Küstenkladde

herbst

Fallen.

Das Laub fällt.

“Fall” – Herbst.

Alles wird neu.

Loslassen, fallen,

neu werden.

Der November ist viel schöner

als sein Ruf.

Abschied nehmen.

Trauern.

Neu beginnen.

Der Trost der Natur,

ihr Versprechen: es gibt

kein Ende.

Alles beginnt immer wieder

von Neuem.

Und wir sind im Kreislauf -

immer und ewig – mitten drin.

#Möwenlyrik

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Die letzten Tage stürmt der

Wind über das Meer,

durch die Bäume,

die Gicht spritzt an den Steinen hoch,

in der Morgendämmerung

die letzten Schwimmenden am Steg,

bevor er winterfest gemacht wird.

Ein Sprachfetzen fliegt durch die Luft:

„Er liegt da schon eine ganze Weile.“

Wer? Was?

Das ganze Möwenvolk ist jetzt am Strand

versammelt,

sie warten entlang der Wasserlinie,

als würde ihnen der Fisch serviert.

Erheben sich mit schwerem Flügelschlag,

segeln unsicher, kommen gegen den Sturm

kaum an.

#Möwenlyrik

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“Mir wird klar, dass es lange her ist, seit ich zuletzt eine Möwe hier im Hof gesehen habe, wo man doch früher kaum etwas essen konnte, ohne von einem ganzen Schwarm umringt zu werden. Ohne ihre lautstarken Kämpfe um die Essensreste ist es viel stiller hier.”

Das ist zum Glück nicht die Gegenwart, sondern eine befürchtete Zukunft in dem Buch Zugvögel.

Denn hier ist das Gegenteil der Fall. Heute war das Wetter über Mittag plötzlich angenehm, so dass ich beschloss, es doch nochmal zu wagen. 16 Grad Wassertemperatur ist im Juni meine Grenze, bei der ich hier in das Ostseeschwimmen einsteige. Bislang ging es im September nicht über den 08. September hinaus. Aber noch sind es laut App 16 Grad.

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Wie eine Halbinsel fügt sich das Hinterland von Travemünde zwischen der Küste und dem Hemmelsdorfer See in die Landschaft. Während ich das Fahrrad durch das Herbstlaub lenke und noch immer warme Sonnenstrahlen auf meiner Haut spüre, öffnet sich der Blick für Neues.

“Fall” heißt Herbst im Amerikanischen, das Alte fällt, damit das Neue entstehen kann. Irgendwie gleichen sich Mai und September. Alles steht in voller Blüte, die leuchtenden Bäume sehen frühlingshaft aus und die Temperaturen sind noch warm. Nur, dass der September schon ein “r” hat. In den Monaten ohne “r” darfst Du barfuß laufen, sagt eine alte Bauernregel.

Meine Wege führen mich durch Alleen, über kleine Hügel, vorbei an imposanten Bauernhöfen und Landsitzen, an Holzschränken, in denen Eier auf den Verkauf warten, an Sonnenblumenfeldern und Kürbispräsentationen.

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“Herbst? Warum nicht;

es ist ja alles bereit, die Früchte sind groß,

und die kleinen Störche sind von den großen nicht mehr zu unterscheiden.

Ist es nicht, als wäre er das eigentlich Schaffende, schaffender als denn der

Frühling, der schon gleich ist, schaffender als, wenn er kommt mit seinem

Willen zur Verwandlung und das viel zu fertige, viel zu befriedigte, schließlich

fast bürgerlich-behagliche Bild des Sommers zerstört?”

schreibt Clara Rilke 1904 in ihren Briefen.

Zugegeben, ich habe den Rilke noch nicht beiseite gelegt, die Zeilen stammen aus seinem Büchlein “Herbst”.

Küstenleben.

Herbstliches Laub fegt über die Strandpromenade. Eine kleine Invasion von Feuerquallen hat die Schwimmroutinen unterbrochen. Es ist die Zeit im Jahr, wenn sie das Dorf erreichen. Ende August.

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Moin!

Sabine, gebürtige Rheinländerin, vor ein paar Jahren an die Küste gezogen.

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