Fiebertraum und Höhenrausch.
Hans Castorp liebte das Leben im Schnee.
Er fand es demjenigen am Meeresstrand in mehrfacher Hinsicht verwandt: die Urmonotonie des Naturbildes war beiden Sphären gemeinsam; der Schnee, dieser tiefe, lockere Pulverschnee, spielte hier ganz die Rolle wie drunten der gelbweiße Sand;
gleich reinlich waren die Berührungen mit beiden, man schüttelte das frosttrockene Weiß von Schuhen und Kleidern wie drunten das staubfreie Stein-und Muschelpulver des Meeresgrundes, ohne dass eine Spur hinterblieb und auf ganz ähnliche Weise war das Marschieren im Schnee wie eine Dünenwanderung,
es sei denn, dass die Flächen von Sonnenbrand oberflächlich angeschwollen, nachts aber hart gefroren waren, dann ging es sicher leichter und angenehmer darauf als auf Parkett – genau so leicht und angenehm wie auf dem glatten festen, gespühlten und federnden Sandboden am Saume des Meeres.

