschen ihren guten Ruf in der Welt behalten mögen, frei nach dem Motto: “Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang, Sollen in der Welt behalten Ihren alten schönen Klang?” Derzeit können wir die Probe aufs Exempel machen. Nach dem zweiten Weltkrieg waren es auch die Konservativen, vor allem die neu gegründete CDU, die den oben zitierten Grundsatz verinnerlicht zu haben meinte. Freilich hat es während ihrer gesamten Geschichte Figuren gegeben, die mit rechten und autoritären Diktatoren und Faschistenführern befreundet und verbandelt waren, doch herrschte über eine ganze Zeit hinweg eine gewisse Vorsicht, nicht schon wieder zu Eng mit den Völkermördern zusammenzuarbeiten. Über den Vorwurf der Opfer des Nationalsozialismus, die Konservativen seien Steigbügelhalter für die Faschisten gewesen, hatte man sich mit christlicher Empörung und moralkeule schwingender Rechtfertigungsrhetorik hinweggesetzt, man habe immer das ruhige, bürgerliche, liberale Leben gewollt, den Nationalsozialismus verhindern wollen, die Sozialdemokraten schützen wollen, die einem nun diesen undankbaren Vorwurf machten. Mit Faschisten wollte die Union nichts zu tun haben, und die FDP, die während der meisten Jahrzehnte der bonner Republik an ihrer Seite stand, auch nicht. Dabei vergisst man, dass gerade die FDP lange ein Sammelbecken für Altnazis war, und dass sie in NRW für einige Jahre sogar den Ton angaben. Schon vor drei Jahren, als sich in Thüringen ein FDP-Mann von CDU und AfD zum Ministerpräsidenten wählen ließ, um den absolut gemäßigten Linken Bodo Ramelo zu stürzen, hatte die CDU den Grundsatz, nicht mit Faschisten zusammenzuarbeiten, endgültig und offen gebrochen. Medientricks und die Tatsache, dass auch die Behörden seinerzeit noch zögerten, die AfD als rechtsextrem einzustufen, halfen der Union, die Öffentlichkeit den gescheiterten Versuchsbalon vergessen zu lassen. Jetzt aber, wo die Situation viel günstiger ist, muss sich der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz keine Sorgen mehr machen. Jetzt kann er das Projekt der Annäherung an die AfD relativ gefahrlos angehen. Eigentlich hätte jeder deutsche Parteivorsitzende, der in einem Interview gesagt hätte, auf kommunaler Ebene müsse man pragmatisch mit der AfD umgehen, spätestens am nächsten Tag mit Schimpf und Schande aus dem Amt gejagt werden müssen, doch Friedrich Merz ist immer noch CDU-Vorsitzender, die Kritik an ihm ist nach wenigen Tagen verstummt, und das Thema ist aus der Berichterstattung verschwunden.</p>

<p>Warum marschiert die deutsche Demokratie mit so viel Inbrunst auf ihren Metzger zu wie eine dumme Kuh? Warum kann sich Friedrich Merz so sicher sein, dass ihm niemand Einhalt gebietet?</p>

<p>Wir leben in einer Krisenzeit. Die Inflation ist hoch, alles ist teuer, das Auskommen wird immer schwieriger. Tief in uns spüren wir, dass der Klimawandel kommt, auch die Leugner wissen es. Sie begreifen, dass sie dem allen hilflos ausgeliefert sind, dass die Politik nicht schnell, nicht durchgreifend reagiert. Sie sehen, dass alle Vorschläge, die zur Lösung der Klimakatastrophe gemacht werden, unseren Wohlstand ankratzen werden, dass das gemütliche, beschauliche Leben endgültig vorbei ist, dass wir jetzt gegen die unbarmherzige Natur um unser Überleben kämpfen müssen. Angst breitet sich aus. Es ist eine unleugbare, kreatürliche, tief sitzende Angst, und Angst ist der beste Nährboden für Faschismus. Desweiteren habe ich ja bereits gesagt, dass wir uns in Deutschland nie vom völkischen Rassismus befreit haben. Das gilt nicht für jede und jeden von uns in gleichem Maße, doch wir sind alle Produkte einer Gesellschaft, die ihren übersteigerten und mörderischen Nationalismus seit Jahrhunderten pflegt. So wie wir alle in einer rassistischen und patriarchalen Welt aufgewachsen sind, die uns geprägt hat, so war und ist auch der Faschismus überall und allgegenwärtig, mal mehr, mal weniger verschleiert. Unbarmherzige, hilflose Angst vor der Zukunft und eine weit verbreitete Neigung zu Autoritätshörigkeit, Nationalismus und Überlegenheitswahn ist der beste Nährboden für die Machtergreifung durch den Faschismus. Und natürlich sind es die Konservativen, die den Faschisten den Weg bereiten. Sie wollen pragmatisch bewahren, halten sich für geeignet, die Wahnsinnigen einzuhegen und zu entzaubern. Sie wollen die Faschisten durch ihre Annäherung zu einem leichten Wandel zwingen, damit sie selbst nachher ihre ebenfalls autoritären, wenn auch weniger mörderischen, Vorstellungen durchsetzen können.</p>

<p>Und dann ist da noch der zeitliche Abstand. So viel man gegen die Mitglieder der Kriegsgeneration vorbringen kann, so sehr haben sie sich bemüht, das Land aus echten Kriegen herauszuhalten. Man beschränkte sich darauf, Geschäfte mit dem Krieg Anderer zu machen. Jetzt aber regiert eine Generation, die den Krieg nicht mehr aus eigener Anschauung kennt, und in deren Familien nicht oder nur verzerrt über deutsche Verbrechen und deutsche Schuld gesprochen wurde. Die Zeiten haben sich geändert, sagen sie. Man muss sich den heutigen Gegebenheiten anpassen, sagen sie. Und selbst die Pazifisten, und ich schließe mich ausdrücklich ein, befürworten Waffenlieferungen an die <a href="https://write.as/radiojens/tag:Ukraine" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Ukraine</span></a>, um einen Agressor in die Schranken zu weisen, dessen Machthunger keine Grenzen zu kennen scheint. Warum dann nicht auch ein Tänzchen mit dem modernen Faschismus wagen, der – so mögen die Konservativen denken – nicht so radikal, nicht so kriegslüstern, nicht so unberechenbar wie der alte Faschismus ist?</p>

<p>Die AfD, die selbst vom Verfassungsschutz, der ebenfalls faschistisch durchsetzt ist, für in weiten Teilen rechtsextrem gehalten wird, muss überhaupt nichts tun. Sie muss hin und wieder ein paar Parolen schwingen, muss versprechen, gründlich aufzuräumen, wenn sie an die Macht kommt, muss gegen Fremde und die verhasste europäische Bürokratie wettern und kann sich ansonsten getrost den eigenen parteiinternen Macht- und Ränkespielchen hingeben. Besondere Intelligenz oder taktisches Geschick ist derzeit nicht vonnöten, um an die Macht zu kommen. Überall in Europa und der Welt suchen die verängstigten, instinktiv handelnden Menschen ihr Heil im Faschismus, der ihnen Sicherheit, Führung, Rache, Agression und Geborgenheit verspricht. Die AfD muss nur die Geduld aufbringen, abzuwarten. So sagt es auch der Texter Tim Rize im Musical “Evita”, in dem Lied “A new Argentina”, in dem er die spätere Präsidentengattin Eva Peron zu ihrem Mann sagen lässt: “All you have to do is sit and wait, Keeping out of everybody&#39;s way. We&#39;ll ... you&#39;ll be handed power on a plate when the ones who matter have their say. And with chaos installed You can reluctantly agree to be called.” In deutsch etwa: “Alles, was du tun musst, ist ruhig bleiben und abwarten und allen aus dem Weg gehen. Wir werden ... Du wirst die Macht auf dem Silbertablett serviert bekommen, wenn die, auf die es ankommt, ihre Meinung sagen. Und wenn das Chaos installiert ist, kannst du widerwillig zustimmen, gerufen zu werden.”</p>

<p>Ist also die Machtübernahme des Faschismus unvermeidlich? Muss Hape Kerkeling sich fürchten? – Ganz sicher ist Furcht vor einer Machtübernahme der Faschisten in Deutschland angebracht, doch diese <a href="https://write.as/radiojens/tag:Macht%C3%BCbernahme" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Machtübernahme</span></a> ist nicht zwangsläufig. Noch hätten es die Konservativen in der Hand, dem erstarkenden Faschismus etwas entgegenzusetzen. Zunächst einmal müssten sie sich deutlich distanzieren. Sie müssten vermitteln, dass sie zur Demokratie, zur Freiheit und zu den Menschenrechten stehen, ohne wenn und aber. Gerade ihre so oft beschworene christliche Ethik gäbe ihnen reichlich Rückendeckung für so einen Kurs. Das allein wird den Aufstieg der AfD aber nicht stoppen. Alle demokratischen Parteien müssten bereit sein, in dieser Krise zusammenzustehen. Es ist, auch wenn viele Menschen das nicht wahrhaben wollen, eine existenzielle Krise. Da müssten, falls die AfD in manchen Landtagen zur stärksten Fraktion werden sollte, auch Koalitionen zwischen CDU, SPD, Grünen, FDP und Linken möglich sein, um die Mehrheit der Demokraten sicherzustellen. Auch das kann natürlich nur eine Zwischenlösung sein, denn wenn wir nichts an den Ursachen für den Aufstieg der AfD ändern, ist dieser Aufstieg vorerst nicht einzugrenzen. Das wichtigste Mittel zur Lösung dieser Krise ist eine gute Sozialpolitik, mehr Gerechtigkeit, weniger Markt, Abkehr vom Neoliberalismus. Das Versprechen, dass die Lebensgrundlage Aller gesichert wird, muss umgesetzt werden. Das gilt für die Lebensgrundlage im finanziell-materiellen Sinne, aber auch für die Bewahrung der Schöpfung, der Mitwelt. Und Ehrlichkeit ist notwendig: Um die Lebensgrundlage Aller zu sichern, müssen wir einiges von unserem Wohlstand abgeben. Wir müssen lernen, dass Überfluss keine Notwendigkeit ist. Das geht nur durch einschneidende, gesetzliche Maßnahmen, das kann man nicht der Verantwortung der Individuen allein überlassen. Von der Politik müssen wir Ehrlichkeit erwarten.</p>

<p>Meine Befürchtung ist, dass es bereits zu spät ist, damit allein die AfD zur Bedeutungslosigkeit zu verurteilen. Der Faschismus ist zu einer tatsächlichen, nicht mehr zu leugnenden Gefahr für unser Gemeinwesen geworden. Vor ein paar Tagen schrieb ich dazu auf Mastodon:
“Guten Morgen ihr Tröten allerlei Geschlechts. Heute ist ein besonderer Tag. Die <a href="https://write.as/radiojens/tag:CDU" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">CDU</span></a> bekennt sich offen zu einer Zusammenarbeit mit <a href="https://write.as/radiojens/tag:Faschisten" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Faschisten</span></a>, die sie natürlich nur besorgte Bürger oder Rechtskonservative nennt. Tut doch bitte nicht so, als sei es das erste Mal. Habt ihr <a href="https://write.as/radiojens/tag:Th%C3%BCringen" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Thüringen</span></a> vergessen? Natürlich stimmen die <a href="https://write.as/radiojens/tag:Wertkonservativen" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Wertkonservativen</span></a> mit den <a href="https://write.as/radiojens/tag:Faschisten" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Faschisten</span></a>, das haben die Saubermänner vor 90 Jahren auch getan. Selbst die <a href="https://write.as/radiojens/tag:Liberalen" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Liberalen</span></a>, wie unser erster Bundespräsident. Jetzt müssen wir kämpfen! Natürlich gibt es unter den anständigen <a href="https://write.as/radiojens/tag:Konservativen" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Konservativen</span></a>, denen, die die <a href="https://write.as/radiojens/tag:Demokratie" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Demokratie</span></a> auch für bewahrenswert halten, Widerspruch. Dafür herzlichen Dank an alle, mit denen ich sonst auch oft nicht einer Meinung bin. Nur wird es nicht reichen. Es hat nie gereicht. Der <a href="https://write.as/radiojens/tag:Faschismus" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Faschismus</span></a> kommt jetzt als extrem bürgerlich, ordnungsliebend, unaufgeregt und <a href="https://write.as/radiojens/tag:krisenl%C3%B6send" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">krisenlösend</span></a> daher. Und wie immer, wenn einem was versprochen wird, schalten viele den gesunden Menschenverstand aus. Hose ist näher als Jacke. Man lernt nicht aus der Geschichte, man lernt aus eigenen Erfahrungen und Ängsten. Bildung ist machtlos gegen Wut, Hass, Zorn und Angst. Der <a href="https://write.as/radiojens/tag:Faschismus" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Faschismus</span></a> kann siegen, ohne viel tun zu müssen. Es ist gerade der Autoritätsverfall des freiheitlichen, krisengeschüttelten Systems, das die <a href="https://write.as/radiojens/tag:Macht" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Macht</span></a> dem Faschismus auf dem Silbertablett serviert. Aber wer will das schon wissen? Mir sagt man immer, ich soll nicht so schwarz sehen, und ich warne seit 9 Jahren. Viele Freunde schütteln genervt den Kopf. Für mich ist klar: Aufklärung, Überzeugungsarbeit, Spott und Zynismus helfen uns nicht, auch kein Besserwissertum. Heute helfen nur noch klare, staatliche Maßnahmen, wie ein AfD-Verbot. Und vor allem hilft natürlich eine bessere, weniger taktische, ehrlichere, an den Erfordernissen der Zeit ausgerichtete Politik. Ehrlichkeit und Klarheit und Standfestigkeit, das sollten alle demokratischen Politiker*innen besitzen.”</p>

<p>Im Reichstag von Weimar hätten die Demokraten am Schluss nicht einmal mehr gemeinsam die Mehrheit gehabt, denn die KPD hätte, um gegen die Sozialdemokratie aufzutreten, lieber mit den Faschisten gestimmt. Das ist eine der unangenehmen Wahrheiten der Geschichte der deutschen Linken. Heute haben wir noch die Chance, so lange eine Machtergreifung der Nazis zu verhindern, wie die Bevölkerungsmehrheit sie nicht tatsächlich will. Knapp ein Viertel der Deutschen bekennt sich mittlerweile offen zum Faschismus, denn heute kann niemand mehr behaupten, man wähle die AfD nur aus Protest. Wer Faschisten wählt, im Wissen, dass es sich um Faschisten handelt, ist Faschist. Diese unangenehme Wahrheit über unsere Nachbarn, Freunde und Arbeitskollegen wollen wir nicht gern hören, es nützt aber nichts, sich davor zu verschließen. Mit geschlossenen Augen kann man nicht die eigene Freiheit verteidigen. Spätestens jetzt müssen alle Demokraten zusammenstehen und für ihre gemeinsame Sache kämpfen, damit auch Hape Kerkeling sich wieder wohler fühlt.</p>
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      <guid>https://write.as/radiojens/ich-habe-manchmal-das-gefuhl-dass-wir-in-einer-ahnlichen-zeit-leben-wie-in</guid>
      <pubDate>Mon, 07 Aug 2023 11:34:02 +0000</pubDate>
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      <title>With &#34;Acceleration&#34; &#34;We&#39;ll fly you to the promised Land&#34;</title>
      <link>https://write.as/radiojens/with-acceleration-well-fly-you-to-the-promised-land?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[With &#34;Acceleration&#34; &#34;We&#39;ll fly you to the promised Land&#34;&#xA;&#xA;Mein Onkel ist gestorben. Er war 91 und seit 10 Jahren schwer krank, doch er trug diese Krankheit mit der ihm eigenen Würde und Standfestigkeit. Weil ich fast keinen Kontakt mehr zu meiner #Familie habe, und weil ich nicht immer jemanden zum Vorlesen von Post hier habe, habe ich es erst spät erfahren, zu spät für den Besuch bei der Beerdigung. Ich habe meine Tante angerufen und mich nach Jahren mit ihr unterhalten, wofür ich dankbar bin. Und sie sprach davon, dass meine Schwester bei der Beerdigung war. - Und da stürmten die #Erinnerungen meiner #Kindheit auf mich ein: Schöne, lustige, vertraute Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit, die Zeit vor dem Streit. Über diese Zeit und über die dazugehörige #Musik habe ich heute vor 9 Jahren, auch an einem 23. Juli also, einen Beitrag in mein altes Blog geschrieben. Es hat mich heute morgen mehr als eine Stunde gekostet, ihn über die Wayback Machine des Web Archive zu finden, und ich weiß auch immer noch nicht genau, wie ich es geschafft habe, aber: Hier ist er.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;With “Acceleration” “we’ll fly you to the promised land!&#xA;Publiziert am 23.07.2014 von Jens Bertrams&#xA;Es ist einer dieser Tage, an denen ich keine Wahl habe. Ich setze mich an meinen Rechner, setze den Kopfhörer auf und suche zwei #LP’s, und für mich werden es immer LP’s bleiben, um sie mir anzuhören. Wenig später werde ich von der beruhigendsten, vertrautesten und manchmal auch schönsten Musik meines Lebens umfangen. Es ist nur ein kleiner Gruß über einen unermesslichen Abgrund hinweg, so groß, wie ein Abgrund zwischen Lebenden nur sein kann. Und doch ist es einfach wunderschöne Musik: Musik, wie ich sie heute nicht mehr höre.&#xA;Als ich noch ganz klein war, gab es Abend für Abend dasselbe Ritual. Nachdem ich meinen Eltern eine gute Nacht gewünscht hatte, und nachdem sie es endlich geschafft hatten, dafür zu sorgen, dass ich ins Bett ging, kam meine Schwester zu mir. Wir teilten uns ein Zimmer, obwohl sie fast 12 Jahre älter ist als ich. Damit ich auch wirklich schlief, legte sie mir eine Platte auf. An dem Tag, an dem ich getauft und sie konfirmiert worden war, hatte sie zwei Langspieler geschenkt bekommen, die gerade frisch auf dem Markt waren. Die eine Scheibe war die LP “Acceleration” von Middle of the Road, die Andere war von den Les Humphries Singers und hieß “We’ll fly you to the promised land”. Eine dieser beiden Platten musste sie mir auflegen, damit ich nachts schlafen konnte, und meistens war ich nach der ersten Seite der LP “Acceleration”, die mit “Soley Soley” endet, eingeschlafen. Neben der Gruppe ABBA mit all ihren Hits bildeten diese beiden LP’s, keineswegs die jeweils berühmtesten Aufnahmen der genannten Interpreten, den Sound meiner Kindheit. Diese Musik war Geborgenheit in einer recht großen, fest zusammenhaltenden Familie, wo jeder für den Anderen einstand. Ob mein Bruder krank wurde oder ich ins Internat musste, alle Rückschläge und Notwendigkeiten stand man gemeinsam durch.&#xA;Als ich ins Internat ging, das war eine harte Sache. Meine Schwester konnte mir ja nicht die beiden LP’s mitgeben, in unseren Zimmern waren Plattenspieler undenkbar. Auch ein Radio oder ein Kassettenrecorder waren nicht erlaubt, zumindest nicht in den ersten Jahren. Da war guter Rat teuer. So schenkte sie mir eine Single, nämlich “Movie Star” von Harpo, die ich abends auf unserem gruppeneigenen Plattenspieler wenigstens mal hören konnte, bevor ich schlafen ging. (Auch dieses Lied wird mich mein Leben lang an meine Schwester erinnern) Allmählich gerieten die beiden LP’s, die ich so lange abend für abend gehört hatte, aus meinem Blickfeld. Ich vergaß die Texte wieder, die ich auswendig gelernt hatte, ohne sie freilich zu verstehen, und die ich teilweise gemeinsam mit meiner Schwester gesungen hatte. Es war auch die Zeit, in der aus der heilen Familie meiner Kindheit eine von Krisen geschüttelte Gemeinschaft wurde, in der Krankheit und Tod reiche Ernte hielten. Und ja: Auch die Zwietracht.&#xA;Es vergingen 10 Jahre, bis ich kurz vor meiner Volljährigkeit durch einen Zufall auf eine Kassette stieß, auf der ein paar Lieder von den beiden LP’s zu hören waren. Lang vergessen geglaubte Erinnerungen stürmten auf mich ein, die Musik nahm mich sofort wieder gefangen. Alles analog, ein toller Chor, spannende Instrumente. Aber vor allem war da die Erinnerung an meine Schwester, unser gemeinsames Zimmer und viele Gelegenheiten, bei denen sie mir Texte von Liedern vorlas oder übersetzte oder mich bei der Aussprache korrigierte, oder wo wir einfach zusammen sangen. Ich erreichte, dass sie mir die beiden Platten, die sie nie aus der Hand gegeben hätte, auf Kassetten überspielte.&#xA;20 Jahre lang habe ich diesen Schatz gehütet, während meine Familie zerfiel und verschied. Es gab immer wieder Tage im Jahr – Geburts- und Hochzeitstage zum Beispiel -, an denen ich mich still hinsetzte, um die alten Lieder zu hören. In dieser Zeit erhoffte ich mir von ihnen Trost, einfach schöne Erinnerungen. Doch jetzt brachten sie Schmerz und Trauer. Spätestens, als Eris den Apfel der Zwietracht zwischen mich und meine Schwester warf, ging ihr Samen auch in der Musik auf, die ich hörte, wann immer es Grund zur Erinnerung, zur Trauer und zur Verzweiflung gab.&#xA;Ich bin oft erstaunt, wie lange #Verarbeitung und #Bewältigung dauern können, manchmal vergehen Jahrzehnte. Aber dann kommt irgendwann ein Tag, an dem es fast plötzlich vorbei ist, oder zumindest ist der Gipfel dann überwunden. Das war schon so, bevor ich heute morgen wieder die LP “Acceleration” auflegte. Mein Kopf war frei für die Musik, für die Stimmen, für den Chorgesang, das Xylophon, für die unterschiedlichen Texte ohne Schablonen und für die musikalische Vielfalt. Aber mit welcher Wucht mich die doch so vertraute Musik dann traf, hatte ich nicht erwartet. Natürlich waren da Erinnerungen, aber welche, über die ich schmunzeln und an denen ich mich erfreuen konnte, genau wie an der Musik selbst. Es ist, als habe mir das Schicksal einen Schatz meiner Kindheit zurückgegeben, den ich lange nur wie ein Symbol behandelt habe. Dabei ist das undankbar, denn die schöne Zeit meiner Kindheit hat es ja gegeben, und sie ist es wert, dass ich mich ihrer mit Dankbarkeit und Freude erinnere.&#xA;Bevor ich die LP hörte heute morgen war ich ziemlich aufgeregt und nervös. ... Doch nach der LP war ich ruhig, ausgeglichen und fröhlich. Musik kann ein echtes Zauberwerk sein.&#xA;Vielleicht geht es Ihnen und euch ja ebenso. Vielleicht gibt es Musik, gerade Musik aus der Kindheit, die Sie und euch in gute Stimmung versetzt, die tolle Erinnerungen wach ruft und Fröhlichkeit mit sich bringt. Ich wünsche so etwas allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs.&#xA;&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2 id="with-acceleration-we-ll-fly-you-to-the-promised-land">With “Acceleration” “We&#39;ll fly you to the promised Land”</h2>

<p>Mein Onkel ist gestorben. Er war 91 und seit 10 Jahren schwer krank, doch er trug diese Krankheit mit der ihm eigenen Würde und Standfestigkeit. Weil ich fast keinen Kontakt mehr zu meiner <a href="https://write.as/radiojens/tag:Familie" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Familie</span></a> habe, und weil ich nicht immer jemanden zum Vorlesen von Post hier habe, habe ich es erst spät erfahren, zu spät für den Besuch bei der Beerdigung. Ich habe meine Tante angerufen und mich nach Jahren mit ihr unterhalten, wofür ich dankbar bin. Und sie sprach davon, dass meine Schwester bei der Beerdigung war. – Und da stürmten die <a href="https://write.as/radiojens/tag:Erinnerungen" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Erinnerungen</span></a> meiner <a href="https://write.as/radiojens/tag:Kindheit" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Kindheit</span></a> auf mich ein: Schöne, lustige, vertraute Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit, die Zeit vor dem Streit. Über diese Zeit und über die dazugehörige <a href="https://write.as/radiojens/tag:Musik" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Musik</span></a> habe ich heute vor 9 Jahren, auch an einem 23. Juli also, einen Beitrag in mein altes Blog geschrieben. Es hat mich heute morgen mehr als eine Stunde gekostet, ihn über die Wayback Machine des Web Archive zu finden, und ich weiß auch immer noch nicht genau, wie ich es geschafft habe, aber: Hier ist er.</p>



<p>With “Acceleration” “we’ll fly you to the promised land!
Publiziert am 23.07.2014 von Jens Bertrams
Es ist einer dieser Tage, an denen ich keine Wahl habe. Ich setze mich an meinen Rechner, setze den Kopfhörer auf und suche zwei <a href="https://write.as/radiojens/tag:LP" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">LP</span></a>’s, und für mich werden es immer LP’s bleiben, um sie mir anzuhören. Wenig später werde ich von der beruhigendsten, vertrautesten und manchmal auch schönsten Musik meines Lebens umfangen. Es ist nur ein kleiner Gruß über einen unermesslichen Abgrund hinweg, so groß, wie ein Abgrund zwischen Lebenden nur sein kann. Und doch ist es einfach wunderschöne Musik: Musik, wie ich sie heute nicht mehr höre.
Als ich noch ganz klein war, gab es Abend für Abend dasselbe Ritual. Nachdem ich meinen Eltern eine gute Nacht gewünscht hatte, und nachdem sie es endlich geschafft hatten, dafür zu sorgen, dass ich ins Bett ging, kam meine Schwester zu mir. Wir teilten uns ein Zimmer, obwohl sie fast 12 Jahre älter ist als ich. Damit ich auch wirklich schlief, legte sie mir eine Platte auf. An dem Tag, an dem ich getauft und sie konfirmiert worden war, hatte sie zwei Langspieler geschenkt bekommen, die gerade frisch auf dem Markt waren. Die eine Scheibe war die LP “Acceleration” von Middle of the Road, die Andere war von den Les Humphries Singers und hieß “We’ll fly you to the promised land”. Eine dieser beiden Platten musste sie mir auflegen, damit ich nachts schlafen konnte, und meistens war ich nach der ersten Seite der LP “Acceleration”, die mit “Soley Soley” endet, eingeschlafen. Neben der Gruppe ABBA mit all ihren Hits bildeten diese beiden LP’s, keineswegs die jeweils berühmtesten Aufnahmen der genannten Interpreten, den Sound meiner Kindheit. Diese Musik war Geborgenheit in einer recht großen, fest zusammenhaltenden Familie, wo jeder für den Anderen einstand. Ob mein Bruder krank wurde oder ich ins Internat musste, alle Rückschläge und Notwendigkeiten stand man gemeinsam durch.
Als ich ins Internat ging, das war eine harte Sache. Meine Schwester konnte mir ja nicht die beiden LP’s mitgeben, in unseren Zimmern waren Plattenspieler undenkbar. Auch ein Radio oder ein Kassettenrecorder waren nicht erlaubt, zumindest nicht in den ersten Jahren. Da war guter Rat teuer. So schenkte sie mir eine Single, nämlich “Movie Star” von Harpo, die ich abends auf unserem gruppeneigenen Plattenspieler wenigstens mal hören konnte, bevor ich schlafen ging. (Auch dieses Lied wird mich mein Leben lang an meine Schwester erinnern) Allmählich gerieten die beiden LP’s, die ich so lange abend für abend gehört hatte, aus meinem Blickfeld. Ich vergaß die Texte wieder, die ich auswendig gelernt hatte, ohne sie freilich zu verstehen, und die ich teilweise gemeinsam mit meiner Schwester gesungen hatte. Es war auch die Zeit, in der aus der heilen Familie meiner Kindheit eine von Krisen geschüttelte Gemeinschaft wurde, in der Krankheit und Tod reiche Ernte hielten. Und ja: Auch die Zwietracht.
Es vergingen 10 Jahre, bis ich kurz vor meiner Volljährigkeit durch einen Zufall auf eine Kassette stieß, auf der ein paar Lieder von den beiden LP’s zu hören waren. Lang vergessen geglaubte Erinnerungen stürmten auf mich ein, die Musik nahm mich sofort wieder gefangen. Alles analog, ein toller Chor, spannende Instrumente. Aber vor allem war da die Erinnerung an meine Schwester, unser gemeinsames Zimmer und viele Gelegenheiten, bei denen sie mir Texte von Liedern vorlas oder übersetzte oder mich bei der Aussprache korrigierte, oder wo wir einfach zusammen sangen. Ich erreichte, dass sie mir die beiden Platten, die sie nie aus der Hand gegeben hätte, auf Kassetten überspielte.
20 Jahre lang habe ich diesen Schatz gehütet, während meine Familie zerfiel und verschied. Es gab immer wieder Tage im Jahr – Geburts- und Hochzeitstage zum Beispiel –, an denen ich mich still hinsetzte, um die alten Lieder zu hören. In dieser Zeit erhoffte ich mir von ihnen Trost, einfach schöne Erinnerungen. Doch jetzt brachten sie Schmerz und Trauer. Spätestens, als Eris den Apfel der Zwietracht zwischen mich und meine Schwester warf, ging ihr Samen auch in der Musik auf, die ich hörte, wann immer es Grund zur Erinnerung, zur Trauer und zur Verzweiflung gab.
Ich bin oft erstaunt, wie lange <a href="https://write.as/radiojens/tag:Verarbeitung" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Verarbeitung</span></a> und <a href="https://write.as/radiojens/tag:Bew%C3%A4ltigung" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Bewältigung</span></a> dauern können, manchmal vergehen Jahrzehnte. Aber dann kommt irgendwann ein Tag, an dem es fast plötzlich vorbei ist, oder zumindest ist der Gipfel dann überwunden. Das war schon so, bevor ich heute morgen wieder die LP “Acceleration” auflegte. Mein Kopf war frei für die Musik, für die Stimmen, für den Chorgesang, das Xylophon, für die unterschiedlichen Texte ohne Schablonen und für die musikalische Vielfalt. Aber mit welcher Wucht mich die doch so vertraute Musik dann traf, hatte ich nicht erwartet. Natürlich waren da Erinnerungen, aber welche, über die ich schmunzeln und an denen ich mich erfreuen konnte, genau wie an der Musik selbst. Es ist, als habe mir das Schicksal einen Schatz meiner Kindheit zurückgegeben, den ich lange nur wie ein Symbol behandelt habe. Dabei ist das undankbar, denn die schöne Zeit meiner Kindheit hat es ja gegeben, und sie ist es wert, dass ich mich ihrer mit Dankbarkeit und Freude erinnere.
Bevor ich die LP hörte heute morgen war ich ziemlich aufgeregt und nervös. ... Doch nach der LP war ich ruhig, ausgeglichen und fröhlich. Musik kann ein echtes Zauberwerk sein.
Vielleicht geht es Ihnen und euch ja ebenso. Vielleicht gibt es Musik, gerade Musik aus der Kindheit, die Sie und euch in gute Stimmung versetzt, die tolle Erinnerungen wach ruft und Fröhlichkeit mit sich bringt. Ich wünsche so etwas allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs.</p>
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      <pubDate>Sun, 23 Jul 2023 06:23:05 +0000</pubDate>
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      <title>Die letzte Reaktion</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Die letzte Reaktion&#xA;&#xA;Wenn ich gerade mein Blog neu mache, dann kann ich auch richtig aufräumen.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Eigentlich hatte ich mein kleines #Privatblog, das ich eine Weile auf #wordpress.com betrieben habe, schon vergessen. Ich hatte es einmal eingerichtet, weil auf meinem normalen Blog fast nur noch politische Beiträge standen. Aber nach zwei oder drei Jahren merkte ich, dass ich doch lieber alles in einem einzigen Blog unterbringen wollte. Ich schloss das Privatblog wieder, ließ es aber stehen und löschte es nicht.&#xA;&#xA;Heute morgen wurde ich daran erinnert.&#xA;&#xA;Seit 15 Jahren oder so hatt immer wieder ein Typ auf meinem Blog kommentiert, der sich anfangs &#34;Vater Seidenzopf&#34; nannte, wenn ich mich richtig erinnere, später nannte er sich &#34;der Goenner&#34;. Er verbarg sich hinter fake Mailadressen, war immer zu feige für eine #Debatte von Angesicht zu Angesicht. Anfangs war er ein schwermütiger Rechter, mit dem man aber durchaus hätte debattieren können. Andere Meinungen sind bereichernd, und man überprüft immer mal wieder, ob das, woran man glaubt, noch Hand und Fuß hat, oder ob man sich verrennt. Insofern fand ich es ursprünglich ganz interessant, mit ihm zu debattieren, zumal ich anfangs dachte, wir würden eine eigenartige Form gegenseitigen Respekts füreinander empfinden. Mit der Zeit aber zitierte er immer nur noch rechte Quellen und beschränkte seine eigenen Aussagen auf Pöbeleien und #Beleidigungen. Er beleidigte nicht nur mich, sondern auch andere Menschen, so dass mir 2015 schon einmal der Kragen geplatzt ist. Damals schrieb ich:&#xA;&#xA;&#34;... es ist schwer, sich vom Elend der #Flüchtlinge, dem Hochmut der Politiker und der Tatsache loszureißen, dass Gewalt inzwischen wieder ein normales Mittel politischer Auseinandersetzung geworden ist. Franz-Josef Hanke kommentierte (daraufhin): &#34;&#34;Was den Umgang mit Flüchtlingen betrifft, so gibt es in Marburg derzeit neben der geschlossenen Kleiderkammer und zu wenig Toiletten im Camp auch Probleme mit der Gesundheitsversorgung: Krankenkarten wären dringend nötig, um zu verhindern, dass Ärzte Flüchtlinge nur rudimentär behandeln, weil sie trotz Kostenzusage des Landes monatelang auf Bezahlung warten. Schwangere Frauen sollten zur Entbindung nach Gießen ins Klinikum und wurden drei Stunden nach der Geburt mit dem Säugling ins kalte Zelt zurückgeschickt!...&#34; Daraufhin meldete sich einer dieser besorgten Bürger, einer, der sich von Flüchtlingen bedroht fühlt, der Angst hat. Vermutlich einer, der nicht mehr genug zu essen hat, seit Monaten auf der Straße steht, weil ihm gekündigt wurde wegen Flüchtlingen, einer, der keinen Computer, keinen Elektroherd, keine Waschmaschine hat. So ein armer verhungerter Stänkerer und Hetzer meldete sich bei mir, ein Typ, dem der Arsch so auf Grund geht, dass er mit Gift und Galle um Hilfe ruft! Er antwortete auf den Kommentar von Franz-Josef wie folgt: &#34;Wenn Ihre Asylanten zu wenig Toiletten haben, kaufen oder mieten Sie halt die fehlenden. Sie sind doch reich und wenn Ihre reichen Kollegen von der HU (Humanistische Union) schön zusammenlegen, sollte das Problem doch schnell gelöst sein. Bei den vielen reichen Refugees-Welcome-Freiwilligen finden sich sicher auch einige Handwerker/Bauarbeiter, die Ihnen für Materialkostenausgleich eine Mauer mit installierten Toilettenkabinen hinstellen, falls noch nicht vorhanden. Also bitte, dann mal los. Und Ihre Refugees müssten heute nicht frieren, wenn Sie und Ihresgleichen die nicht in Massen hier her gelockt hätten, und dann hätten auch die genug, die wirklich auf der Flucht sind. Alles nichts, was nicht vorhersehbar war, und ich sage Ihnen, es kommt noch viel schlimmer, aber das wissen Sie auch selbst ganz genau.&#34; Zugegeben, es ist noch eine recht harmlose Mail, aber sie brachte bei mir das Fass zum Überlaufen. Jetzt hör mal zu, du besorgter Fascho: Ich habe deinen Kommentar erst mal von Rechtschreibfehlern gesäubert und deinem Text die Wohltat von Umlauten angedeihen lassen, bevor ich ihn hier eingestellt habe, dafür solltest du mir dankbar sein. Refugees hast du nur mit einem e geschrieben, auch das habe ich korrigiert. Aber das lief unter Service des Hauses. Sodann hast du unter der Mailadresse &#34;goenner-at-haft.wir&#34; geschrieben, du erbärmlicher Feigling! Ich will dir mal was sagen: Ein aufrechter Deutscher kann sein Gesicht offen zeigen, steht seinen Mann und sieht seinem Schicksal gerade ins Gesicht. Ein ehrenhafter preußischer Offizier hätte dir eine Ohrfeige verpasst, du Memme! Wenn du was zu sagen hast, dann sage es offen und ehrlich, schau mich und jeden anderen an und versteck dich nicht hinter Pseudoadressen, damit man dir nur ja nicht ans Zeug flicken kann, du geistiger Brandstifter! Und jetzt mal zum Inhalt: Ich bin Jens Bertrams, wohne in Marburg und beziehe ALG II, auch als Hartz IV bekannt. Und trotzdem leiste ich mir diese Gutmenscheneinstellung. Reich ist was Anderes! Deine Unterstellungen kannst du dir in das dunkle Loch stecken, aus dem du sie hervor geholt hast! ... Denke mal ein bisschen, bevor du brüllst, Möchtegern-Tiger! Und jetzt ein guter Ratschlag von mir an dich, wenn du überhaupt noch den Mut besitzt, diesen Beitrag bis zum Ende zu lesen: Wenn du der Meinung bist, die Flüchtlinge hätten in ihren Heimatländern gut leben können und keinen Grund, nach Deutschland zu kommen, dann verschwinde endlich nach Syrien! ... Du und deinesgleichen hetzt so lange, bis irgendwelche Idioten Häuser anzünden, in denen Flüchtlinge leben, ganz egal, ob irgendwer darin umkommt, egal ob Flüchtlinge oder deutsche Nachbarn. Du und deinesgleichen versteckt euch so lange hetzend hinter falschen Mailadressen, bis irgendwer, von euren Parolen und Schreiereien aufgehetzt, Politikerinnen und Passanten umbringt. Nur du und deinesgleichen, ihr seid es ja nicht gewesen, ihr habt ja nie mit Klarnamen unterschrieben und nur im Verborgenen gehetzt! Du und dein selbstgerechtes, anonymes, hinterhältiges Pack!!! Trollt euch! Macht die Biege! Wir haben genug andere Sorgen! ... Du und deinesgleichen übergießt anständige Menschen mit Hetze und Häme, weil sie sich für #Menschlichkeit einsetzen und überhaupt eine andere #Meinung haben als ihr. Das nennt ihr dann #Lügenpresse und Meinungsdiktatur und was weiß ich sonst noch alles. Ich bin euch so satt! ... Wenn du was zu sagen hast, dann tu es offen, ehrlich, mit Klarnamen und sachlich.&#34;&#xA;&#xA;Das war, wie gesagt, 2015 im Oktober, als meine Liebste @DasNest@masto.ai in der Flüchtlingsaufnahmeeinrichtung in Marburg arbeitete und genau miterlebte, was passierte. Mein Wutausbruch hat den &#34;Goenner&#34; nicht daran gehindert, weiterhin zu kommentieren. Lange habe ich seine Beiträge noch gelesen, wenn ich den unsäglichen Dreck auch nicht mehr freigeschaltet habe. Ich hätte freigeschaltet, was einigermaßen anständig gewesen wäre, unabhängig von einer bestimmten Meinung.&#xA;&#xA;Vor ungefähr einem halben Jahr hatte ich endgültig keine Lust mehr. Außer Beleidigungen kam nichts mehr. Wir, die rot-grün Versifften, waren schuld an allem. Punkt! Das reichte mir, und ich schaltete die Kommentarfunktion meines Blogs fast vollständig ab, zumal es ohnehin kaum noch Kommentare gab, die sachlich waren. Die Zeit der #Diskussionsblogs, die Anfang des Jahrtausends so hoffnungsvoll begonnen hatte und dazu hätte führen können, dass die Gesellschaft offen über Meinungen debattiert, ohne sich zu zerfleischen, ist endgültig vorbei. Wir haben es nicht geschafft, die neuen Techniken für eine gesellschaftliche Debatte und für die Verbesserung des gegenseitigen Umgangs zu nutzen, für mehr #Demokratie und Mitbestimmung. Im Gegenteil: Es ist alles nur noch schlimmer, radikaler und bösartiger geworden.&#xA;&#xA;Heute morgen nun reagierte der &#34;Goenner&#34;, indem er über mein altes, aus nostalgie stehengelassenes Blog einen beleidigenden Kommentar absetzte. Daraufhin habe ich das alte Blog ebenfalls gelöscht. Es hat einfach keinen Sinn mehr. Die Faschos und ihre Nachplapperer zwingen einen, sich in eine Diskussionsfestung zurückzuziehen, wo man kaum noch kontrovers debattieren kann, wenn überhaupt ein Gespräch zustande kommt. Aber auf den &#34;Goenner&#34; habe ich absolut keine Lust mehr. Da er sicher nicht für ein Write.as-Abo bezahlen will, bin ich ihn jetzt los. Sicher: Er könnte mir eine Mail schicken, natürlich kennt er meine Mail-Adresse. - Aber entweder, er müsste das mit einer gültigen Mailadresse tun, der Feigling, oder seine Mail würde halt abgewiesen. So einfach ist das. 15 Jahre Diskussionsversuch ist genug. Das war meine allerletzte Reaktion auf ihn und seinesgleichen.&#xA;&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2 id="die-letzte-reaktion">Die letzte Reaktion</h2>

<p>Wenn ich gerade mein Blog neu mache, dann kann ich auch richtig aufräumen.</p>



<p>Eigentlich hatte ich mein kleines <a href="https://write.as/radiojens/tag:Privatblog" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Privatblog</span></a>, das ich eine Weile auf <a href="https://write.as/radiojens/tag:wordpress" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">wordpress</span></a>.com betrieben habe, schon vergessen. Ich hatte es einmal eingerichtet, weil auf meinem normalen Blog fast nur noch politische Beiträge standen. Aber nach zwei oder drei Jahren merkte ich, dass ich doch lieber alles in einem einzigen Blog unterbringen wollte. Ich schloss das Privatblog wieder, ließ es aber stehen und löschte es nicht.</p>

<p>Heute morgen wurde ich daran erinnert.</p>

<p>Seit 15 Jahren oder so hatt immer wieder ein Typ auf meinem Blog kommentiert, der sich anfangs “Vater Seidenzopf” nannte, wenn ich mich richtig erinnere, später nannte er sich “der Goenner”. Er verbarg sich hinter fake Mailadressen, war immer zu feige für eine <a href="https://write.as/radiojens/tag:Debatte" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Debatte</span></a> von Angesicht zu Angesicht. Anfangs war er ein schwermütiger Rechter, mit dem man aber durchaus hätte debattieren können. Andere Meinungen sind bereichernd, und man überprüft immer mal wieder, ob das, woran man glaubt, noch Hand und Fuß hat, oder ob man sich verrennt. Insofern fand ich es ursprünglich ganz interessant, mit ihm zu debattieren, zumal ich anfangs dachte, wir würden eine eigenartige Form gegenseitigen Respekts füreinander empfinden. Mit der Zeit aber zitierte er immer nur noch rechte Quellen und beschränkte seine eigenen Aussagen auf Pöbeleien und <a href="https://write.as/radiojens/tag:Beleidigungen" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Beleidigungen</span></a>. Er beleidigte nicht nur mich, sondern auch andere Menschen, so dass mir 2015 schon einmal der Kragen geplatzt ist. Damals schrieb ich:</p>

<p>”... es ist schwer, sich vom Elend der <a href="https://write.as/radiojens/tag:Fl%C3%BCchtlinge" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Flüchtlinge</span></a>, dem Hochmut der Politiker und der Tatsache loszureißen, dass Gewalt inzwischen wieder ein normales Mittel politischer Auseinandersetzung geworden ist. Franz-Josef Hanke kommentierte (daraufhin): ““Was den Umgang mit Flüchtlingen betrifft, so gibt es in Marburg derzeit neben der geschlossenen Kleiderkammer und zu wenig Toiletten im Camp auch Probleme mit der Gesundheitsversorgung: Krankenkarten wären dringend nötig, um zu verhindern, dass Ärzte Flüchtlinge nur rudimentär behandeln, weil sie trotz Kostenzusage des Landes monatelang auf Bezahlung warten. Schwangere Frauen sollten zur Entbindung nach Gießen ins Klinikum und wurden drei Stunden nach der Geburt mit dem Säugling ins kalte Zelt zurückgeschickt!...” Daraufhin meldete sich einer dieser besorgten Bürger, einer, der sich von Flüchtlingen bedroht fühlt, der Angst hat. Vermutlich einer, der nicht mehr genug zu essen hat, seit Monaten auf der Straße steht, weil ihm gekündigt wurde wegen Flüchtlingen, einer, der keinen Computer, keinen Elektroherd, keine Waschmaschine hat. So ein armer verhungerter Stänkerer und Hetzer meldete sich bei mir, ein Typ, dem der Arsch so auf Grund geht, dass er mit Gift und Galle um Hilfe ruft! Er antwortete auf den Kommentar von Franz-Josef wie folgt: “Wenn Ihre Asylanten zu wenig Toiletten haben, kaufen oder mieten Sie halt die fehlenden. Sie sind doch reich und wenn Ihre reichen Kollegen von der HU (Humanistische Union) schön zusammenlegen, sollte das Problem doch schnell gelöst sein. Bei den vielen reichen Refugees-Welcome-Freiwilligen finden sich sicher auch einige Handwerker/Bauarbeiter, die Ihnen für Materialkostenausgleich eine Mauer mit installierten Toilettenkabinen hinstellen, falls noch nicht vorhanden. Also bitte, dann mal los. Und Ihre Refugees müssten heute nicht frieren, wenn Sie und Ihresgleichen die nicht in Massen hier her gelockt hätten, und dann hätten auch die genug, die wirklich auf der Flucht sind. Alles nichts, was nicht vorhersehbar war, und ich sage Ihnen, es kommt noch viel schlimmer, aber das wissen Sie auch selbst ganz genau.” Zugegeben, es ist noch eine recht harmlose Mail, aber sie brachte bei mir das Fass zum Überlaufen. Jetzt hör mal zu, du besorgter Fascho: Ich habe deinen Kommentar erst mal von Rechtschreibfehlern gesäubert und deinem Text die Wohltat von Umlauten angedeihen lassen, bevor ich ihn hier eingestellt habe, dafür solltest du mir dankbar sein. Refugees hast du nur mit einem e geschrieben, auch das habe ich korrigiert. Aber das lief unter Service des Hauses. Sodann hast du unter der Mailadresse “goenner-at-haft.wir” geschrieben, du erbärmlicher Feigling! Ich will dir mal was sagen: Ein aufrechter Deutscher kann sein Gesicht offen zeigen, steht seinen Mann und sieht seinem Schicksal gerade ins Gesicht. Ein ehrenhafter preußischer Offizier hätte dir eine Ohrfeige verpasst, du Memme! Wenn du was zu sagen hast, dann sage es offen und ehrlich, schau mich und jeden anderen an und versteck dich nicht hinter Pseudoadressen, damit man dir nur ja nicht ans Zeug flicken kann, du geistiger Brandstifter! Und jetzt mal zum Inhalt: Ich bin Jens Bertrams, wohne in Marburg und beziehe ALG II, auch als Hartz IV bekannt. Und trotzdem leiste ich mir diese Gutmenscheneinstellung. Reich ist was Anderes! Deine Unterstellungen kannst du dir in das dunkle Loch stecken, aus dem du sie hervor geholt hast! ... Denke mal ein bisschen, bevor du brüllst, Möchtegern-Tiger! Und jetzt ein guter Ratschlag von mir an dich, wenn du überhaupt noch den Mut besitzt, diesen Beitrag bis zum Ende zu lesen: Wenn du der Meinung bist, die Flüchtlinge hätten in ihren Heimatländern gut leben können und keinen Grund, nach Deutschland zu kommen, dann verschwinde endlich nach Syrien! ... Du und deinesgleichen hetzt so lange, bis irgendwelche Idioten Häuser anzünden, in denen Flüchtlinge leben, ganz egal, ob irgendwer darin umkommt, egal ob Flüchtlinge oder deutsche Nachbarn. Du und deinesgleichen versteckt euch so lange hetzend hinter falschen Mailadressen, bis irgendwer, von euren Parolen und Schreiereien aufgehetzt, Politikerinnen und Passanten umbringt. Nur du und deinesgleichen, ihr seid es ja nicht gewesen, ihr habt ja nie mit Klarnamen unterschrieben und nur im Verborgenen gehetzt! Du und dein selbstgerechtes, anonymes, hinterhältiges Pack!!! Trollt euch! Macht die Biege! Wir haben genug andere Sorgen! ... Du und deinesgleichen übergießt anständige Menschen mit Hetze und Häme, weil sie sich für <a href="https://write.as/radiojens/tag:Menschlichkeit" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Menschlichkeit</span></a> einsetzen und überhaupt eine andere <a href="https://write.as/radiojens/tag:Meinung" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Meinung</span></a> haben als ihr. Das nennt ihr dann <a href="https://write.as/radiojens/tag:L%C3%BCgenpresse" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Lügenpresse</span></a> und Meinungsdiktatur und was weiß ich sonst noch alles. Ich bin euch so satt! ... Wenn du was zu sagen hast, dann tu es offen, ehrlich, mit Klarnamen und sachlich.”</p>

<p>Das war, wie gesagt, 2015 im Oktober, als meine Liebste <a href="/@/DasNest@masto.ai" class="u-url mention">@<span>DasNest@masto.ai</span></a> in der Flüchtlingsaufnahmeeinrichtung in Marburg arbeitete und genau miterlebte, was passierte. Mein Wutausbruch hat den “Goenner” nicht daran gehindert, weiterhin zu kommentieren. Lange habe ich seine Beiträge noch gelesen, wenn ich den unsäglichen Dreck auch nicht mehr freigeschaltet habe. Ich hätte freigeschaltet, was einigermaßen anständig gewesen wäre, unabhängig von einer bestimmten Meinung.</p>

<p>Vor ungefähr einem halben Jahr hatte ich endgültig keine Lust mehr. Außer Beleidigungen kam nichts mehr. Wir, die rot-grün Versifften, waren schuld an allem. Punkt! Das reichte mir, und ich schaltete die Kommentarfunktion meines Blogs fast vollständig ab, zumal es ohnehin kaum noch Kommentare gab, die sachlich waren. Die Zeit der <a href="https://write.as/radiojens/tag:Diskussionsblogs" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Diskussionsblogs</span></a>, die Anfang des Jahrtausends so hoffnungsvoll begonnen hatte und dazu hätte führen können, dass die Gesellschaft offen über Meinungen debattiert, ohne sich zu zerfleischen, ist endgültig vorbei. Wir haben es nicht geschafft, die neuen Techniken für eine gesellschaftliche Debatte und für die Verbesserung des gegenseitigen Umgangs zu nutzen, für mehr <a href="https://write.as/radiojens/tag:Demokratie" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Demokratie</span></a> und Mitbestimmung. Im Gegenteil: Es ist alles nur noch schlimmer, radikaler und bösartiger geworden.</p>

<p>Heute morgen nun reagierte der “Goenner”, indem er über mein altes, aus nostalgie stehengelassenes Blog einen beleidigenden Kommentar absetzte. Daraufhin habe ich das alte Blog ebenfalls gelöscht. Es hat einfach keinen Sinn mehr. Die Faschos und ihre Nachplapperer zwingen einen, sich in eine Diskussionsfestung zurückzuziehen, wo man kaum noch kontrovers debattieren kann, wenn überhaupt ein Gespräch zustande kommt. Aber auf den “Goenner” habe ich absolut keine Lust mehr. Da er sicher nicht für ein Write.as-Abo bezahlen will, bin ich ihn jetzt los. Sicher: Er könnte mir eine Mail schicken, natürlich kennt er meine Mail-Adresse. – Aber entweder, er müsste das mit einer gültigen Mailadresse tun, der Feigling, oder seine Mail würde halt abgewiesen. So einfach ist das. 15 Jahre Diskussionsversuch ist genug. Das war meine allerletzte Reaktion auf ihn und seinesgleichen.</p>
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      <guid>https://write.as/radiojens/die-letzte-reaktion</guid>
      <pubDate>Tue, 18 Jul 2023 12:34:31 +0000</pubDate>
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      <title>Ein paar Worte zum Fall Lindemann</title>
      <link>https://write.as/radiojens/ein-paar-worte-zum-fall-lindemann?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Ein paar Worte zum Fall Lindemann&#xA;&#xA;Bei diesem Text weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Hier versagt mein journalistisches Ich. Kollegen könnten genüsslich die Vorwürfe herunterbeten, die im letzten Monat gegen Rammstein-Frontmann Till #Lindemann von inzwischen hunderten Frauen erhoben wurden, doch das will und werde ich nicht tun. Die Opfer des so lange gefeierten, verstandenen, umjubelten, verteidigten, mutmaßlichen Vergewaltigers mit der leisen, einfühlsamen Stimme, dessen lyrisches Ich in Gedichten und Liedern von Gewalt nur so strotzt, haben ihre eigenen Wege gefunden, sich zu äußern, sie brauchen meine Wiedergabe des bereits Bekannten nicht. Stattdessen möchte ich mich mit den Reaktionen auf die Vorwürfe befassen. &#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Wobei: Eigentlich ist auch das sinnlos, denn es sind immer dieselben, erwartbaren Reaktionen, die man im Netz, das heute die öffentliche Meinung repräsentiert, findet. Viele Männer sagen, man solle jetzt keine Generalanklage gegen das männliche Geschlecht erheben, es wären doch nicht alle so, Andere trauen sich zu behaupten, dass sich wohl kein Mann von Fantasien freisprechen kann, die sexualisierte Gewalt gegen Frauen beinhalten. Die dritte Gruppe zuckt mit den Schultern: Was erwartet ihr, wenn ihr auf ein Rock-Konzert geht? #Rock&#39;n-Roll ist Freiheit, #Grenzüberschreitung und spielt mit dem Unerhörten, dem Unerlaubten, dem offen unbürgerlichen Tun und Wollen! &#xA;&#xA;Freiheit? Grenzüberschreitung? Freiheit für Wen? Warum sind gewalttätige Rockstars eigentlich nur Männer, und warum sind #Groupies nur Frauen? Aus irgend einer Ecke raunt es, auch Stars wie Madonna oder die Bangles hätten sicher männliche Groupies, aber das ist nachweislich falsch. Von einem einzigen Mann ist bekannt, dass er den Bangles eine Weile nachgereist ist und aufdringlich aber gewaltlos versuchte, in ihre Betten zu kommen. Das nächste Geraune hebt an: Aber auch die weiblichen Groupies sind nicht immer Opfer! - Sagt auch niemand. - Unter den sogenannten berühmten Groupies gab es in den Sechzigern und frühen Siebzigern durchaus selbstbewusste Frauen, die sich mindestens ebenso für die Kunst und die Musik wie für die Körper der Rockstars interessierten. Nur unsere Gesellschaft hat sie auf die Rolle als Sexobjekte reduziert. Die niederländische Band &#34;Bots&#34; singt im Originaltext ihres Liedes &#34;Popmuzikant&#34;: &#34;... (Ich) stand zum ersten Mal vor großem Publikum. Dreimal in der Woche ließen wir es so richtig krachen! In der Pause lagen die Mädchen bereit, und ich schwamm im Geld&#34;. Für wen also bringt der Rock&#39;n-Roll-Lifestyle Freiheit? Natürlich für die männlichen Stars. - Für wen sonst? Mick Jagger kann mit 80 auf die Bühne gehen und singen, wie er will, er wird umjubelt. Madonna trifft mit 60 bei einem Live-Auftritt beim ESC nicht jeden Ton und wird von der Kritik in Grund und Boden getreten. Höre man mir auf mit dem Rock&#39;n-Roll! &#xA;&#xA;Aber was hat das alles mit Till Lindemann zu tun? &#xA;&#xA;Die Journaille versucht zu verstehen, warum Lindemann die Grenzüberschreitung so liebt, dass er sie zum Hauptbestandteil seines lyrischen Ichs machte. Schließlich ist er in der DDR aufgewachsen und hat einen viel tieferen, intensiveren Wunsch nach und Begriff von Freiheit. Provokation ist das Recht, das System anzuzweifeln und zu hinterfragen, erklären die selbsternannten Musikpsychologen. Dabei kann einem bei dem, was Lindemann schreibt und singt, nur speihübel werden! Als die Band anfing, so heißt es aus ihrem Umfeld, habe man sich zunächst nur auf Eines einigen können: Ficken. Mehr muss man einfach nicht wissen. &#xA;&#xA;Unsere Gesellschaft ist zutiefst frauenverachtend, sexualisiert und gewaltverherrlichend. Es trifft und betrifft nicht jede Frau, manche haben bessere Startvoraussetzungen, manche haben sich ein dickes Fell zugelegt oder halten durch unbekümmert selbstbewusstes Auftreten die schlimmsten Auswüchse von sich fern, aber im Großen und Ganzen leben wir in einer Welt, in der auch nach den Vorwürfen gegen Till Lindemann die Konzerte der Band ausverkauft sind, in der sich niemand von dem Mann distanziert, außer seinem Verlag, weil es ihn Einnahmen kosten könnte, und in der die Frauen, die sich nun mutig an die Öffentlichkeit wagen, bedroht, verhöhnt und der Falschbeschuldigung bezichtigt werden. Auf Shelby Lynn, die Frau, die als Erste mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit ging, wurde von einem der #Fans von #Rammstein sogar ein #Kopfgeld ausgesetzt. Gleichzeitig wird die Lüge verbreitet, Falschbeschuldigungen gegen Männer wegen sexualisierter Gewalt hätten sich als probates Mittel der Frauen für eine Rache gegen Ex-Partner etabliert. Die Zahl der Falschbeschuldigungen mag leicht zugenommen haben, aber das ist statistisch nicht signifikant. Den Verteidigern Lindemanns ist das egal. Sie verteidigen nicht einen einzelnen Rockstar, sie verteidigen das #Patriarchat. Lindemann ist nicht der Erste und wird nicht der Letzte sein, gegen den Anschuldigungen erhoben werden, die juristisch nicht bewiesen werden können und keine Folgen zeitigen. Marilyn Manson ist auch so einer. Und das alles trotz der #MeToo-Debatte, die im allgemeinen nichts wirklich verändert hat. Je offener diese Männer mit ihren Verbrechen umgehen, je öffentlicher sie sie zelebrieren, desto mehr sieht die Gesellschaft weg und ist davon fest überzeugt, dass es sich nur um ein lyrisches Ich handeln kann. Für ihre offene Grenzüberschreitung werden diese Männer sogar bewundert und im Feuilleton in den höchsten Tönen gelobt. &#xA;&#xA;Ich weiß gar nicht, wo dieser Text hinführen soll. Er soll vermutlich meinen Zorn, meine Ratlosigkeit, meinen Ekel ausdrücken. Dass er nichts ändert, weiß ich längst. Soll er meine Solidarität mit den Opfern Lindemanns und aller toxischen Männer ausdrücken? Ja, natürlich auch das. Doch damit macht Mann es sich immer besonders leicht. Auch ich könnte sagen: &#34;Nicht alle Männer sind wie Lindemann, ich auch nicht.&#34; Wem wäre damit geholfen? Niemandem! Auf die vorgebrachte Aussage, in jedem Mann stecke doch ein kleiner Eroberer, der Fantasien von Grenzüberschreitungen gegenüber Frauen habe, könnte ich noch viel mehr sagen, aber wem hilft es? Nur so viel: Das sehe ich ganz anders, und zwar aufgrund eigener Gefühle. Von verschiedenen Autorinnen wird inzwischen gefordert, nicht vor allem den &#34;Fall Lindemann&#34; bis ins Kleinste auszuwalzen, sondern sich damit zu befassen, was sich wie in unserer Gesellschaft ändern könnte, damit so etwas in Zukunft nicht mehr vorkommt. Eine gute Idee, doch die bisherigen Skandale, so zahlreich sie sind, haben auch nicht zu einem Umdenken, und schon gar nicht zu einem gesellschaftlichen Dialog geführt. Man kann doch weder die Kunst, noch die Ausformulierung erotischer oder pornographischer Grenzfantasien verbieten, ruft es aus der Ecke der Verteidigerinnen der Kunstfreiheit. - Natürlich nicht. Bloß geht es dabei immer um männliche Dominanz und die Unterwerfung von Frauen. Das sollte uns zu Denken geben. Nur Männer gehen öffentlich an die Grenze dessen, was man als strafrechtlich bedenklich bezeichnen kann, wenn es tatsächlich geschähe und nicht nur Fantasie wäre. Schwierig wird es dann, wenn ein hypermännlicher Künstler mit Gewaltfantasien, die er in seinem bisherigen Leben für sich behalten oder nur in Liedern und Gedichten ausgedrückt hat, plötzlich über eine Logistik, einen Stab von Security-Leuten verfügt und genügend Geld hat, um sich Frauen von willigen Mitarbeiterinnen zuführen zu lassen, sie einschüchtern und unter Drogen setzen zu lassen, damit er sie benutzen kann, wie er es in seinen Fantasien beschrieben hat. Die männlichen Mitarbeiter, die ihm geholfen haben, dürfen dann #Resteficken, also die Mädchen, die der Star nicht will, und die weiblichen Mitarbeiterinnen dürfen sich casting Director nennen und eine Macht genießen, die Frauen sonst nicht offensteht. Und wir, die Gesellschaft, die Journalisten, die Veranstalter, die Fans, die gern Skandalgeschichten hören, haben einfach weggeschaut. Als die Schauspielerin Kayla Shyx nach einem Besuch eines Rammsteinkonzertes vor einem Jahr ein Video auf Youtube stellen wollte, in dem sie beschrieb, was ihr hinter der Bühne geschehen war, forderte ihr damaliges Management sie auf, das Video nicht zu veröffentlichen: &#34;Das weiß doch eh Jeder, wir wollen doch kein Aufsehen erregen&#34;, hat man ihr gesagt, und sie hat sich umstimmen lassen, was ihr jetzt Gewissensbisse macht. Die Macht der Gewohnheit, dass Frauen keinen Aufstand machen sollen, war stärker als das eigene Gewissen einer mutigen Frau. &#xA;&#xA;Einige Feministinnen hoffen und glauben, dass wir gerade die letzten Zuckungen des Patriarchats erleben, dass es sich noch einmal aufbäumt, bevor es endgültig vergeht. Ich glaube das nicht. Für mich sind wir auf dem Weg zurück ins finstere Mittelalter, das Margaret Attwood in ihrem Buch &#34;Der Report der Magd&#34; so zeitlos beschreibt. Der Angriff der mächtigen Männer auf die Selbstbestimmung und die Rechte der Frauen hat nicht nur längst begonnen, er zeitigt auch bereits Erfolge in den offiziell freiesten Nationen der Welt, wie man an den neuen Anti-Abtreibungsgesetzen in den USA sehen kann. Till Lindemann und seine Sicht auf Frauen ist kein außergewöhnlicher Einzelfall, sondern weit verbreitet. Und wir alle wissen das, es kümmert uns nur selten. Jetzt wird mal wieder ein paar Wochen darüber gesprochen, solange sich die Medien für den Fall interessieren. Danach geht alles so weiter wie zuvor. Wenn die Band nicht mehr unter Beobachtung steht, wird es wohl auch bei Rammstein wieder eine &#34;Row Zero&#34; geben, nehme ich an. &#xA;&#xA;Ich wünschte, die Frauen wären tatsächlich so mächtig, wie man ihnen in der toxischen Mannosphäre unterstellt, dann könnten sie ein für allemal Schluss mit dieser verachtenswerten Männlichkeit machen. &#xA;&#xA;P. S.: Dieser Beitrag stammt noch von meinem alten Blog. - Inzwischen, genau einen Monat später, hört man nichts mehr von Lindemann und Rammstein.&#xA;&#xA;P. P. S: Es ist unfassbar: Gerade heute veröffentlicht die Tagesschau einen ausführlichen Bericht, in dem auch Vorwürfe gegen andere Bandmitglieder von Rammstein benannt werden. Es ist unfassbar, dass mehrfach in diesem Text steht, es gelte die Unschuldsvermutung, was ja selbstverständlich sein sollte, was aber nur bei Vorwürfen von Frauen so oft gesagt wird. Die betroffenen Herren der Schöpfung weisen die Vorwürfe zurück und empören sich darüber, dass man in ihre Intimsphäre eingreife. &#34;Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte&#34;, sagte Max Libermann in einem anderen Zusammenhang, aber mir geht es ebenso. Und diese neuen Vorwürfe sind extrem gut dokumentiert, aber ich wette, es wird nichts unternommen werden. Das Thema ist, wie sagt man so unschön, abgefrühstückt.&#xA;&#xA;Zum Schluss einige weitere Links: &#xA;&#xA;Hier das Youtube-Video von Kayla Shyx, in dem sie über ihre eigenen Erfahrungen berichtet: &#xA;&#xA;https://www.youtube.com/watch?v=9YLsMXyo3Uc&#xA;&#xA;a Href=&#34;https://www.swr.de/swr2/musik-jazz-und-pop/porno-mit-buch-wo-hoert-das-lyrische-ich-von-till-lindemann-auf-100.html&#34;Porno mit Buch: Wo hört das lyrische Ich von Till Lindemann auf? (SWR)/a &#xA;&#xA;a href=&#34;https://songtextes.de/songtexte/till-lindemann-wenn-du-schlaefst&#34;Till Lindemanns Skandalgedicht &#34;Wenn du schläfst&#34;/a &#xA;&#xA;a href=&#34;https://www.freitag.de/autoren/juergen-ziemer/rammstein-zirkus-ging-viel-zu-lange-als-grosser-boeser-spass-durch&#34;Ein guter Artikel des Freitag über das lange Schweigen gegenüber Gerüchten/a. &#xA;&#xA;Ein sehr guter Artikel aus der Schweiz über die Frage, wie falsch unsere Debatte über Till Lindemann läuft, und wie subtil Schuldumkehr funktioniert&#xA;&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2 id="ein-paar-worte-zum-fall-lindemann">Ein paar Worte zum Fall Lindemann</h2>

<p>Bei diesem Text weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Hier versagt mein journalistisches Ich. Kollegen könnten genüsslich die Vorwürfe herunterbeten, die im letzten Monat gegen Rammstein-Frontmann Till <a href="https://write.as/radiojens/tag:Lindemann" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Lindemann</span></a> von inzwischen hunderten Frauen erhoben wurden, doch das will und werde ich nicht tun. Die Opfer des so lange gefeierten, verstandenen, umjubelten, verteidigten, mutmaßlichen Vergewaltigers mit der leisen, einfühlsamen Stimme, dessen lyrisches Ich in Gedichten und Liedern von Gewalt nur so strotzt, haben ihre eigenen Wege gefunden, sich zu äußern, sie brauchen meine Wiedergabe des bereits Bekannten nicht. Stattdessen möchte ich mich mit den Reaktionen auf die Vorwürfe befassen.</p>



<p>Wobei: Eigentlich ist auch das sinnlos, denn es sind immer dieselben, erwartbaren Reaktionen, die man im Netz, das heute die öffentliche Meinung repräsentiert, findet. Viele Männer sagen, man solle jetzt keine Generalanklage gegen das männliche Geschlecht erheben, es wären doch nicht alle so, Andere trauen sich zu behaupten, dass sich wohl kein Mann von Fantasien freisprechen kann, die sexualisierte Gewalt gegen Frauen beinhalten. Die dritte Gruppe zuckt mit den Schultern: Was erwartet ihr, wenn ihr auf ein Rock-Konzert geht? <a href="https://write.as/radiojens/tag:Rock" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Rock</span></a>&#39;n-Roll ist Freiheit, <a href="https://write.as/radiojens/tag:Grenz%C3%BCberschreitung" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Grenzüberschreitung</span></a> und spielt mit dem Unerhörten, dem Unerlaubten, dem offen unbürgerlichen Tun und Wollen!</p>

<p>Freiheit? Grenzüberschreitung? Freiheit für Wen? Warum sind gewalttätige Rockstars eigentlich nur Männer, und warum sind <a href="https://write.as/radiojens/tag:Groupies" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Groupies</span></a> nur Frauen? Aus irgend einer Ecke raunt es, auch Stars wie Madonna oder die Bangles hätten sicher männliche Groupies, aber das ist nachweislich falsch. Von einem einzigen Mann ist bekannt, dass er den Bangles eine Weile nachgereist ist und aufdringlich aber gewaltlos versuchte, in ihre Betten zu kommen. Das nächste Geraune hebt an: Aber auch die weiblichen Groupies sind nicht immer Opfer! – Sagt auch niemand. – Unter den sogenannten berühmten Groupies gab es in den Sechzigern und frühen Siebzigern durchaus selbstbewusste Frauen, die sich mindestens ebenso für die Kunst und die Musik wie für die Körper der Rockstars interessierten. Nur unsere Gesellschaft hat sie auf die Rolle als Sexobjekte reduziert. Die niederländische Band “Bots” singt im Originaltext ihres Liedes “Popmuzikant”: “... (Ich) stand zum ersten Mal vor großem Publikum. Dreimal in der Woche ließen wir es so richtig krachen! In der Pause lagen die Mädchen bereit, und ich schwamm im Geld”. Für wen also bringt der Rock&#39;n-Roll-Lifestyle Freiheit? Natürlich für die männlichen Stars. – Für wen sonst? Mick Jagger kann mit 80 auf die Bühne gehen und singen, wie er will, er wird umjubelt. Madonna trifft mit 60 bei einem Live-Auftritt beim ESC nicht jeden Ton und wird von der Kritik in Grund und Boden getreten. Höre man mir auf mit dem Rock&#39;n-Roll!</p>

<p>Aber was hat das alles mit Till Lindemann zu tun?</p>

<p>Die Journaille versucht zu verstehen, warum Lindemann die Grenzüberschreitung so liebt, dass er sie zum Hauptbestandteil seines lyrischen Ichs machte. Schließlich ist er in der DDR aufgewachsen und hat einen viel tieferen, intensiveren Wunsch nach und Begriff von Freiheit. Provokation ist das Recht, das System anzuzweifeln und zu hinterfragen, erklären die selbsternannten Musikpsychologen. Dabei kann einem bei dem, was Lindemann schreibt und singt, nur speihübel werden! Als die Band anfing, so heißt es aus ihrem Umfeld, habe man sich zunächst nur auf Eines einigen können: Ficken. Mehr muss man einfach nicht wissen.</p>

<p>Unsere Gesellschaft ist zutiefst frauenverachtend, sexualisiert und gewaltverherrlichend. Es trifft und betrifft nicht jede Frau, manche haben bessere Startvoraussetzungen, manche haben sich ein dickes Fell zugelegt oder halten durch unbekümmert selbstbewusstes Auftreten die schlimmsten Auswüchse von sich fern, aber im Großen und Ganzen leben wir in einer Welt, in der auch nach den Vorwürfen gegen Till Lindemann die Konzerte der Band ausverkauft sind, in der sich niemand von dem Mann distanziert, außer seinem Verlag, weil es ihn Einnahmen kosten könnte, und in der die Frauen, die sich nun mutig an die Öffentlichkeit wagen, bedroht, verhöhnt und der Falschbeschuldigung bezichtigt werden. Auf Shelby Lynn, die Frau, die als Erste mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit ging, wurde von einem der <a href="https://write.as/radiojens/tag:Fans" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Fans</span></a> von <a href="https://write.as/radiojens/tag:Rammstein" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Rammstein</span></a> sogar ein <a href="https://write.as/radiojens/tag:Kopfgeld" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Kopfgeld</span></a> ausgesetzt. Gleichzeitig wird die Lüge verbreitet, Falschbeschuldigungen gegen Männer wegen sexualisierter Gewalt hätten sich als probates Mittel der Frauen für eine Rache gegen Ex-Partner etabliert. Die Zahl der Falschbeschuldigungen mag leicht zugenommen haben, aber das ist statistisch nicht signifikant. Den Verteidigern Lindemanns ist das egal. Sie verteidigen nicht einen einzelnen Rockstar, sie verteidigen das <a href="https://write.as/radiojens/tag:Patriarchat" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Patriarchat</span></a>. Lindemann ist nicht der Erste und wird nicht der Letzte sein, gegen den Anschuldigungen erhoben werden, die juristisch nicht bewiesen werden können und keine Folgen zeitigen. Marilyn Manson ist auch so einer. Und das alles trotz der <a href="https://write.as/radiojens/tag:MeToo" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">MeToo</span></a>-Debatte, die im allgemeinen nichts wirklich verändert hat. Je offener diese Männer mit ihren Verbrechen umgehen, je öffentlicher sie sie zelebrieren, desto mehr sieht die Gesellschaft weg und ist davon fest überzeugt, dass es sich nur um ein lyrisches Ich handeln kann. Für ihre offene Grenzüberschreitung werden diese Männer sogar bewundert und im Feuilleton in den höchsten Tönen gelobt.</p>

<p>Ich weiß gar nicht, wo dieser Text hinführen soll. Er soll vermutlich meinen Zorn, meine Ratlosigkeit, meinen Ekel ausdrücken. Dass er nichts ändert, weiß ich längst. Soll er meine Solidarität mit den Opfern Lindemanns und aller toxischen Männer ausdrücken? Ja, natürlich auch das. Doch damit macht Mann es sich immer besonders leicht. Auch ich könnte sagen: “Nicht alle Männer sind wie Lindemann, ich auch nicht.” Wem wäre damit geholfen? Niemandem! Auf die vorgebrachte Aussage, in jedem Mann stecke doch ein kleiner Eroberer, der Fantasien von Grenzüberschreitungen gegenüber Frauen habe, könnte ich noch viel mehr sagen, aber wem hilft es? Nur so viel: Das sehe ich ganz anders, und zwar aufgrund eigener Gefühle. Von verschiedenen Autorinnen wird inzwischen gefordert, nicht vor allem den “Fall Lindemann” bis ins Kleinste auszuwalzen, sondern sich damit zu befassen, was sich wie in unserer Gesellschaft ändern könnte, damit so etwas in Zukunft nicht mehr vorkommt. Eine gute Idee, doch die bisherigen Skandale, so zahlreich sie sind, haben auch nicht zu einem Umdenken, und schon gar nicht zu einem gesellschaftlichen Dialog geführt. Man kann doch weder die Kunst, noch die Ausformulierung erotischer oder pornographischer Grenzfantasien verbieten, ruft es aus der Ecke der Verteidiger<em>innen der Kunstfreiheit. – Natürlich nicht. Bloß geht es dabei immer um männliche Dominanz und die Unterwerfung von Frauen. Das sollte uns zu Denken geben. Nur Männer gehen öffentlich an die Grenze dessen, was man als strafrechtlich bedenklich bezeichnen kann, wenn es tatsächlich geschähe und nicht nur Fantasie wäre. Schwierig wird es dann, wenn ein hypermännlicher Künstler mit Gewaltfantasien, die er in seinem bisherigen Leben für sich behalten oder nur in Liedern und Gedichten ausgedrückt hat, plötzlich über eine Logistik, einen Stab von Security-Leuten verfügt und genügend Geld hat, um sich Frauen von willigen Mitarbeiter</em>innen zuführen zu lassen, sie einschüchtern und unter Drogen setzen zu lassen, damit er sie benutzen kann, wie er es in seinen Fantasien beschrieben hat. Die männlichen Mitarbeiter, die ihm geholfen haben, dürfen dann <a href="https://write.as/radiojens/tag:Resteficken" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Resteficken</span></a>, also die Mädchen, die der Star nicht will, und die weiblichen Mitarbeiterinnen dürfen sich casting Director nennen und eine Macht genießen, die Frauen sonst nicht offensteht. Und wir, die Gesellschaft, die Journalisten, die Veranstalter, die Fans, die gern Skandalgeschichten hören, haben einfach weggeschaut. Als die Schauspielerin Kayla Shyx nach einem Besuch eines Rammsteinkonzertes vor einem Jahr ein Video auf Youtube stellen wollte, in dem sie beschrieb, was ihr hinter der Bühne geschehen war, forderte ihr damaliges Management sie auf, das Video nicht zu veröffentlichen: “Das weiß doch eh Jeder, wir wollen doch kein Aufsehen erregen”, hat man ihr gesagt, und sie hat sich umstimmen lassen, was ihr jetzt Gewissensbisse macht. Die Macht der Gewohnheit, dass Frauen keinen Aufstand machen sollen, war stärker als das eigene Gewissen einer mutigen Frau.</p>

<p>Einige Feministinnen hoffen und glauben, dass wir gerade die letzten Zuckungen des Patriarchats erleben, dass es sich noch einmal aufbäumt, bevor es endgültig vergeht. Ich glaube das nicht. Für mich sind wir auf dem Weg zurück ins finstere Mittelalter, das Margaret Attwood in ihrem Buch “Der Report der Magd” so zeitlos beschreibt. Der Angriff der mächtigen Männer auf die Selbstbestimmung und die Rechte der Frauen hat nicht nur längst begonnen, er zeitigt auch bereits Erfolge in den offiziell freiesten Nationen der Welt, wie man an den neuen Anti-Abtreibungsgesetzen in den USA sehen kann. Till Lindemann und seine Sicht auf Frauen ist kein außergewöhnlicher Einzelfall, sondern weit verbreitet. Und wir alle wissen das, es kümmert uns nur selten. Jetzt wird mal wieder ein paar Wochen darüber gesprochen, solange sich die Medien für den Fall interessieren. Danach geht alles so weiter wie zuvor. Wenn die Band nicht mehr unter Beobachtung steht, wird es wohl auch bei Rammstein wieder eine “Row Zero” geben, nehme ich an.</p>

<p>Ich wünschte, die Frauen wären tatsächlich so mächtig, wie man ihnen in der toxischen Mannosphäre unterstellt, dann könnten sie ein für allemal Schluss mit dieser verachtenswerten Männlichkeit machen.</p>

<p>P. S.: Dieser Beitrag stammt noch von meinem alten Blog. – Inzwischen, genau einen Monat später, hört man nichts mehr von Lindemann und Rammstein.</p>

<p>P. P. S: Es ist unfassbar: Gerade heute veröffentlicht die Tagesschau einen <a href="https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/investigativ-rammstein-till-lindemann-flake-vorwuerfe-100.html?at_medium=mastodon&amp;amp;at_campaign=tagesschau.de">ausführlichen Bericht</a>, in dem auch Vorwürfe gegen andere Bandmitglieder von Rammstein benannt werden. Es ist unfassbar, dass mehrfach in diesem Text steht, es gelte die Unschuldsvermutung, was ja selbstverständlich sein sollte, was aber nur bei Vorwürfen von Frauen so oft gesagt wird. Die betroffenen Herren der Schöpfung weisen die Vorwürfe zurück und empören sich darüber, dass man in ihre Intimsphäre eingreife. “Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte”, sagte Max Libermann in einem anderen Zusammenhang, aber mir geht es ebenso. Und diese neuen Vorwürfe sind extrem gut dokumentiert, aber ich wette, es wird nichts unternommen werden. Das Thema ist, wie sagt man so unschön, abgefrühstückt.</p>

<p>Zum Schluss einige weitere Links:</p>

<p>Hier das Youtube-Video von Kayla Shyx, in dem sie über ihre eigenen Erfahrungen berichtet:</p>

<p><iframe allow="monetization" class="embedly-embed" src="//cdn.embedly.com/widgets/media.html?src=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fembed%2F9YLsMXyo3Uc%3Ffeature%3Doembed&display_name=YouTube&url=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3D9YLsMXyo3Uc&image=https%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2F9YLsMXyo3Uc%2Fhqdefault.jpg&key=d932fa08bf1f47efbbe54cb3d746839f&type=text%2Fhtml&schema=youtube" width="640" height="360" scrolling="no" title="YouTube embed" frameborder="0" allow="autoplay; fullscreen" allowfullscreen="true"></iframe></p>

<p><a href="https://www.swr.de/swr2/musik-jazz-und-pop/porno-mit-buch-wo-hoert-das-lyrische-ich-von-till-lindemann-auf-100.html">Porno mit Buch: Wo hört das lyrische Ich von Till Lindemann auf? (SWR)</a></p>

<p><a href="https://songtextes.de/songtexte/till-lindemann-wenn-du-schlaefst">Till Lindemanns Skandalgedicht “Wenn du schläfst”</a></p>

<p><a href="https://www.freitag.de/autoren/juergen-ziemer/rammstein-zirkus-ging-viel-zu-lange-als-grosser-boeser-spass-durch">Ein guter Artikel des Freitag über das lange Schweigen gegenüber Gerüchten</a>.</p>

<p><a href="https://www.republik.ch/2023/06/23/wovon-wir-reden-wenn-wir-von-rammstein-reden">Ein sehr guter Artikel aus der Schweiz über die Frage, wie falsch unsere Debatte über Till Lindemann läuft, und wie subtil Schuldumkehr funktioniert</a></p>
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      <guid>https://write.as/radiojens/ein-paar-worte-zum-fall-lindemann</guid>
      <pubDate>Mon, 17 Jul 2023 07:56:39 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title>Nachts auf Mastodon</title>
      <link>https://write.as/radiojens/nachts-auf-mastodon?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Nachts auf Mastodon&#xA;&#xA;Letzte Nacht konnte ich nicht schlafen, und so habe ich seit langem mal wieder #Mastodon aufgerufen und mich einigen Tröts zugewandt, die ich gerade las.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Der Erste Tröt stammte von Pauline von Hellermann: &#34;An old school friend who lives in Rome (and who normally definitely has a more neoliberal than eco-warrior outlook on life) texted this morning: the whole Mediterranean is boiling&#34;.&#34; Ein alter, eigentlich neoliberaler Schulfreund, der in Rom lebe, habe ihr eine Nachricht geschrieben: Das #Mittelmeer kocht. Dazu verlinkte sie einen Artikel des Guardian, in dem vorausgesagt wird, dass es in #Rom und weiter südlich in #Italien einen #Hitzerekord von mehr als 48 Grad geben wird. Seit ich das Buch &#34;Das Ministerium für die Zukunft&#34; von Kim Stanley Robinson gelesen habe, kann ich mir ungefähr vorstellen, was bei einer solchen Hitze passieren kann. Wenn ein bestimmtes Verhältnis von Feuchtigkeit und Hitze aus der Balance gerät, sterben die Menschen selbst dann, wenn sie sich in vermeintlich kühleres Wasser zu retten versuchen, selbst da ist es für die Körper zu heiß. Wir steuern auch in Europa auf diese Hitze zu, doch im Buch wird sie in Indien beschrieben, wo sie in den letzten Monaten ebenfalls aufgetreten ist. Die #Klimakatastrophe schreitet mit riesigen Schritten voran, und die Politik tut nichts. Mein #Bundeskanzler, den ich gewählt habe, auch um Schlimmeres zu verhindern, meint, man müsse #Klimaschutz der Bevölkerung auch vermitteln können. Tja: Und das geht eben nicht bei einem Anteil von über 20 %, der der #AfD zugerechnet werden muss. Die Nachricht aus Italien hat mich wieder einmal darin bestärkt, dass auch wir, die wir jetzt mitte fünfzig sind, die Klimakatastrophe noch erleben werden, dass wir ihre Folgen noch sehr deutlich spüren werden, ja dass wir das bereits tun. Wenn ich nicht #Demokratie für einen Wert an sich hielte, würde ich mich für ein #Verbot von #FDP und #AfD stark machen.&#xA;&#xA;Der zweite Tröt, der mich schockierte und zum Nachdenken brachte, stammte von der deutschen Welle. In einem Artikel berichtet der deutsche Auslandssender von fünf jungen deutschen Männern, die auf Mallorca wegen einer #Gruppenvergewaltigung verhaftet wurden. Seit dem Skandal um #Rammstein und ihren Frontmann Till #Lindemann hatte ich ehrlich gesagt naiverweise angenommen, solche grausamen Vorfälle würden seltener in die Medien geraten, vielleicht sogar seltener passieren. Doch der #Frauenhass und der männliche #Überlegenheitswahn kennen offenbar keine Grenzen. Ich glaube, dass unser Land in den letzten Jahren sogar wieder frauenfeindlicher geworden ist, was auch einige wissenschaftliche Studien nahelegen. Leider ist der Artikel, den ich über dieses Thema in mein altes Blog geschrieben habe, in seiner Gesamtheit mit allen Links nicht zu retten, er wurde nach der letzten Aktualisierung durch das Webarchive veröffentlicht, ich habe hier nur noch die Rohfassung und werde ihn noch mal in dieses Blog einstellen.&#xA;&#xA;Jedenfalls saß ich da, rund um mich war alles still, und ich fand, dass #Klimakollaps und Frauenhass den Zustand unserer Welt ganz gut beschreiben. Nimmt man noch den #Rechtsextremismus hinzu, hat man die drei wichtigsten Punkte beisammen. Und all das hat bereits in den neunzigern angefangen mit dieser hemmungslosen Einführung des #Neoliberalismus in Deutschland und der Welt. Wenn man das Buch über die Neunziger liest, das Jens Balzer geschrieben hat, und das unter dem Titel &#34;No Limit&#34; erschienen ist, kann einem übel werden, weil er diese Entwicklung so plastisch beschreibt und am Privatfernsehen und der Privatisierung des Gesundheitswesens erläutert. Und wie so oft sehe ich mich wie das Kaninchen vor der Schlange, das dann nicht weiß, was es tun soll, um die Welt auch nur ein klein wenig besser zu machen.&#xA;&#xA;Heute beim Frühstück habe ich mit meiner Liebsten @DasNest@masto.ai darüber gesprochen: Wir können nur tun, wozu wir die Kraft haben, können nicht die Welt retten, sondern nur in unserem direkten Umfeld so viel tun, wie wir können. Jedes Gespräch, durch das es jemandem besser geht, jede fröhlich verbrachte Stunde ist ein Juwel, das es zu bewahren gilt. Wer den eigenen Anspruch zu hoch setzt, vermag am Ende gar nichts zu verändern. Also engagiere ich mich in der #SPD, mache unterhaltsame und informative Sendungen für den #Ohrfunk und hoffe, dass ich für die, die um mich sind, ein guter Freund bin, damit wir zusammen auch die schlechteren Nachrichten ertragen und nicht aufgeben. - Niemals!&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2 id="nachts-auf-mastodon">Nachts auf Mastodon</h2>

<p>Letzte Nacht konnte ich nicht schlafen, und so habe ich seit langem mal wieder <a href="https://write.as/radiojens/tag:Mastodon" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Mastodon</span></a> aufgerufen und mich einigen Tröts zugewandt, die ich gerade las.</p>



<p>Der Erste <a href="https://mastodon.green/@pvonhellermannn/110719852743443450">Tröt</a> stammte von Pauline von Hellermann: “An old school friend who lives in Rome (and who normally definitely has a more neoliberal than eco-warrior outlook on life) texted this morning: the whole Mediterranean is boiling”.” Ein alter, eigentlich neoliberaler Schulfreund, der in Rom lebe, habe ihr eine Nachricht geschrieben: Das <a href="https://write.as/radiojens/tag:Mittelmeer" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Mittelmeer</span></a> kocht. Dazu verlinkte sie einen <a href="https://www.theguardian.com/world/2023/jul/15/italy-temperatures-48c-mediterranean-heatwave-hotter?CMP=Share_iOSApp_Other">Artikel des Guardian</a>, in dem vorausgesagt wird, dass es in <a href="https://write.as/radiojens/tag:Rom" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Rom</span></a> und weiter südlich in <a href="https://write.as/radiojens/tag:Italien" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Italien</span></a> einen <a href="https://write.as/radiojens/tag:Hitzerekord" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Hitzerekord</span></a> von mehr als 48 Grad geben wird. Seit ich das Buch “Das Ministerium für die Zukunft” von Kim Stanley Robinson gelesen habe, kann ich mir ungefähr vorstellen, was bei einer solchen Hitze passieren kann. Wenn ein bestimmtes Verhältnis von Feuchtigkeit und Hitze aus der Balance gerät, sterben die Menschen selbst dann, wenn sie sich in vermeintlich kühleres Wasser zu retten versuchen, selbst da ist es für die Körper zu heiß. Wir steuern auch in Europa auf diese Hitze zu, doch im Buch wird sie in Indien beschrieben, wo sie in den letzten Monaten ebenfalls aufgetreten ist. Die <a href="https://write.as/radiojens/tag:Klimakatastrophe" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Klimakatastrophe</span></a> schreitet mit riesigen Schritten voran, und die Politik tut nichts. Mein <a href="https://write.as/radiojens/tag:Bundeskanzler" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Bundeskanzler</span></a>, den ich gewählt habe, auch um Schlimmeres zu verhindern, meint, man müsse <a href="https://write.as/radiojens/tag:Klimaschutz" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Klimaschutz</span></a> der Bevölkerung auch vermitteln können. Tja: Und das geht eben nicht bei einem Anteil von über 20 %, der der <a href="https://write.as/radiojens/tag:AfD" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">AfD</span></a> zugerechnet werden muss. Die Nachricht aus Italien hat mich wieder einmal darin bestärkt, dass auch wir, die wir jetzt mitte fünfzig sind, die Klimakatastrophe noch erleben werden, dass wir ihre Folgen noch sehr deutlich spüren werden, ja dass wir das bereits tun. Wenn ich nicht <a href="https://write.as/radiojens/tag:Demokratie" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Demokratie</span></a> für einen Wert an sich hielte, würde ich mich für ein <a href="https://write.as/radiojens/tag:Verbot" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Verbot</span></a> von <a href="https://write.as/radiojens/tag:FDP" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">FDP</span></a> und <a href="https://write.as/radiojens/tag:AfD" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">AfD</span></a> stark machen.</p>

<p>Der <a href="https://squeet.me/display/962c3e10-de138ed9-8438a19cbe57980d">zweite Tröt</a>, der mich schockierte und zum Nachdenken brachte, stammte von der deutschen Welle. In einem <a href="https://www.dw.com/de/mallorca-junge-urlauber-aus-deutschland-in-u-haft/a-66245301">Artikel</a> berichtet der deutsche Auslandssender von fünf jungen deutschen Männern, die auf Mallorca wegen einer <a href="https://write.as/radiojens/tag:Gruppenvergewaltigung" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Gruppenvergewaltigung</span></a> verhaftet wurden. Seit dem Skandal um <a href="https://write.as/radiojens/tag:Rammstein" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Rammstein</span></a> und ihren Frontmann Till <a href="https://write.as/radiojens/tag:Lindemann" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Lindemann</span></a> hatte ich ehrlich gesagt naiverweise angenommen, solche grausamen Vorfälle würden seltener in die Medien geraten, vielleicht sogar seltener passieren. Doch der <a href="https://write.as/radiojens/tag:Frauenhass" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Frauenhass</span></a> und der männliche <a href="https://write.as/radiojens/tag:%C3%9Cberlegenheitswahn" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Überlegenheitswahn</span></a> kennen offenbar keine Grenzen. Ich glaube, dass unser Land in den letzten Jahren sogar wieder frauenfeindlicher geworden ist, was auch einige wissenschaftliche Studien nahelegen. Leider ist der Artikel, den ich über dieses Thema in mein altes Blog geschrieben habe, in seiner Gesamtheit mit allen Links nicht zu retten, er wurde nach der letzten Aktualisierung durch das Webarchive veröffentlicht, ich habe hier nur noch die Rohfassung und werde ihn noch mal in dieses Blog einstellen.</p>

<p>Jedenfalls saß ich da, rund um mich war alles still, und ich fand, dass <a href="https://write.as/radiojens/tag:Klimakollaps" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Klimakollaps</span></a> und Frauenhass den Zustand unserer Welt ganz gut beschreiben. Nimmt man noch den <a href="https://write.as/radiojens/tag:Rechtsextremismus" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Rechtsextremismus</span></a> hinzu, hat man die drei wichtigsten Punkte beisammen. Und all das hat bereits in den neunzigern angefangen mit dieser hemmungslosen Einführung des <a href="https://write.as/radiojens/tag:Neoliberalismus" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Neoliberalismus</span></a> in Deutschland und der Welt. Wenn man das Buch über die Neunziger liest, das Jens Balzer geschrieben hat, und das unter dem Titel “No Limit” erschienen ist, kann einem übel werden, weil er diese Entwicklung so plastisch beschreibt und am Privatfernsehen und der Privatisierung des Gesundheitswesens erläutert. Und wie so oft sehe ich mich wie das Kaninchen vor der Schlange, das dann nicht weiß, was es tun soll, um die Welt auch nur ein klein wenig besser zu machen.</p>

<p>Heute beim Frühstück habe ich mit meiner Liebsten <a href="/@/DasNest@masto.ai" class="u-url mention">@<span>DasNest@masto.ai</span></a> darüber gesprochen: Wir können nur tun, wozu wir die Kraft haben, können nicht die Welt retten, sondern nur in unserem direkten Umfeld so viel tun, wie wir können. Jedes Gespräch, durch das es jemandem besser geht, jede fröhlich verbrachte Stunde ist ein Juwel, das es zu bewahren gilt. Wer den eigenen Anspruch zu hoch setzt, vermag am Ende gar nichts zu verändern. Also engagiere ich mich in der <a href="https://write.as/radiojens/tag:SPD" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">SPD</span></a>, mache unterhaltsame und informative Sendungen für den <a href="https://write.as/radiojens/tag:Ohrfunk" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Ohrfunk</span></a> und hoffe, dass ich für die, die um mich sind, ein guter Freund bin, damit wir zusammen auch die schlechteren Nachrichten ertragen und nicht aufgeben. – Niemals!</p>
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      <guid>https://write.as/radiojens/nachts-auf-mastodon</guid>
      <pubDate>Sun, 16 Jul 2023 18:26:02 +0000</pubDate>
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      <title>So ganz zufrieden bin ich doch noch nicht</title>
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      <description>&lt;![CDATA[So ganz zufrieden bin ich doch noch nicht&#xA;&#xA;Natürlich beschäftige ich mich mit meinem neuen #Blog, und ich wollte eigentlich heute schon einen inhaltlichen Artikel posten, aber so ganz zufrieden bin ich mit dem Aufbau von allem doch noch nicht.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Zum einen scheint es nicht möglich zu sein, vernünftig ins #Fediverse zu posten, auf meinem Kanal auf #Mastodon kommt jedenfalls nichts an, zum Anderen wollte ich ja den Leuten die Möglichkeit geben, zu #kommentieren, zumindest denen, die auf remark.as sind. Aber irgendwie funktioniert das nicht. Auf der Website von Remark.as geht es, aber wenn ich auf meiner eigenen Seite bin und auf &#34;discuss&#34; klicke, kommt immer eine Fehlermeldung, und ich bin mir auch nicht sicher, warum zwei weitere Felder mit Username, der aber eine Mailadresse sein muss, und Passwort vorhanden sind. - So sehr ich dieses kleine, leichte Blog mag, das sich eigentlich so einfach ins Fediverse einfügen lassen sollte, so problematisch scheint es in der Praxis doch zu sein.&#xA;&#xA;Das ist schade, zumal auch das Posten via Mail, das ich immer als sehr entspannend empfunden habe, nicht recht funktioniert, weil ein Umlautesalat entsteht. Das ist hier zwar nicht schlimm, weil es extrem einfach ist, auf dem Web zu posten, aber schade ist es schon. Es hatte sich alles sehr einfach angefühlt, und theoretisch kann ich bis 2028 üben, aber das ist ja nicht der Sinn der Sache. Mal sehen, ob ich den Trick des Ganzen noch herausfinde.&#xA;&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2 id="so-ganz-zufrieden-bin-ich-doch-noch-nicht">So ganz zufrieden bin ich doch noch nicht</h2>

<p>Natürlich beschäftige ich mich mit meinem neuen <a href="https://write.as/radiojens/tag:Blog" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Blog</span></a>, und ich wollte eigentlich heute schon einen inhaltlichen Artikel posten, aber so ganz zufrieden bin ich mit dem Aufbau von allem doch noch nicht.</p>



<p>Zum einen scheint es nicht möglich zu sein, vernünftig ins <a href="https://write.as/radiojens/tag:Fediverse" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Fediverse</span></a> zu posten, auf meinem Kanal auf <a href="https://write.as/radiojens/tag:Mastodon" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Mastodon</span></a> kommt jedenfalls nichts an, zum Anderen wollte ich ja den Leuten die Möglichkeit geben, zu <a href="https://write.as/radiojens/tag:kommentieren" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">kommentieren</span></a>, zumindest denen, die auf <a href="https://remark.as">remark.as</a> sind. Aber irgendwie funktioniert das nicht. Auf der Website von Remark.as geht es, aber wenn ich auf meiner eigenen Seite bin und auf “discuss” klicke, kommt immer eine Fehlermeldung, und ich bin mir auch nicht sicher, warum zwei weitere Felder mit Username, der aber eine Mailadresse sein muss, und Passwort vorhanden sind. – So sehr ich dieses kleine, leichte Blog mag, das sich eigentlich so einfach ins Fediverse einfügen lassen sollte, so problematisch scheint es in der Praxis doch zu sein.</p>

<p>Das ist schade, zumal auch das Posten via Mail, das ich immer als sehr entspannend empfunden habe, nicht recht funktioniert, weil ein Umlautesalat entsteht. Das ist hier zwar nicht schlimm, weil es extrem einfach ist, auf dem Web zu posten, aber schade ist es schon. Es hatte sich alles sehr einfach angefühlt, und theoretisch kann ich bis 2028 üben, aber das ist ja nicht der Sinn der Sache. Mal sehen, ob ich den Trick des Ganzen noch herausfinde.</p>
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      <guid>https://write.as/radiojens/so-ganz-zufrieden-bin-ich-doch-noch-nicht</guid>
      <pubDate>Sun, 16 Jul 2023 11:16:32 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title>Kinderkrankheiten und vielleicht eine Möglichkeit zur Rettung meiner alten Texte</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Kinderkrankheiten und vielleicht eine Möglichkeit zur Rettung meiner alten Texte&#xA;&#xA;Ein neues Blog aufzusetzen bringt einige Kinderkrankheiten mit sich.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Zum Beispiel funktioniert meine Integration ins #Fediverse noch nicht. Außerdem muss ich noch ein #Impressum erstellen, wo mir jede*r was Anderes sagt, ob z. B. ein Link auf mein Kontaktformular reicht, oder ob ich explizit meine Adresse und meine Mailadresse angeben muss. Die Adresse wäre kein Problem, die ist ohnehin mehrfach öffentlich, aber die Mailadresse würde ich ungern einfach so in einen Text schreiben. Und ein regelrechtes Kontaktformular stellt #write.as ja auch nicht zur Verfügung.&#xA;&#xA;Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Meine alten #Blogbeiträge sind derzeit noch im #Webarchive abrufbar. Hier ist der Link. Ich werde versuchen, die Texte zu sichern und dann hier als #Archiv zu veröffentlichen.&#xA;&#xA;!--emailsub--&#xA;&#xA;a href=&#34;https://remark.as/p/radiojens/kinderkrankheiten-und-vielleicht-eine-moglichkeit-zur-rettung-meiner-alten-texte&#34;Discuss.../a&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2 id="kinderkrankheiten-und-vielleicht-eine-möglichkeit-zur-rettung-meiner-alten-texte">Kinderkrankheiten und vielleicht eine Möglichkeit zur Rettung meiner alten Texte</h2>

<p>Ein neues Blog aufzusetzen bringt einige Kinderkrankheiten mit sich.</p>



<p>Zum Beispiel funktioniert meine Integration ins <a href="https://write.as/radiojens/tag:Fediverse" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Fediverse</span></a> noch nicht. Außerdem muss ich noch ein <a href="https://write.as/radiojens/tag:Impressum" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Impressum</span></a> erstellen, wo mir jede*r was Anderes sagt, ob z. B. ein Link auf mein Kontaktformular reicht, oder ob ich explizit meine Adresse und meine Mailadresse angeben muss. Die Adresse wäre kein Problem, die ist ohnehin mehrfach öffentlich, aber die Mailadresse würde ich ungern einfach so in einen Text schreiben. Und ein regelrechtes Kontaktformular stellt <a href="https://write.as/radiojens/tag:write" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">write</span></a>.as ja auch nicht zur Verfügung.</p>

<p>Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Meine alten <a href="https://write.as/radiojens/tag:Blogbeitr%C3%A4ge" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Blogbeiträge</span></a> sind derzeit noch im <a href="https://write.as/radiojens/tag:Webarchive" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Webarchive</span></a> abrufbar. <a href="https://web.archive.org/web/20230608002354/https://blog.jens-bertrams.de/">Hier ist der Link</a>. Ich werde versuchen, die Texte zu sichern und dann hier als <a href="https://write.as/radiojens/tag:Archiv" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Archiv</span></a> zu veröffentlichen.</p>



<p><a href="https://remark.as/p/radiojens/kinderkrankheiten-und-vielleicht-eine-moglichkeit-zur-rettung-meiner-alten-texte">Discuss...</a></p>
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      <pubDate>Sat, 15 Jul 2023 07:50:28 +0000</pubDate>
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