Küstenkladde

Gelesen

“Wie an Bord eines Schiffes verfallen wir der Liegestuhl-Apathie. Gegen den eigenen Willen, gegen alle guten Vorsätze überwältigen uns die Vorsätze der Ur-Rythmen der Küste. Der Brecher auf dem Strand, der Wind in den Pinien, der träge Flügelschlag der Reiher über den Dünen lassen uns das hektische Pulsen der Städte und Vorstädte, der Fahrpläne und Terminkalender vergessen.”

Anne Morrow Lindbergh: Muscheln in meiner Hand.

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Sommer und Herbst an einem Tag!

Morgens und abends ist es kalt an der Küste, die Blätter fegen über die Straße – dazwischen heiss, so dass die Haut brennt und das Wasser aufwärmt.

Einer der dicken Pötte hat heute ein Wendemanöver auf See geleistet. Ein Containerschiff, nur noch ein paar Meter vom Skandinavienkai entfernt, drehte plötzlich mitten auf See um und fuhr davon.

Der Skandikai – wie die Einheimischen sagen – wurde nicht angefahren.

Warum, weshalb, wieso? Werden die Lokalnachrichten darüber berichten?

Diese Staycation arten in ein Kreativtreff aus. Klavier lernen, lesen, malen.

Aber für den Augenblick einfach kein Stress und am Steg abhängen, in die Sonne blinzeln, Pötte beobachten und schwimmen.

Obwohl …

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Da sitze ich, unter dem Apfelbaum,

und lese.

In der alten Weide schnalzt ein Vogel.

Der Wind rauscht durch die Blätter.

Bienen summen.

Die Sonne wärmt.

Noch ist Wochenende und die #Staycation haben noch gar nicht richtig angefangen. Während es morgens herbstlich kalt ist, wärmt es mittags auf.

Und so ging es nach einem Sonntagsfrühstück hinaus unter den Apfelbaum zum Lesen.

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Hier im Norden heißt es Sonnabend. Wenn ich das früher hörte, dachte ich, aha, ein Nordlicht also! Die meiste Zeit meines Lebens hieß dieser Tag Samstag. Damit verbinde ich schwarze Farbe und ein Tier. Ein Sams. Eine Art Biber. Oder so wie das, was sich Frauen früher um den Hals legten. Einen weichen Fuchs, aber eben in schwarz. Seltsam, oder? Als neues Nordlicht übernehme ich daher gerne:

Sonnabend! Da steckt Leuchtkraft drin. Sonnenschein. Der Sonntag scheint durch den Abend schon hinein.

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Möwenlyrik.

Midsommer also,

musste es werden,

dass wir den ersten

Fuß taten

ins kühle Nass.

Glitzernd spiegelst du die

Sonne,

bezaubernde Ostsee,

besungen, bestürmt,

erobert, mit Sehnsucht

erwartet!

Wie Möwen stürzen vom

Himmel,

zu ergattern, was der

Fischer übersah,

tauchen wir ein,

schmecken Dein zartes Salz,

ergießen uns in Deiner Breite,

wir Schwimmende in mitten der Weiten.

#Möwenlyrik

Anziehung ist ein schleichender Prozess, jedenfalls in diesem Fall.

Es begann in der Schule. Wir lesen “Die Leiden des jungen Werthers”, da empfand ich noch wenig für diesen Goethe.

Die neuen Leiden des jungen W.

Denn “Die neuen Leiden des jungen W.” sind viel aufregender. Dass ein DDR Schriftsteller Goethes Werk aufgreift, ist ja auch irgendwie naheliegend. Goethe hätte zu DDR Zeiten ja dort gelebt. Oder vielleicht rübergemacht? Wer weiß!

Strand in Mecklenburg

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Wenn das Leuchten der Morgensonne

sich am Sonntagmorgen

in den Fenstern der alten Strandvillen

spiegelt,

beginnt für die Möwen ein Fest.

Sie stürzen sich in lautem Geschrei

auf die Reste,

hacken ihre Gegner weg,

und verschlingen alles, was übrig ist.

Ein paar übriggebliebene Nachtschwärmer

blinzeln noch in das Licht,

ein junges Paar schlendert

am Strand.

Eine Gruppe im Sand wirft sich

zum letzten Mal den Ball zu.

Schon mischen sich die Frühaufstehenden darunter.

Walkingstöcke surren über den Stein,

ein gebeugter Mann mit Hund, eine Radfahrerin.

Die Möwen haben dafür keinen Blick.

#Möwenlyrik

#Gelesen

Während der frí-Tage lese ich zwei Bücher zu Ende, auch wenn eines nicht so richtig zur Jahreszeit passt: “Der Herbst, in dem ich Klavier spielen lernte”. Hanna Johansen, die Autorin, schreibt ein Tagebuch, das mit den Zeilen beginnt “Ich lerne Klavier spielen.” Sie beobachtet sich selbst dabei, etwas zu lernen.

Das Buch überrascht damit, dass es gleichzeitig autobiographisch das Heranwachsen einer Frau erzählt, die zu Beginn des Zweiten Weltkrieges im Raum Bremen geboren wurde. Dabei verweben sich die Ereignisse von gestern und heute, die Erzählstränge werden immer wieder aufgenommen, bis sie am Schluss ein Gesamtbild zeigen. Gleichzeitig ist die Erzählerin bei Gartenarbeiten zwischen Oktober und Dezember zu beobachten. Das Buch endet, wie es anfängt: “Ich lerne Klavier spielen.”

Tom in “Melody” von Martin Sutter unterschreibt einen Arbeitsvertrag, in dem er ein Jahr keinen Urlaub nehmen darf.

Ein alter Mann, eine als Strippenzieher bekannte Persönlichkeit, bietet einem jungen Juristen einen Job an, seinen Nachlass in Ordnung zu bringen. In Wahrheit geht es aber um eine verschwundene Frau: Melody. Und was es mit dieser wirklich auf sich hat, bleibt bis zum Schluss spannend. Und die feinen Unterschiede zwischen Schein und Sein.

Sonnenaufgang über dem Meer mit kleinen Wellen und felsigem Stein im Vordergrund.

Heute regnet es vom Himmel hoch und den ganzen Tag.

Tage, an denen ich an die alte Villa im Park in Bad Godesberg denken muss. Ich höre noch den Holzfußboden knarren, wenn wir zwischen den hohen Bücherregalen, auf der Suche nach neuen Abenteuern, die sich zwischen den Buchseiten versteckten, entlang gingen.

Die alte Villa, in der damals die öffentliche Bücherei untergebracht war, war verwinkelt und es gab verschiedene Ebenen. Schon der Geruch eines Buches hatte etwas Verheißungsvolles. Ein ganzes Haus bis ins Dach gefüllt mit Büchern.

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“Sommerferien an der See!

Begriff wohl irgendjemand weit und breit

was für ein Glück das bedeutete?”

schreibt Thomas Mann in “Die Buddenbrooks”.

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Wenn ich das Fenster öffne,

brandet das Meer von den Ufern herauf.

Das Möwengeschrei geht darin

unter.

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Wind und Wellen

brausen auf.

Eine Märzsonne,

die wenig lacht.

Vogelgezwitscher,

das im Lärm untergeht.

2 Drachen am Himmel.

Übriggebliebene?

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