Es soll ans Meer gehen, in die Sonne – da ertragen wir sogar den Sunshine Reggae. Unterwegs dürfen wir uns ein Referat über Sinti und Roma anhören, … was mit „Begeisterung” aufgenommen wird.“
lauten die Zeilen in der alten Reisekladde von 1983.
Winzig klein duckte sich ein Haus, das sich nach näherem Hinsehen als unser ”einsames” Schloss entpuppte, in der Wohnsiedlung. Die Enttäuschung dauerte allerdings nicht lange an. Wir stürmten zum Herbergsvater, um die Zimmer zu begutachten. Ich landete schließlich in einem Raum mit elf Betten. Es war der Größte. Während manche Mädels sich um den Platz an den zwei Waschbecken balgten, die Duschen und die Kleiderschränke belegten, warfen andere sich auf ihre Betten und schauten dem Treiben zu. Dramen um Kajal und Nagellack konnten schließlich doch gelöst werden.
Ausgeruht und erfrischt auf die eine oder andere Weise erschienen wir dann beim Abendessen. Es gab Wein und die Nacht brach langsam herein. Das Nachtleben konnte beginnen. Das Nachtleben war dann sehr harmlos. Wir saßen mit Bernd, dem Busfahrer, und unseren Lehrern im Essraum zusammen, tranken Wein und lachten viel.
40 Mädchen aber sind putzmunter und versammeln sich gegen fünf Uhr vor der Schule und sind nicht traurig, zehn Tage auf deren Anblick verzichten zu müssen. Die Gruppe wird von einem Lehrer, einer Lehrerin und dem Busfahrer begleitet. Letzteren, der mit Vornamen Bernd heißt, nennen wir BB, Bernd der Busfahrer.
Nachdem Kosmetikbeutel, Kassettenrecorder und private Souvenirs (Fotos, Liebesbriefe etc.) im Universbus verstaut waren und alle von ihren allerliebsten Freunden oder Müttern mit zärtlichen Abschiedsküssen verabschiedet worden sind, setzte sich der Bus in Bewegung. Au revoir, au revoir....“
Das Tagebuch ist ein halbes Jahr vor dem Abitur entstanden und handelt von der Abi-Abschlussfahrt in die Provence.
Das handgeschriebene Heft mit eingeklebten Zeitungsbildern ist inzwischen stark zerfleddert.