Küstenkladde

Gehört

Blätterlos reckt sich der Baum,

bretterlos streckt sich der Steg,

allein am grün-weißen Leuchtturm

erhebt sich eine Tanne in ihrem grünen Kleid,

weihnachtlich dorthin dekoriert grüßt sie

die heimkehrenden Seefahrer:innen.

Sanft und weich spülen die Wellen ans Ufer

über den braun-weißen Sand.

Tief ins Wasser versunken sind die Köpfe

der Schwanenfamilie, die schwarzen

Enten lauschen den heiseren Schreien der weißen Möwen.

Glühend leuchten die Feuerstellen in die kühle Dämmerung,

der Rauch des verkohlten Holzes dringt in die Wintermäntel.

#Möwenlyrik

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Fallen.

Das Laub fällt.

“Fall” – Herbst.

Alles wird neu.

Loslassen, fallen,

neu werden.

Der November ist viel schöner

als sein Ruf.

Abschied nehmen.

Trauern.

Neu beginnen.

Der Trost der Natur,

ihr Versprechen: es gibt

kein Ende.

Alles beginnt immer wieder

von Neuem.

Und wir sind im Kreislauf -

immer und ewig – mitten drin.

#Möwenlyrik

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Die letzten Tage stürmt der

Wind über das Meer,

durch die Bäume,

die Gicht spritzt an den Steinen hoch,

in der Morgendämmerung

die letzten Schwimmenden am Steg,

bevor er winterfest gemacht wird.

Ein Sprachfetzen fliegt durch die Luft:

„Er liegt da schon eine ganze Weile.“

Wer? Was?

Das ganze Möwenvolk ist jetzt am Strand

versammelt,

sie warten entlang der Wasserlinie,

als würde ihnen der Fisch serviert.

Erheben sich mit schwerem Flügelschlag,

segeln unsicher, kommen gegen den Sturm

kaum an.

#Möwenlyrik

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Hier im Norden heißt es Sonnabend. Wenn ich das früher hörte, dachte ich, aha, ein Nordlicht also! Die meiste Zeit meines Lebens hieß dieser Tag Samstag. Damit verbinde ich schwarze Farbe und ein Tier. Ein Sams. Eine Art Biber. Oder so wie das, was sich Frauen früher um den Hals legten. Einen weichen Fuchs, aber eben in schwarz. Seltsam, oder? Als neues Nordlicht übernehme ich daher gerne:

Sonnabend! Da steckt Leuchtkraft drin. Sonnenschein. Der Sonntag scheint durch den Abend schon hinein.

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Heute ist kein Frei-Freitag, aber ein “Letzter-Tag-vor-dem-Urlaub-Tag!”

In der Nacht zwei Stunden wach gelegen. Warum? Weil unklar ist, ob Ben und Kate sich kriegen! Wer Ben und Kate sind? Die aus dem “Kleinen Café in Kopenhagen”. Kennt ihr nicht?

Na, die Londoner Journalist:innen, die bei den glücklichen Dänen den Hygge-Lebensstil erkunden wollen. Kate organisiert das. Ben fährt unfreiwillig mit. Sie mögen sich nicht leiden, aber dann funkt es natürlich doch. Bis zum Wiedereinschlafen haben sie sich aber nicht gekriegt.

#Gehört

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Bunte Bänder,

schmucke Gewänder,

ein Tanz,

eine Wonne,

der Mai ist gekommen.

Der Baum wird auf dem Kirchplatz

errichtet.

Es wird gesungen, getanzt und gedichtet.

Ein Schwarm zieht gen Strand.

In alten Badekostümen geht es durch

den Sand,

sie lärmen und lachen und singen,

bis sie am Ende ins Wasser, das eisig Kalte, springen.

#Möwenlyrik

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Wenn ich das Fenster öffne,

brandet das Meer von den Ufern herauf.

Das Möwengeschrei geht darin

unter.

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Wind und Wellen

brausen auf.

Eine Märzsonne,

die wenig lacht.

Vogelgezwitscher,

das im Lärm untergeht.

2 Drachen am Himmel.

Übriggebliebene?

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Auf dem Spielplatz sitzt sie, hoch oben,

der verlassen in der Kälte bibbert.

Sie hält Aussicht nach den Kindern,

den Menschen dem Sommer

… Emma, die Möwe.

Immer mit dem Kopf im Wind.

#Möwenlyrik

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Neben dem grün-weissen Leuchtturm an der Nordermole

steht ein Tannenbaum.

Ungeschmückt. Natürlich. Grün.

Je nach Perspektive klein oder groß. Wie der Leuchtturm selbst.

Die Trelche am Anfang der Mole schauen über ihn hinweg aufs Meer. Wenn sie nicht gerade mit den Vorbeigehenden sprechen, so dass man sich überrascht umschaut. Wer war das?

In der Vorderreihe drängen sich kleine Weihnachtsbuden an der Trave entlang bis zum Kreuzfahrtterminal. Deswegen legt auch das Traumschiff nicht an.

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