Jules, writing

Es gibt diese 80/20 Regel oder auch Pareto-Prinzip genannt. Wenn es darum geht irgendwelche Ziele zu erreichen oder Projekte zu verwirklichen, erzielt man demnach 80% der Wirkung mit 20% des Aufwands. Die restlichen 80% Energie und Bemühungen gehen in die verbliebenen 20% bis zum perfekten Ziel.

Ich hab zwar keine Ahnung was die genauen Zahlen angeht, aber das Prinzip trifft bei der Verpackungsmüll-Vermeidung für mich definitiv zu. Durch nur zwei Dinge, die ziemlich leicht zu realisieren sind, vermeide ich den Großteil des Verpackungsmülls, der bisher meine gelben Säcke gefüllt hat. Das sind:

  1. Kein verpacktes Obst/Gemüse mehr kaufen
  2. Keine Tetrapacks mehr kaufen

Das ist für mich ziemlich leicht zu realisieren und es kostet auch nicht wesentlich mehr. Gehe ich öfter auf den Markt und reduziere gleichzeitig meinen Milchkonsum etwas, während ich Milchprodukte in Pfandgläsern kaufe (selbst wenn diese ein bisschen teurer sind, weil es sie nicht in Supermarkt-Bio gibt und ich tierische Lebensmittel nur in Bio verwende), dürfte es sogar günstiger sein als vorher.

Die Verpackungen vieler anderer Lebensmittel und Drogerieartikel zu vermeiden, ist wesentlich aufwändiger. Aufwand bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es Zeit und Energie, mehr Geld und teilweise mühsame Umstellungen alltäglicher Gewohnheiten kostet.

Ich habe mir also überlegt, dass ich mit (geschätzten) 80% weniger Verpackungsmüll schon sehr zufrieden sein kann und die beiden Punkte oben also meine Prioritätenliste zur Müllvermeidung ganz klar anführen. Alles, was ich zusätzlich einsparen kann, ist ein großer Bonus.

Meine Rangliste der Müllvermeidungsstrategien

  1. Nur unverpacktes Obst/Gemüse kaufen (Markt, Gemüsekiste, Bioladen)
  2. Milchprodukte in Pfandgläsern + Laktase zusätzlich nehmen
  3. Pflanzenmilch selber machen
  4. Noch stärker auf verarbeitete Produkte/Fertigzeug verzichten
  5. Bei Wahlmöglichkeiten, die “weniger schlimme” Verpackungsvariante wählen (Schraubglas und Pappe vor Tetrapacks/Dosen und Plastik, Käsetheke statt Packungen mit mehr Plastik als Inhalt,...)
  6. Alternative, teurere Quellen für unverpackte Produkte (z.B. Unverpackt-Läden) nutzen, die regulär nicht unverpackt zu bekommen sind

Ich denke, dass es vielen Menschen leichter fallen würde, diese Verpackungsmüll-Vermeidung überhaupt anzugehen, wenn damit nicht automatisch so ein Perfektionsanspruch vermittelt würde, wie man ihn oft sieht. Nicht selten wird der Eindruck erweckt, der einzige Weg nennenswert Verpackungsmüll zu vermeiden, führt direkt in teure Spezialgeschäfte und an Haarseife und Bambuszahnbürste kommt man sowieso nicht vorbei. Als Lifestyle für Leute, die Zeit, Energie und Geld genug dafür haben, ist dagegen ja nichts einzuwenden. Für die Mehrheit ist das halt eher nicht realistisch und andere, leichtere Strategien haben sowieso einen deutlich größeren Effekt.

Außerdem retten wir mit unserem individuellen Konsumverhalten nicht die Welt. Da gibt es noch ganz andere Ebenen, auf denen angesetzt werden muss.

Also in diese Sinne, immer schön auf dem (Hanf-)Teppich bleiben und geht doch mal wieder auf den Markt!

  • Finish all my knitting WIPs in the beginning of the year before starting new projects
  • Find another job that actually pays the bills and feels like I can keep it up without destroying myself
  • Make better choices while shopping so that I “buy” less (packaging) waste, especially the worst kind
  • Boycott amazon/audible/...
  • Visit 3 national parks I didn't visit before
  • Meet more wonderful cybre friends
  • Keep the good stuff from last year, like lots of hiking and yoga
  • Visit Brittany again, finally
  • Sleep outside in my hammock
  • More swimming in lakes
  • Get glasses I can actually tolerate and visit the eye doc more regularly
  • maybe more but I'm too tired now – ah wait, try and get more sleep!

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